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Markt für „smarte“ Energieprodukte noch in den Startlöchern

23.02.201111:17 UhrEnergie & Umwelt

(openPR) Rahmenbedingungen verzögern Verbreitung

Das ist das Ergebnis des „Praxisvergleichs Smart-Metering-Produkte 2011“, den die Forschungsgruppe EnCT GmbH aus Freiburg im Januar 2011 durchgeführt hat. Während in vielen europäischen Ländern intelligente Zähler bereits flächendeckend ausgebaut werden, wie ein aktueller Bericht des EU-Projekts „Smart Regions“ belegt, bieten in Deutschland bisher lediglich rund 6 % der etwa 800 Energieversorger intelligente Zähler zusammen mit „smarten“ Energieprodukten an. Die meisten, auch viele der großen Lieferanten und Stadtwerke, warten noch ab oder verweisen auf die bisher üblichen Schwachlasttarife mit für die Kunden unattraktiven Tarifzeiten. „Wesentliche Gründe für die Marktzurückhaltung sind die politischen Rahmenbedingungen und das schwache Kundeninteresse“, erklärt Dr. Harald Schäffler, Geschäftsführer der Forschungsgruppe und Herausgeber des Praxisvergleichs.



Seit Anfang 2011 ist nach §40 Abs. 3 des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) jeder Energieversorger in Deutschland verpflichtet, allen Endkunden einen variable Tarif anzubieten, der einen Anreiz gibt, den Energieverbrauch zu senken oder zu steuern. Damit soll die flächendeckende Einführung von sogenannten „intelligenten“ Energiezählern befördert werden, so die Hoffnung der Regierung. Denn im Gegensatz zu vielen allen anderen europäischen Ländern, soll die Einführung dieser Zähler in Deutschland im Wesentlichen durch attraktive Marktprodukte erfolgen. Nur bei Neubauten und bei Renovierungen wurden die Energieversorger nach §21b EnWG verpflichtet, elektronische Zähler einzubauen, die allerdings nur den aktuellen Energieverbrauch anzeigen müssen. Eine Fernauslesung oder eine monatliche Abrechnung wurde nicht verbindlich vorgeschrieben.

Wie der Praxisvergleich der Forschungsgruppe EnCT vom Januar 2011 zeigt, steckt zwei Jahre nach der Novellierung des EnWG und der Liberalisierung des Messwesens der Markt für die Endkunden immer noch in den Startlöchern. Nur rund 50 Unternehmen bieten etwa 60 Produkte mit variablen Tarifen und intelligenten Zählern für Privatkunden an, für Gewerbekunden sind es sogar nur rund zehn.

Falsche Rahmenbedingungen und geringe Kundennachfrage bremsen Marktentwicklung
Ursachen für die geringe Marktdynamik sind die energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die bisher schwache Kundennachfrage. So sind die Energieversorger verpflichtet, für Kunden mit einem Stromverbrauch von bis zu 100.000 kWh pro Jahr nach dem Standardlastprofilverfahren zu beschaffen und abzurechnen. Eine Änderung des Verbrauchsverhaltens durch Tarifanreize bietet für die Lieferanten keine Kosten- oder Beschaffungsvorteile. Auch das Eichgesetz verhindert z.B., dass die Verbrauchskosten von variablen Tarifen kostengünstig in einer Datenzentrale berechnet werden. Stattdessen müssen die Zähler mehrere Tarifregister vorweisen, die aufwändig geeicht und parametriert werden müssen.

