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Kaufen für die Müllkippe

14.02.201109:21 UhrEnergie & Umwelt
Bild: Kaufen für die Müllkippe
Förderverein Freie Bildung e.V.
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(openPR) Ein früher Verschleiß ist bei zahlreichen Produkten durch Sollbruchstellen vorprogrammiert. Sei es eine Autokarosserie, die schnell rostet, oder seien es Glühbirnen, Computer oder Handys. Die Kunden sollen ein defektes Gerät nicht reparieren lassen. Sie sollen das Altgerät entsorgen und sich ein neues anschaffen. Eine Abhilfe liegt häufig wie bei Autokarosserien offen auf der Hand. Autokarosserien müssen nur wie die Spülen unserer Küchen aus Edelstahl gefertigt werden. Denn Spülen rosten nicht. Doch die verkürzte Lebensdauer ist beabsichtigt. Wirtschaftsfachleute nennen sie "geplante Obsoleszenz". Die Film von Cosima Dannoritzer „Kaufen für die Müllhalde“ geht diesen Vorgängen nach und wirft einen Blick auf die Folgen der modernen Wegwerfgesellschaft.




Kaufen für die Müllhalde
ARTE, Regie: Cosima Dannoritzer
Dienstag, 15. Februar 2011 um 20.15 Uhr
Wiederholungen: 18.02.2011 um 10:30, 24.02.2011 um 03:25

Bei den meisten Produkten ist eine verkürzte Lebensdauer bereits geplant. Nylonstrümpfe, Autos, Glühbirnen, Drucker und Mobiltelefone sind hier nur wenige Beispiele. Konsum, das heißt Verbrauch. Und eine Konsumgesellschaft ist eine Gesellschaft, in der die meisten Gebrauchsprodukte durch „Sollbruchstellen“ auf die Ebene von Verbrauchsprodukten abgestuft werden. Die Verbraucher sollen veranlasst werden, lieber neue Artikel zu kaufen, als defekte reparieren zu lassen. Diese bewusste Verkürzung der Lebensdauer von Gebrauchsgüter, nennt man "geplante Obsoleszenz". Dies soll die Nachfrage steigern und die Wirtschaft in Schwung halten. Und da die meisten Gebrauchsgüter naturgemäß länger halten, haben die Verantwortlichen in Industrie und Wirtschaft ein wenig nachgeholfen. Eine Werbezeitschrift schrieb bereits 1928: "Ein Artikel, der sich nicht abnutzt, ist eine Tragödie fürs Geschäft".

Die Dokumentation erzählt die Geschichte der geplanten Obsoleszenz. Gestützt wird sie auf eine Recherche, die mehr als drei Jahre dauerte. Die Schaffung eines Kartells, welches die Lebensdauer von Glühbirnen begrenzte, ist in den 20er Jahren ihr Ausgangspunkt. In den 50er Jahren gewinnt sie schließlich mit der Entstehung der Konsumgesellschaft weiter an Boden.

Viele Verbraucher wollen sich heute nicht mehr mit diesem System abfinden. Denn die Folgen sind nicht nur eine rücksichtslose Ausbeutung der Rohstoffe dieses Planeten, sondern auch die verheerende Umweltzerstörung, die uns zunehmend als Menschen und vor allen unsere Kinder trifft. Als Beispiele hierfür zeigt die Dokumentation die riesigen Elektroschrottdeponien im Umkreis der ghanaischen Hauptstadt Accra. Leider fehlt dem Film ein Blick auf die Flüsse Mitteleuropas, um die Umweltzerstörung auch in unserer Heimat aufzuzeigen. Denn gewerblicher Fischfang kann dort wegen der großen Schadstoffbelastung schon seit Jahrzehnten mehr betrieben werden. Auch unsere unmittelbare Lebenswelt ist von der zunehmenden Vergiftung betroffen.

Cosima Dannoritzer stellt aber auch Lösungsansätze von Unternehmern vor, die alternative Produktionsweisen entwickeln. Zudem mahnen Intellektuelle, die Technik möge sich auf ihre ursprüngliche Aufgabe zurückbesinnen. Das Ziel müsse die dauerhafte Erleichterung des Alltags sein, ohne dass wir die gleichzeitige Verwüstung unseres Planeten einleiten.
Leider lenkt die Filmemacherin damit von den tatsächlichen Verantwortlichen und den Machtverhältnissen in unserer Gesellschaft ab. Die meisten Techniker und Ingenieure sehen das von Dannoritzer Dargestellte in gleicher Form und können ihre Aussagen nur bestätigen. Fast alle sind nicht vermögend, so dass sie die technischen Entwicklungen entsprechend den Wünschen ihrer Arbeitgeber leisten müssen. Darin sind die Vorgaben für die Lebensdauer schon enthalten. Die Verantwortlichen sind somit bei den Wirtschaftsfachleuten, Managern und Eigentümern zu suchen, die es geschafft haben, die offenen oder verdeckten Kartelle aufzubauen, von denen wir alle abhängig sind.

Unter diesem Blickwinkel ist die Arbeit von Cosima Dannoritzer bemerkenswert und zeugt von außerordentlichen Mut. Sie untermauert eine 1992 veröffentlichte Arbeit von Darwin Dante. Dieser wies in einer volkswirtschaftlichen Analyse für die Bundesrepublik Deutschland nach, dass die Menge der Arbeit, die durch die verkürzte Lebensdauer von Industrieprodukten verursacht wird, für jeden Arbeitnehmer bei etwa 7 Stunden wöchentlich liegt, wenn diese auf eine 40 Stundenwoche hochgerechnet und auf alle Arbeitnehmer verteilt wird (siehe: http://5-stunden-woche.de/band1.pdf). Das heißt, wir alle arbeiten von durchschnittliche 40 Stunden pro Woche allein 7 Stunden für die Müllhalde, da uns die kurze Lebensdauer unserer Gebrauchsgüter dazu zwingt, erheblich mehr von ihnen herzustellen.

Über diesem Wege möchten wir Cosima Dannoritzer darauf aufmerksam machen, dass die Umstellung auf den Energieträger Wasserstoff ein ähnlich brisantes Umweltschutzthema wäre. Mit Wasserstoff lassen sich Kraftwerke zur Gewinnung von Elektrizität oder auch Autos betreiben und bei der Verbrennung von Wasserstoff entsteht nur Wasserdampf. Die Umstellung auf diesen Energieträger würde die weltweiten Energieprobleme lösen. Denn Wasserstoff lässt sich gemessen an unseren heutigen Energiebedarf in praktisch unbegrenzten Mengen gewinnen. Die Umstellung ist schon seit 1975 technisch im großen Stiel möglich. Würde sich eine Filmautorin oder ein Filmautor dieses Themas annehmen, so würde vermutlich derselben Kreis von Verantwortlichen zum Vorschein kommen, der auch die heutige Konsumgesellschaft inszeniert hat.

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