(openPR) Grundwasserkontamination zu Forschungszwecken für das geplante CO2 Endlager in der Altmark
Nach einem Bericht der Märkischen Allgemeinen Zeitung vom 13.01.2011 in dem über einen geplanten CO2 Leckageversuch in einem oberflächennahen Grundwasserleiter berichtet wurde, stellte die Bürgerinitiative Kein CO2 Endlager Altmark weitere Nachforschungen an.
Schnell wurde klar, dass der geplante CO2 Unfall in Wittstock in direktem Zusammenhang mit der geplanten CO2 Verpressung in der Altmark steht.
Unter Leitung der Christian-Albrechts-Universität Kiel, dem Umweltforschungszentrum Leipzig und der Großmann Ingenieur Consult ist beabsichtigt ab März in das Grundwasser von Wittstock CO2 zu verpressen um daraus Rückschlüsse auf geochemische Prozesse und ein Monitoring-Konzept zu erhalten.
Der Standort Wittstock wurde dabei gewählt, da er einen ähnlichen geologischen Aufbau wie die Altmark besitzt.
Das Projekt hatte bereits in Wittstock für Diskussionen gesorgt, doch der Zusammenhang mit der CCS-Technologie und die Beteiligung von Energiekonzernen wurden auf Nachfrage stets verneint.
Unterlagen, die der Bürgerinitiative Kein CO2 Endlager Altmark jedoch vorliegen, beweisen das klare Gegenteil. So heisst es in Unterlagen des Institutes: „An einem Standort mit ähnlichem geologischem Aufbau wie die Altmark soll die Ausbreitung von CO2 in oberflächennahen Formationen anhand eines Großversuchs untersucht werden.“ und weiter: „durch das Prozessverständnis aus dem CO2-Injektionsversuch ergänzt, so dass Schadensszenarien für den Standort des EGR-Pilotversuchs realistisch prognostizierbar werden.“
Wie neutral die Forschung dabei ist, wird schnell bewusst wenn man sich die beteiligten Institute und Industriepartner (wie es in einer Broschüre aus dem Jahr 2008 heisst) des 4,6 Mio. € teuren Forschungsprojektes CO2-MoPa anschaut. Als Förderer sind dort aufgelistet mit einem Anteil von 50% das Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie für die anderen 50% die Energiekonzerne EnBW, E.ON, RWE, Stadtwerke Kiel, Vattenfall sowie Wintershall.
„Dieses Klima der Heimlichkeit und Lüge ist für uns erschreckend. Noch bevor das geplante CCS-Gesetz im Kabinett und im Bundestag überhaupt diskutiert wurde, finden öffentliche Tests mit dem für uns schlimmsten anzunehmenden Vorfall einer CO2 Leckage mit Kontamination des Grundwassers statt. Wir sind entsetzt, dass die Bürger von Wittstock möglicherweise durch diese bewusst durchgeführte CO2 Verpressung in ihr Grundwasser gefährdet und Informationen zurückgehalten wurden.
Wir fordern alle Politiker des Kreises, des Landes und des Bundes auf, dafür Sorge zu tragen das dieses Forschungsprojekt sofort eingestellt wird und die weiteren notwendigen Konsequenzen unter Beteiligung der Öffentlichkeit daraus gezogen werden. Eine Forschung – zur Hälfte finanziert durch Energiekonzerne – kann nicht ergebnisoffen sein.
Einen Test vor dem angeblichen Test in der Altmark durchzuführen ist Beleg für die große Unsicherheit der Technologie und dass selbst 100.000 Tonnen ein großes Risiko darstellen. Derartige Tests bereits vor einer gesetzlichen Entscheidung über die Erprobung der CCS-Technologie in Deutschland durchzuführen, kann nur zwei Gründe haben: Die Entscheidung ist bereits gefällt und/oder die Beteiligten versuchen krampfhaft, Argumente dafür zu finden, um der Bevölkerung und den Politikern doch noch zu vermitteln, wie sicher alles ist.“ so Stefan Quisdorf, Mitglied der Bürgerinitiative.









