(openPR) Sogenannte GIS (geografische Informationssysteme) halten Einzug in Vorstandsetagen und Fachabteilungen großer Firmen. Immer öfter werden strategische Entscheidungen auf der Basis von geografischen Analysen getroffen. GIS Systeme helfen dabei, Prozesse zu visualisieren und transparenter zu gestalten. Das GeoMarketing unterstützt und strukturiert Standortentscheidungen, Routen- und Terminplanungen, Analysen über Kaufkraft und Einzugsgebiete für Vertriebsorganisation oder dient der räumlichen Kunden- und Projektverwaltung.
"Kein verantwortlicher Strategieplaner wird ohne entsprechende Werkzeuge Vertriebsgebiete, Außendienstorganisationen oder neue Standorte planen und kein zukunftsorientierter Firmenchef eine Auswertung der Firmenkennzahlen ohne geografischen Bezug vornehmen". Davon ist Helmut Wenninger, Geschäftsführer der CADdy Geomatics GmbH und Inhaber des Ingenieurbüros für Geoinformatik fest überzeugt.
Oft ist es ein Schock für Firmenleiter vor ihren "zerfledderten" Vertriebsgebieten zu stehen. Der Einsatz von GIS unterstützt die Planung klar strukturierter Standortverteilungen, kurzen Anfahrtswegen und entsprechenden räumlichen Analysen. Da fast alle Informationen aus der eigenen Unternehmensdaten-bank einen räumlichen Bezug aufweisen, macht der Einsatz eines modernes Kunden- und Projektmana-gement die Anfangskosten in kurzer Zeit wett und erzeugt zusätzlichen Profit, so seine Ausführungen.
Die Nutzung von Geoinformationssystemen und Geodaten ist deutlich gewachsen und gilt auch langfristig als Milliarden-Markt mit hohen Wachstumsraten. Allerdings behindern noch immer restriktive Nutzungs-bestimmungen und fragmentierte Datenbestände für amtliche Geodaten die Entwicklung dieses Marktes. Aber mit der Verbreitung und Weiterentwicklung des Projektes OpenStreetMap kurz OSM, werden frei verfügbare Geodaten abrufbar und stellen die Voraussetzung für die Visualisierung von räumlichen Zusammenhängen dar.
Auch andere Nutzungsmöglichkeiten in benachbarten Disziplinen machen den Einsatz dieser Daten attraktiv. So entstehen auf der Basis dieser Daten Location based Services (LBS) räumlich begrenzte Informations- und Navigationssysteme für Fußgänger und Radfahrer, Informationssysteme über Einkommensstrukturen, Analysen von Krankheitsverteilungen in Abhängigkeit von Umwelteinflüssen und vieles mehr.
Allerdings haben sich die Hardliner in der Verwaltung mit ihren restriktiven Nutzungsmög-lichkeiten für amtliche Daten ein Eigentor geschossen: Sie werden bis auf wenige Ausnahmen – zum Beispiel dem Grundstückskataster – früher oder später überflüssig werden. Um einen anderen Weg zu beschreiten, wird Wenninger seinen umfassenden Datenbestand von über 20.000 Ortskarten, Höhenlinien, Luft- und Satellitenbildern in die Openstreetmap Daten einarbeiten und um weitere relevante Themen ergänzen. So wird aus OSM - OpenGeodata.
Die Zukunft gehört der digitalen Kartenwelt, einem weltweit einheitlichen, digitalen Datenbestand und den dazugehörigen Informationssystemen. Was nicht heißen soll, dass die Papierkarte ausgedient hat. Sie wird, wie das gedruckte Buch, noch lange Bestand haben jedoch anders entstehen. Auf Knopfdruck, personalisiert sozusagen als Karte auf Abruf - oder map on demand - wie es neudeutsch heißt. Wir haben die Aufgabe in Angriff genommen, aber der Weg zur freien Karte ist noch weit.





