(openPR) „Nicht zu toppen“: Das sinfonische Blasorchester „Westfalen Winds“ begeistert in der Musikschule Marl / Zu Gast: die Posaunisten der Berliner Philharmoniker.
Am Ende des Konzerts blickt Dirigent Ulrich Schmidt zufrieden in die Gesichter des Publikums, als er die Zugabe ankündigt: „Nach einem solchen Programm gibt es nichts mehr, mit dem man das Bisherige toppen kann.“ Vorausgegangen war ein anspruchsvolles und abwechslungsreiches Programm, das keine Wünsche offen ließ. Den ersten Konzertteil bestritt das Posaunenensemble der Folkwang-Universität-Essen. Gemeinsam gelang es beiden Partnern – der Hochschule und Westfalen Winds e.V. –, das Posaunenquartett der Berliner Philharmoniker für ein Konzert in Marl zu gewinnen. Dass es zu diesem Zusammentreffen kam, ist für die Beteiligten ein wahrer Glücksfall. Dank der fortwährenden Freundschaft zweier Kommilitonen konnten die Profis aus der Hauptstadt zu einem Konzert mit dem ambitionierten Laienorchester bewogen werden: Olaf Ott, Soloposaunist bei den Berliner Philharmonikern, und Ulli Haas, heute Solotubist bei den Duisburger Philharmonikern und in seiner Freizeit bei Westfalen Winds aktiv, machten bereits während ihrer Studienzeit gemeinsam Musik.
Dass man aber nicht allein mit großen Namen, sondern mit hoher Qualität zu überzeugen wusste, war bereits nach den ersten Takten klar. Die 70 Musiker aus ganz Nordrhein-Westfalen beeindruckten mit sicherer Intonation auch in den extrem hohen Passagen aus Aaron Coplands „Preamble for a solemn occasion“. In „A movement for Rosa“ konnte das Ensemble dagegen zwischen träumerischen Melodielinien und hartforcierten Schlägen verschiedene Gesichter zeigen.
Überzeugte Westfalen Winds bereits als eigenständiger Klangkörper, konnte es das Niveau durch die „Unterstützung“ der Berliner Gäste noch steigern. Das Spiel von Olaf Ott, Christhard Gössling, Jesper Busk Sørensen und Thomas Leyendecker überzeugte auf der ganzen Linie. Sie zeigten sowohl in Jan Koetsiers „Konzert“ als auch in Manfred Honetschlägers „three, four, six and nine“, dass sie zu Recht in einem der angesehensten Orchester Deutschlands engagiert sind.
Dass das zweite solistische Werk eigens für das Orchester und jenen Anlass komponiert worden war, verwunderte bei keinen der 300 Zuhörer in dem ausverkauften Saal. Auf Initiative des Orchesters wurde das Werk durch den Musikverlag Rundel in Auftrag gegeben und gesponsert. Regelrecht auf den Leib geschrieben war es sowohl den Posaunisten als auch dem Orchester, so dass sich jeder optimal entfalten konnte.
In der Tat war ein solches Programm nicht mehr zu toppen. So entschied sich Orchesterleiter Schmidt mit einem Augenzwinkern für das vermeintlich fehlerhaft gespielte Werk von Leonard Bernstein: den „Wrong Note Rag“. Stehende Ovationen waren der Dank des Publikums für einen gelungenen Abend – Wiederholung nicht ausgeschlossen.













