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Graffiti: schöner wenn erlaubt?

02.02.201108:06 UhrKunst & Kultur
Bild: Graffiti: schöner wenn erlaubt?
Joe und Marc Hennig befürworten die Freigabe von öffentlichen Wandflächen für Graffiti-Kunst
Joe und Marc Hennig befürworten die Freigabe von öffentlichen Wandflächen für Graffiti-Kunst

(openPR) Von Vera Sattler. Ihr Werkzeug sind Spraydosen, ihr Revier Flächen und Fassaden im öffentlichen und privaten Raum, und es geschieht meist über Nacht: Die Zeugnisse der Graffiti-Akteure spiegeln die ganze Palette von einfachen Signaturkürzeln (Tags) bis zu kunstvollen Bildern (Pieces). Von einigen betrachtet als purer Vandalismus, von anderen als urbane Kunstform bewertet.


Eines haben die gesprühten Hinterlassenschaften gemeinsam: sie sind illegal. Das wollen die Düsseldorfer Grünen nun ändern und plädieren für die Freigabe von städtischen Flächen für den künstlerischen Aerosolstoß. Dahinter steht die Überlegung, dass es so weniger verbotene Wandmalereien im Stadtbild geben wird. Kann das funktionieren, oder liegt nicht gerade im Verbotenen der Reiz? Müssen vielmehr härtere Strafen her, um der Graffiti-Flut Einhalt zu gebieten? Oder braucht die Kunstform grundsätzlich mehr Akzeptanz? Was sagen Insider wie die Graffiti-Künstler Marc und Joe Hennig, die unter dem Namen MaJo-Brothers seit vielen Jahren in der Graffiti- und Streetart-Szene zuhause sind und unter anderem einen wesentlichen Beitrag zur fulminanten Fassadengestaltung in der Kiefernstraße geleistet haben. Joe Hennig ist außerdem Mitbegründer von duesseldorfer-kuenstler.de, eine Internet-Plattform, die neben allen Genres der bildenden Kunst auch Streetart- und Graffiti-Künstlern eine Bühne bietet.

Was motiviert Sprayer? Ist der Reiz des Verbotenen ausschlaggebend, der Nervenkitzel eventuell erwischt zu werden? Oder liegt die Motivation eher in der Kreativität und Gruppenzugehörigkeit?

MaJo-Brothers: Wenn wir von Graffiti sprechen, sprechen wir in der Regel von Jugendlichen. Bei diesen Sprayern steht klar der Wunsch im Vordergrund, sich künstlerisch auszudrücken und sich kreativ am Stadtbild und der Umwelt beteiligen zu dürfen; man möchte akzeptiert werden und Aufmerksamkeit erhalten. Das eigentliche Problem ist, dass die Jugend nicht wirklich wahr genommen und nicht toleriert wird.

Kann die Bereitstellung von Flächen das illegale Sprayen eindämmen?

MaJo-Brothers: Sicherlich werden die Schmierereien nicht komplett aus dem Stadtbild verschwinden. Schmierereien haben aber auch nichts mit Graffiti zu tun, die ja einen hohen künstlerischen Anspruch haben.Graffitis brauchen die nötige Zeit zum Entstehen und den dafür richtigen Ort. Der ‚kriminelle‘ Druck und wenig Zeit erzeugen eben jene schnell hin gerotzten Schmierereien. Im Grunde liefern die bereitgestellten Flächen den Beweis, dass solche genutzt werden und das kreative Potential in bildhafte Kanäle lenkt; dafür gibt es genügend Beispiele überall in NRW.

Müssen härtere Strafen her oder gibt es andere Ideen, die Sprayer aus der Illegalität holen können?

MaJo-Brothers: Zunächst einmal geht es darum, die Jungendlichen überhaupt ernst und wahr zu nehmen, und sie nicht zu verscheuchen. Die Jugend braucht Orte, an denen sie sich treffen und ihren Interessen nachgehen können, sei es Skaterplatz, Hall of Fame oder eben die Wand, um sich kreativ auszutoben. Wir würden es daher begrüßen, wenn eben jene Orte installiert würden um Raum zu schaffen, Raum in und an dem sich die Jugend frei entfalten kann. Mit Repression und Strafen erreichen wir nur einen Umkehreffekt und mehr Illegalität; das ist unserer Meinung nach eine ganz einfache Rechnung.

Braucht die Öffentlichkeit mehr Informationen und Berührungspunkte, um Graffiti als Kunstform begreifen und akzeptieren zu können?

MaJo-Brothers: Graffiti ist eine kreative Ausdrucksform und natürlich gibt es ganz unterschiedliche Prägungen. Hakenkreuze und Fortuna-Fan-Kritzeleien haben mit den eigentlichen Graffiti, deren Ursprung ja bis in die Antike reicht, nichts gemeinsam, hierfür sollte wohl eher das Wort Schmiererei benutzt werden. Die Definition von Graffiti spielt eine wichtige Rolle. Legale Flächen von Könnern gestaltet bewirken automatisch Aufmerksamkeit. Hätten wir solche im Düsseldorfer Stadtbild würde automatisch auch die Akzeptanz von Graffiti beim Betrachter steigen und damit auch die Toleranz für die Jugendlichen.

Den Jugendlichen der Stadt mehr Aktionsraum bieten möchte auch der 2010 gegründete Verein Verbunt - Jungendkunst Düsseldorf e.V., zu dessen Mitgründern Marc und Joe Hennig zählen. Mit alltagsorientierten künstlerischen Angeboten unterstützt der Verein, gemeinsam mit Künstlerinnen und Künstlern aus den Bereichen Gestaltung, Film, Tanz, Theater und Musik interessierte junge Menschen. Auch Graffiti in seinen vielen Stilrichtungen steht auf dem Programm. In Ausstellungen wird das kreative Potential aktueller Jugendkunst in Düsseldorf präsentiert.

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