(openPR) Auf dem Weg vom Hersteller zum Kunden werden über 90% aller Güter ein- oder mehrfach gelagert. Das Einrichten, Umstrukturieren und Anpassen von Lagersystemen ist dabei eine besonders wichtige Aufgabe. (...)
Stow hat verschiedene Lagertypen in eine realistische „Musterhalle“ mit der Fläche 41,4 m × 44,1 m und einer Höhe von 19,5 m sowie einem Stützenabstand von 6,8 m × 5,35 m geplant und eingebaut. Als Ladungsträger wurden 1000 kg schwere Europaletten mit einer Gesamthöhe von 1700 mm eingesetzt.
Für den Vergleich standen die am häufigsten eingesetzten Palettenregal Lagertypen zur Auswahl:
• ein Breitgangregal
• ein Schmalgangregal mit Tiefenlagerung,
• ein Einfahrregal mit Querlagerung,
• ein Verfahrregal mit Tiefenlagerung, Tiefenlagerung doppelt tief sowie
• ein Durchlaufregal.
Die Breitgangregale mit Tiefenlagerung nutzen den Lagerraum relativ schlecht. Gang und Lager haben die gleichen Flächenanteile, dafür sind aber die Lagergüter alle im permanenten Zugriff. Bei Schmalgangregalen mit Tiefenlagerung unterliegt die Warenstruktur keinen Einschränkungen. Bei der Flächennutzungsberechnung ist der Ganganteil kleiner als der Lageranteil, alle Artikel stehen im direkten Zugriff. Dieser Lagertyp eignet sich hervorragend als Kommissionierregal. Mit kalt gewalzten Profilen lassen sich Greifhöhen bis zirka 14 m realisieren. Nachteilig sind die sehr teuren zwangs- oder induktiv geführten Schmalgangstapler mit lastbegleitender Kabine.
Einfahrregale mit Quereinlagerung nutzen den vorhandenen Raum sehr gut. Dafür sollte die Warenstruktur homogen sein und aus großen Chargen gleicher Produkte bestehen, denn bei Einfahrregalen gilt das Filo-Prinzip (first in, last out). Zum Einsatz kommen schmale Schubmaster oder Standstapler für Einfahrregale oder auch konventionelle Schubmaster oder Frontstapler. Bei Ein-/Auslagerungen in tiefen Gängen und großen Höhen sinken die Umschlagleistungen.
Beim Verfahrregal mit Tiefenlagerung reduziert sich der Ganganteil auf nur noch 10% der Gesamtlagerfläche, da immer nur ein oder maximal zwei Gänge aufgefahren werden. Auf den elektrisch angetriebenen Verfahrwagen werden konventionelle Palettenregale montiert. Zur Bedienung eignen sich konventionelle Fahrzeuge mit einer Funkfernsteuerung zum Auffahren der Gänge. Diese zusammenfahrbaren Regale bieten einen hervorragenden Diebstahlschutz bei teuren Lagergütern.
Eine unterschätzte Lagerart ist die doppelttiefe Tiefenlagerung, bei der zwei Paletten hintereinander in einem Lagerfach abgestellt werden. Diese Maßnahme reduziert den Ganganteil erheblich, hat aber Auswirkungen auf den Zugriff. Der Regaltyp eignet sich besonders für Mischlager. Dieser Lagertyp erfordert aber teure Bediengeräte mit Teleskopgabel oder Scherenmechanismus sowie eventuell eine Kamera zum Beobachten der Ladungsträger.
Durchlaufregale sind die klassischen Kommissionierregale, weil sie das Lagerprinzip Fifo (first in, first out) perfekt umsetzen. Es handelt sich dabei um vergleichsweise teure Lagertechnik, bestehend aus Regalgrundkonstruktion mit eingehängten Rollenbahnen. Weil die Lagerbahnen um etwa 4% geneigt sind, kann die Hallenhöhe nicht voll genutzt werden. Zudem ist auf eine gute Qualität der Ladungsträger zu achten, denn defekte Paletten können einen ganzen Lagerkanal lahmlegen.
Eine allgemein gültige Empfehlung für einen Lagertyp gibt es nicht. Wenn ein Lagertechnikspezialist wie Stow die Chance hat, frühzeitig bei Lagerlogistikkonzepten mitzuwirken, fällt die Realisierung unter Umständen anders aus als vom Kunden ursprünglich geplant. Selbst wenn zunächst nur an einfache Palettenregale für Breit- oder Tiefenlagerung gedacht ist, kann sich die Integration einer Schienenanlage für eventuell später einzusetzende Verfahrregale in der Bauphase lohnen.









