(openPR) Vom 22. Januar bis 18. Februar 2011 zeigt die Berliner Künstlerin Susanne Rottenbacher eine Installation in der Galerie Teapot Köln.
Blickt man von der Straße in die Galerie, sieht man den gesamten Raum erfasst von einem Licht- und Farbenspiel, dessen Protagonisten, transparente Kunststoffringe an Drahtseil und Kabel, sich zu einer kunstvollen Gesamtinstallation formieren. Betritt man den Galerieraum, so begibt man sich auf einen Parcours, der entlang verschiedener Stationen durch diese Spiel hindurch führt.
Bekannt geworden durch ihre Bildkästen, in denen sie mit Malerei, Licht und Zeit arbeitet, gestaltet Susanne Rottenbacher seit 2 Jahren transparente Lichtringe als Einzelskulpturen für den Außen- wie Innenbereich. In ihrer neuesten Arbeit fasst Rottenbacher Ringe unterschiedlichen Formats in verschiedener Stückzahl zu Ensembles zusammen. Diese nehmen die gesamte Raumhöhe ihres Standortes in Anspruch und sind als eigenständige, in sich geschlossene skulpturale Installationen zu verstehen. „6 Kontrapunkte für 22 Ringe“ besteht aus 6 Ensembles die hier als die diversen Stationen des Parcours im Galerieraum fungieren.
Dabei arbeitet Rottenbacher mit zwei Arten von Ringen. In der Mehrzahl sind es transparente Kunststoffkörper in deren Inneren ein feines Drahtgeflecht in regelmäßiger Anordnung mit kleinen, farbigen LED-Leuchten besetzt ist. Das Äußere dieser Körper ist mit einer, die Form von Streifen in unterschiedlicher Farbintensität, Breite und Dichte aufnehmenden Malerei gestaltet. Diese dynamische Komposition malerischer Liniengebilde trifft auf die strenge lineare Ordnung des Drahtgeflechts. Zusätzlich akzentuiert von der Regelmäßigkeit der Anordnung der sich farbig verströmenden Lichtpunkte, entwickelt sich hier ein dialogisches Wechselspiel, das die Ringkörper charakteristisch strukturiert und zugleich ebenso invasiv, wie diffus auf den Umraum ausstrahlt.
Ein zweiter, seltenerer Ringtypus ist semi-transparent, von milchigem Äußeren, die farbigen Streifen sind nicht gemalt, sondern flächig gedruckt. Während sich das Licht nur gebrochen seinen Weg bahnt, wird der Kunststoffring in seiner Körperlichkeit viel deutlicher erfahrbar. Dieser Typus zeigt sich dem Umraum gegenüber weniger offen, strahlt weniger auf diesen aus und verbleibt mehr auf sich und die ihm eigene Formgebung konzentriert. Innerhalb der Ensembles treten sie als vermittelnde, optische Zwischentöne auf.
In ihrer Gestalt und Gestaltung zeigen sich Rottenbachers Lichtringe gleich in mehrfacher Hinsicht als offen. Sie umfassen in ihrer Mitte Umraum. In Inneren ihrer Kunststoffkörper schließen sie Raum ein, lassen ihn aber durch das Wechselspiel von Linien und Licht hindurch je nach äußerlicher Beschaffenheit deutlicher oder weniger deutlich sichtbar werden. Frei hängend und in ihrem Auftritt als Gruppe, zu festen Ensembles aufeinander bezogen, treten sie dem Betrachter als Figuren gegenüber, die mit je unterschiedlicher Ausrichtung, Ausdehnung und Dichte ihrer Gesamterscheinung in den Raum greifen. Als Licht- und Farbkörper strahlen sie auf den gesamten Galerieraum aus und besetzen ihn schließlich im Wechselspiel mit dem, sich im Tageszeitrhythmus kontinuierlich veränderndem Umgebungslicht.
Dem Betrachter erschließt sich die Installation als eine begehbare Komposition, die in einem dynamischen Wechsel von Verdichtungen und Auflockerungen als Gesamtkomposition wahrnehmbar wird. Der vorgegebene Parcours führt durch den Galerieraum als einer Spielfläche, jedoch nicht nur durch dieses Spiel hindurch, sondern auch immer tiefer in dieses hinein. Denn im Ergehen und Ersehen der Installation kann der Betrachter das Spiel der Ringe in immer neuen Variationen möglicher Inbezugnahmen entscheidend mitgestalten und darüber hinaus Tempo und Rhythmus der Komposition beeinflussen. Eine wesentliche Unterstützung erfährt er dabei zusätzlich von einem raumhohen Spiegel, der zur Vervielfältigung der Eindrücke nachhaltig beiträgt.
Einem zu synästhetischem Erleben neigenden Besucher wird sich diese Installation als eine zum Anschauungserlebnis gewordene, musikalische Komposition erschließen können. Das rhythmische Zusammenspiel der verschiedenen Ensembles lässt eine Orchestrierung des Raumes erlebbar werden. Aufgeführt wird eine Komposition für einen Zusammenklang von Licht, Form, Zeit und Bewegung, mit einer, für den Betrachter zur Beteiligung offenen Partitur.
Solch großer Auftritt findet schließlich seinen Ausklang im zweiten Raum der Galerie mit einigen auf den Boden gestapelten Ringen. Hier wird nicht nur ein Punkt unter die Komposition gesetzt, die Sammlung im losen Verband kündet von möglichem Aufbruch. Ein Fortschreiben des großen Raum-Lichtereignisses ist in vielerlei Formen und Richtungen denkbar. Man möchte gern mittun, die Ringe aufnehmen, sie in Bewegung bringen, Lichtzeichen in den Raum setzen und spielen.