Die schwache Kundennachfrage hat verschiedene Ursachen. Eine davon sind die hohen Preise für die smarten Energieprodukte, die z.B. ein Feedback-System mit Wohnungsdisplay oder Internetportal enthalten. „Unser Preisvergleich von 60 Produkten zeigt allerdings, dass die Preise inzwischen stark variieren“, erläutert Schäffler. So kostet ein variabler Tarif mit Feedback-System im Durchschnitt rund 1.880 EUR für einen 2-Jahresvertrag inklusiver Einmalzahlung bei einem Verbrauch von 3.400 kWh pro Jahr. Das günstigste Produkt in dieser Klasse kostet rund 1.586 EUR und wird von der Dortmunder Energie- und Wasserversorgung GmbH angeboten, das teuerste von der E.on edis und kostet immerhin 2.255 EUR. Durch Einsparung und Lastverlagerung können die Kunden je nach Produkt 80 bis 120 EUR in zwei Jahren einsparen. Ein Standardtarif liegt im Vergleich hierzu bei 1.500 bis 1.600 EUR.

Allerdings ist nur ein einziges smartes Energieprodukt bundesweit verfügbar. Alle anderen werden ausschließlich in dem angestammten Versorgungsgebiet des Lieferanten angeboten. Auf den Wettbewerb müssen die Endkunden also noch warten.

Eine weitere Ursache für das geringe Kundeninteresse sind die abschreckenden Gebührenstrukturen. So können Kunden ohne detaillierte Kenntnis ihres Verbrauchsverhaltens nicht einschätzen, ob ein Tarif mit z.B. vier Preisstufen und einer Preisspreizung von 17,85 Cent, wie sie z.B. die Überlandwerke Fulda anbieten, für sie wirklich vorteilhaft ist.

Die Mainova AG aus Frankfurt a.M. hat diese Hemmnisse zum Anlass genommen, keine neues Energieprodukt, sondern die Zusatzoption „iVis SparzeitPlus“ anzubieten, die zu jedem bestehenden Tarif für 2,49 EUR pro Monat dazu gebucht werden kann. Die Tarifoption hat drei Preisstufen, wobei ausgehend vom bestehenden Basistarif des Endkunden in der Sparzeit ein Rabatt in Höhe von 1 bis 2 Cent pro Kilowattstunde gewährt wird. Zusätzlich werden eine Smart-Phone-Applikation sowie ein Internetportal angeboten. Eine Kundenbefragung der Mainova zeigte weiterhin, dass gerade die Einmalgebühr auf Haushalte abschreckend wirkt. Daher erhebt die Mainova statt einer Installations- eine Deinstallationsgebühr, die nur dann fällig wird, wenn der Kunde vor Ende der 24-monatigen Vertragslaufzeit kündigt. Die Gesamtkosten für einen 2-Jahresvertrag für dieses Produkt betragen zwischen 1.616 und rund 1.700 EUR in Abhängigkeit von der Aktivität des Kunden, so die Ergebnisse der Tarifsimulation der Forschungsgruppe EnCT.

Großteil der Energieversorger verschenkt Kundenpotential
Im Vergleich zu den rund 50 innovativen Unternehmen erfüllen die allermeisten Versorger die Vorgaben des EnWG lediglich mit einem Verweis auf die seit Jahren üblichen HT/NT-Tarife, die in den Nachtstunden minimal günstigere Preise bieten bei gleichzeitig erhöhter Grundgebühr.

Damit verschenken die Versorger aber ein großes Kundenpotenzial. „Unsere repräsentative Haushaltsbefragung bei über 1.100 Haushalten, die wir parallel zum Praxisvergleich Anfang 2011 durchgeführt haben, zeigt, dass gerade dieser Tariftyp bei den Endkunden auf ein eher geringes Interesse stößt“, betont Schäffler. „Hingegen wecken Zählerdisplays, Wohungsdisplays und auch Einsparbonus-Anreize ein relativ hohes Kundeninteresse“.

Die Ergebnisse des Praxisvergleichs erscheinen am 04. März unter dem Titel „Praxisvergleich Smart-Metering-Produkte 2011 – Markt | Tarife | Kundenpotenziale“. Die Ergebnisse der Haushaltsbefragung mit Kundensegmenten und Marktpotential von zehn beispielhaften „smarten“ Energieprodukten werden ebenfalls im März 2011 veröffentlicht. Beide Studien können über www.enct.de bezogen werden. Dort sind auch kostenlose Kurzfassungen erhältlich.

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