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Globalisierung in der Medizin: Telemedizin, ein Instrument zur weltweiten Vernetzung

03.01.201108:53 UhrGesundheit & Medizin

(openPR) (Deggendorf, 2. Januar 2011) Das Zeitalter der Globalisierung beschreibt auch in der Medizin eine zunehmend weltweite Vernetzung mit Gütern und die Möglichkeit für alle Partner, an neuen Entwicklungen und Errungenschaften teilhaben zu können. Zu den wichtigsten allgemeinen Gütern in der Medizin gehören Wissen und Erfahrungen in Diagnostik und Therapie. Korrekte Diagnosen sind eine unabdingbare Voraussetzung für eine adäquate Therapie und werden in der Medizin immer häufiger anhand von Bildern oder Videosequenzen gestellt. Eine intra- und/oder interdisziplinäre Diskussion über Diagnosen lässt sich deshalb zu einem grossen Teil auf einen Austausch von Meinungen zu Bildern oder anderen Objekten reduzieren.



Wenn irgendwo auf der Welt Patientinnen und Patienten von einem globalisierten Wissensaustausch profitieren sollen, dann braucht es dazu ein „Podium“, das für alle interessierten und zu einem Dialog bereiten medizinischen Akteure zugänglich ist – wo immer sie sich auf der Welt befinden. Dieses „Podium“ muss für beliebige Partner zu beliebigen Themen benutzerfreundlich, einfach und schnell, überall und jederzeit zugänglich sein. Das am Institut für Pathologie des Universitätsspitals Basel 2001 entwickelte Telemedizinsystem wird diesen Ansprüchen gerecht. Die Entwicklung des Systems erfolgte in zwei Schritten: als Laborversion bis 2008, als definitive Version unter dem Namen „Campus Medicus®“ (http://www.campusmedicus.net/more) ab 2008.

Eine erste erfolgreiche Bewährungsprobe bestand „Campus Medicus®“ in einem Nationalen Telemedizinprojekt in der Mongolei. In enger Zusammenarbeit mit dem Swiss Surgical Team, einer privaten Organisation (http://www.swiss-surgical-team.org/), die seit 1999 in der Mongolei Chirurgen und Anästhesisten regelmäßig mit Weiter- und Fortbildung und mit medizinischen Hilfsgütern unterstützt, ging es darum, mit Hilfe der Telemedizin die präoperative und postoperative Diagnostik und Therapie zu verbessern. Ein wesentliches Ziel der angestrebten Verbesserung waren: eine Möglichkeit anzubieten, bei diagnostischen Unklarheiten schnell einen Experten zur Hand zu haben und eine Verkürzung der Zeitspanne zwischen Entnahme der Biopsie und/oder dem Resektat und dem Vorliegen der möglichst korrekten Diagnose. In der Mongolei arbeiten z.B. nur wenige Pathologen; sie sind auf sich selbst abgestellt. Dank der Telemedizin sollten auch in der Mongolei die Chirurgen spätestens 3 Tage nach dem Eingriff am Patienten im Besitz einer korrekten morphologischen Diagnose. sein. Die im Aufbau begriffene Telemedizin in der Mongolei erfüllt nicht nur einen neuen, sehr wichtigen Dienst in der Pathologie; in zunehmendem Masse greifen auch andere medizinische Fachbereiche auf die Telemedizin zurück.

Basierend auf dem Konzept, sich gegenseitig Wissen zur Verfügung zu stellen, wird Telemedizin neben dem Stellen von Diagnosen und der Auswahl adäquater Therapien, auch für die Sicherung der Qualität und für die Aus- und Weiterbildung eingesetzt. Um einen solchen Wissensaustausch über räumliche Distanzen zu ermöglichen, müssen die für den Dialog zur Verfügung stehenden Objekte (Bilder, Videosequenzen, andere Dokumente) auf einem Server ("Podium") in einer Datenbank abrufbar sein. So übermitteln beispielsweise im Konzept von „Campus Medicus®“ die Partner, welche sich der Telemedizin bedienen, ihre Beiträge an einen Server, anstatt E-Mails an ausgewählte einzelne Partner.

Im Detail erlaubt das Modul „Telekonferenz“ zwei Anwendungen:
Erstens die sogenannte „Live-Präsentation“. Hier ist der Diskussionsgegenstand ein digitales Bild; während der Experte im Videobild gezeigt wird. Anschließend kann die Präsentation als Zusammenfassung, einschließlich dazugehöriger Bilder, Schemen, Tabellen und Texte, direkt aus dem System ausgedruckt werden.
Zweitens das sogenannte „Live-Sharing“. In diesem Fall ist der Diskussionsgegenstand ein Videobild (der Experte erscheint auf dem Bildschirm nicht). Dieses Videobild kann zu jeder Zeit digitalisiert und automatisch auf der Plattform zum entsprechenden Fall oder ins entsprechende Kapitel eines Curriculum gespeichert werden. Bei beiden Anwendungsformen stehen eine Chatfunktion und ein Voice-Stream zur Sprachübertragung via Internet zur Verfügung.

Telemedizin in Form von „Teleteaching“ für die Aus- und Weiterbildung einzusetzen, befindet sich im Aufbau. Zukünftig wird der virtuelle Campus zur Verbesserung und Qualitätssicherung der Lehre weltweit beitragen.

Ein virtueller Campus ist mit einer Wandtafel vergleichbar, auf welcher entweder eine oder mehrere Lehrpersonen den Stoff entwickeln. Die Informationen auf der „Wandtafel“ werden gespeichert. Die Studierenden können damit - sofern sie dazu berechtigt sind - jederzeit und von überall auf der Welt aus - auf die Inhalte auf der „Wandtafel“ zugreifen. Zusätzlich kann der auf der „Wandtafel“ entwickelte Stoff durch die „Lehrer“ zu jeder Zeit den interessierten „Studierenden“ mündlich z.B. via Telekonferenz erklärt werden. Der einfache Zugriff auf stattgehabte Vorlesungen erlaubt es auch, direkt aus dem Telemedizinsystem heraus eine Zusammenfassung ausgewählter Vorlesungen auszudrucken. Die Erfahrungen mit der oben genannten Laborversion haben gezeigt, dass solche Zusammenfassungen bei Studierenden als strukturiertes „Repetitorium“ sehr beliebt sind.

Das Internet hat die volle Entfaltung der Telemedizin erst möglich gemacht. Telemedizin ist heute sowohl in industrialisierten als auch in Entwicklungsländern kostengünstig einsetzbar. Dies entspricht einem Paradigmenwechsel. Es provoziert ein Umdenken weg von isolierten, monolithischen Telemedizinsystemen hin zu modularen, leicht adaptierbaren und frei organisierbaren Systemen, und weg von der E-Mail-Vorstellung zu einer Client-Server-Optik.

Garantie für eine erfolgreiche Anwendung von Telemedizin gewährt nur ein einfaches und benutzerfreundliches Telemedizinsystem, eine weitsichtige und transparente Organisation der Zusammenarbeit der Partner untereinander, eine permanente Administration sowie Sicherung der Kompetenz für den Unterhalt und die Weiterentwicklung des Systems. Wenn diese Grundbedingungen konsequent umgesetzt werden, werden weltweit immer mehr Patientinnen und Patienten - unabhängig von ihren Standorten - von den Fortschritten in der Medizin profitieren können.

Prof. Dr. med. Dr. h.c. Martin Oberholzer
- Mitglied des "Campus Medicus" Scientific Boards
- Dekan der Schweizerischen Akademie für Militär- und Katastrophenmedizin (SAMK), 3016 Bern, Schweiz

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