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Die Liebe zum Auto in Zeiten des Klimawandels

16.02.201111:44 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung

(openPR) Eine Zukunfts-Studie des Salber-Instituts, Köln

Die derzeitige Wiederbelebung der Autoverkäufe täuscht darüber hinweg, dass ein umfassender Wandel der Autokultur angebrochen ist. „Die Elektrifizierung des Autos ist mehr als ein Motor-Wechsel. Sie ist der Stein, der eine ganze Lawine an Veränderungen auf dem Automarkt ins Rollen bringen wird“, zu diesem Ergebnis kommt eine Zukunfts- Studie von Peter Franken und Dr. Daniel Salber (SALBER Psychologisches Entwickeln). Basis sind 60 Tiefeninterviews zur E-Mobilität sowie langjährige Erfahrungen im nationalen und internationalen Automarkt.

Die erstaunlich hohe Zustimmung zum Elektroauto (in Umfragen rund 60%) lässt den kommenden Wandel als leicht und problemlos erscheinen. Diese Zahlen gehen aber an der Wirklichkeit vorbei, da für die Fahrer tiefgehende Veränderungen anstehen. Sinnliche Qualitäten des Autos gehen verloren, eingespielte Nutzungsformen und Gewohnheiten kommen aus der Bahn, die soziale Bedeutung des Autos für die Menschen wird in zehn Jahren eine grundlegend andere sein. Die Reichweiten-Diskussion bei Elektroautos lässt diese „Weltveränderung“ ahnen, deckt sie aber durch isolierte Kilometer-Berechnungen sogleich wieder zu.

In den letzten 100 Jahren war das Auto mehr als ein Fahrzeug - es war Symbol des kulturellen Fortschritts, Ausdruck persönlicher Freiheit und (zunehmend) ein Zuhause in unruhigen Zeiten. Die hohe Emotionalität des Autos - „liebstes Kind“, Statussymbol, Besitzerstolz - drängte seine Kehrseiten immer wieder aus dem Blick. Seit der „Bankenkrise“ wankt der Fortschritts-Glaube, der Sprit wird knapp, der „Klimawandel“ beunruhigt. Die Folge ist, dass die Schattenseiten der Auto-Mobilität stärker bewusst werden - und die Industrie in ihre Autos „Lösungen“ für diese Probleme einbauen muss.

Es zeichnen sich heute drei große Linien der Auto-Zukunft ab:

1. VERSACHLICHUNG
Das Auto wird zum leidenschaftslosen Nutzobjekt, das wie die Straßenbahn den Transport von A nach B leistet. Car Sharing und Mobilitäts-Konzepte, die keinen Auto-Besitz mehr kennen, brauchen funktionale, sparsame Fahrzeuge wie der ÖPNV. Solche Produkte werden derzeit z.B. von EDAG entwickelt. Dazu passt der nüchterne Elektromotor. Diese Richtung findet besonders bei der jüngeren Generation Anklang, die das Auto als „Klotz am Bein“ sieht und ihre Reisen lieber per Fahrrad oder in digitale Produkt-Welten unternimmt (iPhone). Das heutige Auto steht für eine veraltete Technik, für die (riskante) Lebensweise der Väter und Großväter.

2. OBJEKTE DER BEGIERDE
Die Gegen-Reaktion hält an der Auto-Leidenschaft fest, trotz des Image-Verlustes. Im momentanen Aufschwung ist diese Richtung deutlich zu erkennen: Aktuelle Auto-Messen zeigen, dass die „Auto-Erotik“ entgegen dem common sense noch keineswegs gestorben ist. Scharen pilgern wieder gerne dorthin, bewundern neueste Kreationen und beschwören die Hoffnung, dass alles weitergeht wie bisher. Assistenzsysteme sollen den Anschluss des Autos an digitale Kommunikations-Welten sichern, die es derzeit abzuhängen scheinen. Auch die aufregende Ästhetik der Boliden kann die Stagnation der Antriebstechnik seit 100 Jahren vergessen lassen.

3. KOMPROMISSE
Die derzeit größte Gruppe der Konsumenten sucht nach Kompromiss-Lösungen: Wie kann man die Auto-Freuden erhalten unter den verschärften Bedingungen von Benzinknappheit, Klimawandel, schlechtem Gewissen? Nur ein Downgrading des Autos reicht da nicht, wie es massenweise anlässlich der Abwrackprämie praktiziert wurde. Konzepte wie der Mini haben es dagegen verstanden, alte Auto-Träume mit „verkleinerter Angriffsfläche“ wieder aufleben zu lassen. Neue Modelle werden in steigendem Maße substantielle technische Innovationen vorweisen müssen, die als Feigenblatt der Auto-Liebe dienen können. Auch der Elektro-Antrieb bietet keine „saubere“ Lösung, denn bereits heute ist den Konsumenten klar, dass Strom nicht einfach aus der Steckdose kommt. Zugeständnisse an die Realität endlicher Ressourcen sind also generell unvermeidlich, und je eher man Klartext spricht, desto mehr beugt man abrupten Enttäuschungen und Abwendungen vor.

Beziehungs-Krise

Nicht nur steigende Benzinpreise, sondern einen weit reichenden Umschwung in die Zukunft hinein muss der Automarkt bewältigen. Wer seine Produkte auf die Grundlinien dieses kulturellen Umschwungs einstellt, hat künftig die Nase vorn. Die Chancen für neue Gesichter auf dem Markt waren nie so groß, die Risiken für erstarrte Hersteller wachsen im selben Maße. Auto-Marken sind jetzt aufgerufen, nicht bloß technische Probleme zu lösen. Von ihnen werden heute Antworten auf die drängenden Kultur-Fragen erwartet - neue automobile Welt-Entwürfe. Nicht in Sonntagsreden, sondern konkret in Produkten und Werbung.

Die hohe verbale Zustimmung zum Elektro-Auto ist nicht so sehr Ruf nach Veränderung, sie drückt vielmehr den Wunsch nach Bewahrung aus: nach Bewahrung der Liebe zum Auto in kritischen Zeiten. Wie kann die „Beziehung“ der Menschen zum Auto künftig aussehen? Das ist die zentrale Frage auch für die qualitative Marktforschung. Sie kann Industrie und Politik dabei unterstützen, umfassende Lösungen und neue Lebensbilder für die Auto-Mobilität der Zukunft zu entwickeln. Bleiben diese aus, droht das Auto ähnlich wie die Zigarette zum gesellschaftlichen Sündenbock zu werden.
Die Studie von Franken/Salber ist zu finden unter:
http://www.salber.de/Salber_Autodossier.pdf

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