(openPR) Was haben der Valentinstag und Wasser sparen gemeinsam? Während ihr schlechtes Gewissen wegen der Wasserknappheit in der Dritten Welt die hiesigen Verbraucher zum Wasser sparen treibt, konsumieren sie importierte Produkte mit virtuellem Wasser aus eben jenen bedrohten Regionen. Damit tragen sie unbewusst zum dortigen Verteilungskampf um das knappe Trinkwasser bei. Ein Beispiel hierfür sind die allseits beliebten Rosen-Präsente zum Valentinstag.
Da nun einmal im Februar Frischblumen in deutschen Gärten nicht wachsen, werden jährlich allein 80 Millionen Rosen aus so genannten Entwicklungsländern wie Kolumbien, Ecuador, Äthiopien oder Kenia nach Deutschland importiert. Jede zweite Rose stammt aus Kenia und dort aus der Region um den Naivasha-See, einem bedrohten Ökotop etwa 70 Kilometer von der kenianischen Hauptstadt Nairobi entfernt.
Über 60 Farmen leben am Ufer des Naivasha-See davon, dass in Europa auch im Winter Rosen begehrt sind. Zwar kann dieser Handel als Entwicklungshilfe verstanden werden, weil er Arbeitsplätze schafft, aber für die Bewässerung der Blumen setzen die Farmen Wasser aus dem See und seinen Grundwasserquellen ein. Und dieses Wasser fehlt dann den dort lebenden Menschen.
Mit Hilfe des virtuellen Wassers können Verbraucher erkennen, welche Auswirkungen ihre Liebe zu Rosen haben kann: Je nach Bewässerungsmethode braucht eine Rosenpflanze in Kenia bis zu 2,5 Liter Wasser täglich für ihr Wachstum. Wenn die Rosen geerntet werden, um auf die Reise in die deutschen Haushalte zu gehen, stecken bereits bis zu 13 Liter Wasser in jedem ihrer Stiele - also mehr als ein Eimer voll. Dabei geht es um Wasser, das den Menschen in der Region für die tägliche Nahrung und dringend benötigte Hygiene fehlen wird. Während einige Rosenfarmen in Kenia aus den Folgen gelernt haben und mit Organisationen wie FairTrade auf umweltbewussten Anbau umstellen, hat sich die tropische Blumenindustrie schon nach Äthiopien verlagert; mit unabsehbaren Folgen für den dortigen Wasserhaushalt.
In jedem Rosenstrauß zum Valentinstag stecken nahezu 120 Liter „virtuelles Wasser“ aus Kenia oder Äthiopien - Regionen mit dramatischer Wasserknappheit und einem täglichen Kampf um Trinkwasser. Das sind fast genauso viel, wie für den täglichen Bedarf im Haushalt eingesetzt werden, nämlich 122 Liter.
Als „Virtuelles Wasser“ bezeichnet man die Menge an Wasser, die für Herstellung und Transport eines Produktes benötigt wird. Mit Hilfe des virtuellen Wassers kann der umweltbewusste Konsument erkennen, wo er selber Mitverantwortung für die Wasserknappheit in anderen Regionen der Welt trägt, wie er wirksam Wasser sparen kann und wo das Wasser sparen sinnvoll ist - dort, wo Wasser wirklich knapp ist und ineffizient eingesetzt wird. Zu diesen Themen bietet RWW eine Ausstellung in ihrem Aquarius Wassermuseum in Mülheim an der Ruhr.










