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Deutsche Solarunternehmen: Wachsen um jeden Preis?

14.12.201013:20 UhrEnergie & Umwelt

(openPR) München, 14. Dezember 2010. In der Solarbranche herrscht Unruhe. Gerade erst wurde die EEG-Vergütung um 13 Prozent gekürzt, zum Januar 2011 wird derzeit die Deckelung des Zubaus an Photovoltaikleistung auf drei Gigawatt diskutiert. Tritt dies ein, droht vor allem die deutsche Solarindustrie massiv geschwächt zu werden. Viele Komponentenhersteller müssen mit ruinösen Preiskämpfen im heimischen Markt rechnen. Das trifft sie umso härter, als sie über schlechtere Kostenstrukturen als die stark expandierende asiatische Konkurrenz verfügen. Auch die Projektierer, Systemhäuser und Großhändler geraten in Bedrängnis: Da sie international oft noch zu schwach positioniert sind, um lokale Umsatzverluste aufzufangen, gilt es quasi um jeden Preis das eigene Geschäft auszubauen.



2010 wird mit einem erwarteten Zubau bis zu acht Gigawatt in Deutschland ein Boomjahr für die Solarbranche. Ende 2010 wird dann die weltweit neuinstallierte Leistung auf ca. 16 Gigawatt angestiegen sein, das entspricht einem Zuwachs von 120 Prozent im Vergleich zu 2009. Interessant ist dabei ein Blick auf die Investitionszyklen: Die Kürzung der Photovoltaikförderung in Deutschland um 13 Prozent zum 1. Juli 2010 zeigte einen für den Markt zwar typischen, aber auch extremen Vorzieheffekt: Alleine im Juni 2010 wurden 2,1 Gigawatt Photovoltaik-Leistung neu installiert, im Vergleich zu lediglich 0,2 Gigawatt im Juni 2009. Doch auch in den Folgemonaten blieb die Nachfrage nach Modulen und Wechselrichtern nahezu ungebremst. Die vergleichsweise geringe zusätzliche Kürzung um drei Prozent zum Oktober 2010 wurde jedoch völlig unterschätzt: Seit Mitte Oktober sind die Auftragseingänge massiv zurückgegangen, die Branche kämpft mit vollen Lagern und wird sich im neuen Jahr voraussichtlich einem harten Preiswettbewerb stellen müssen.

Zwar geht die Branche aufgrund der sonst stabilen Rahmenbedingungen und konstanten Renditen auf Neuinstallationen weiterhin von einer Nachfrage von ca. sechs Gigawatt für Deutschland in 2010 aus. Doch mindestens für das erste Quartal 2011 müssen Hersteller mit leeren Auftragsbüchern rechnen, da Projektierer, Systemhäuser und Großhändler auf fallende Preise hoffen und ihre Aktivitäten auf das zweite Halbjahr 2011 fokussieren. Sollte jedoch die geplante Deckelung des Photovoltaik-Zubaus auf insgesamt drei Gigawatt für 2011 zusätzlich zur Kürzung der EEG-Vergütung im Januar 2011 in Kraft treten, wird dieses Kalkül nicht mehr aufgehen. Denn der Heimatmarkt wäre dann schnell verstopft. Diese Situation kann sich noch dadurch verschärfen, dass auch andere europäische Hoffnungsträger wie Frankreich und Tschechien über Mindestgrenzen für den Zubau an Photovoltaikleistung diskutieren bzw. ihre Einspeisevergütungen radikal überarbeitet haben. Eine Deckelung des deutschen Marktes würde nach Einschätzung von goetzpartners dazu führen, dass die weltweite Nachfrage nach neuinstallierter Photovoltaikleistung erstmalig in der Geschichte der Solarindustrie fällt.

Zu den angespannten Marktaussichten ab 2010 trägt auch die stetige Kapazitätsausweitung vor allem der asiatischen Hersteller bei. Allein mit den 10 größten Ausbauvorhaben (neun davon von asiatischen Firmen) stieg die neuinstallierte Leistung auf neun Gigawatt in 2010 – und das bei bereits existierenden Überkapazitäten. Da all diese Module auch „bankable“ sein werden und somit Projekte mit diesen Modulen auch von Banken finanziert werden, wird sich der Preisdruck für etablierte Anbieter weiter verschärfen.
„Deutsche Hersteller müssen auf innovative und qualitativ hochwertige Produkte, Mehrwertdienstleistungen im Vertrieb und allem voran auf Internationalisierung setzen“, so Sebastian Olbert, Solarexperte bei goetzpartners. Das Problem: Die meisten Unternehmen verfügen nicht über die notwendigen Strukturen, um eine Internationalisierung stemmen zu können:

- Fehlendes Vertriebsnetz. Einige Unternehmen haben bereits Vertriebsstrukturen im Ausland geschaffen; diese gilt es auszubauen und zu stärken. Diejenigen, die jetzt erst damit beginnen, werden mit hohen Einstiegsbarrieren in die ausländischen Märkte zu kämpfen haben.
- Angeschlagene Finanzstruktur: Zwar haben die Solarunternehmen in 2010 durch den Nachfrageboom Rückenwind bekommen, jedoch verfügen nur wenige über robuste Finanzstrukturen. Dies wird bei den zunehmend schwierigeren Marktbedingungen zu massiven Problemen führen.

Die Folge ist absehbar: der Solarmarkt wird sich konsolidieren. Wie goetzpartners bereits zu Zeiten des Nachfrageeinbruchs im ersten Halbjahr 2009 analysiert hat, wird es bis 2015 um bis zu 40 Prozent weniger Solarunternehmen am Markt geben. Durch das hervorragende Jahr 2010 hat sich dieser Trend zwar nach hinten verschoben, jedoch wird er den Markt nach Einschätzung des Beratungshauses jetzt mit umso größerer Wucht treffen.

„Unternehmen mit gesunder Finanzstruktur werden zu den Gewinnern zählen. Eine antizyklische, anorganische Wachstumsstrategie verbunden mit einem stringenten Integrationsprogramm ist das Erfolgskonzept in einer solchen Phase“, so Günther Schermer, Partner der Industry Line Energy/Utilities bei goetzpartners. Die Unternehmen müssen jedoch jetzt aktiv werden. Reagieren sie zu spät, werden sie das Nachsehen haben.

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