(openPR) Extras kosten extra – Standardisierung spart
München, Dezember 2010 – Notebooks sind per se kaum noch teurer als Desktop-Rechner. Nennenswerte Zusatzkosten fallen durch das erweiterte Einsatzszenario mobiler Geräte an. Unternehmen, die im Client-Segment Kosten reduzieren wollen, sollten sich auf das effiziente Management der PCs konzentrieren.
Vor gut 30 Jahren haben tragbare Rechner Einzug in die Unternehmen gehalten. Genauso lange wird über die Gesamtkosten eines Desktop-PCs im Vergleich zu den Kosten eines Notebooks diskutiert. Die allgemeine Aussage, Notebooks seien teurer als Desktops, trifft immer noch zu. Allerdings fällt der Differenzbetrag für Hard- und Software nur noch gering aus. „Die Gesamtkosten eines Notebooks werden vor allem durch die erweiterten Einsatzszenarien mobiler Rechner in die Höhe getrieben“, sagt Harald Nießen, Client-Spezialist und Berater bei Maturity.
Auf Basis der im Rahmen von Benchmark-Projekten erhobenen Zahlen hat die Beratungsgesellschaft Maturity aktuelle Gesamtkosten von Notebooks und Desktops untersucht. Für den Vergleich wurden rund 430.000 Client-PCs bei Unternehmen im deutschsprachigen Raum herangezogen.
Was kostet der PC pro Monat?
Für Anschaffung und Betrieb eines Desktop-Arbeitsplatzsystems geben Unternehmen demnach durchschnittlich 83 Euro im Monat aus. Ein Notebook schlägt mit 105 Euro pro Monat zu Buche. Der Mehraufwand beläuft sich auf 27 Prozent, wenn die „Extras“ der Notebook-Umgebung ins Kalkül gezogen werden. Betrachtet man lediglich die Hardware-Anschaffung und die installierte Software, ist das Notebook nur rund 13 Prozent teurer als der Desktop. Die Kosten für Bereitstellung und Betrieb liegen jedoch 38 Prozent über denen eines stationären Rechners.
Details des Vergleichs
Der durchschnittliche Desktop-Rechner, der aktuell für typische Büroanwendungen eingesetzt wird, verfügt über einen Pentium Dual Core-Prozessor (2,2 GHz Taktfrequenz), 2048 MB Hauptspeicher, eine 320 GB fassende Festplatte sowie ein optisches Laufwerk. Der Monitor ist im Paket enthalten, derzeitiger Standard ist eine Diagonale von 17 Zoll.
Ein Standard-Notebook für Büroaufgaben ist mit 15 Zoll-Bildschirm, einem Prozessor Core 2 Duo (2,40 GHz Taktfrequenz), 2048 MB Hauptspeicher, 250GB interner Festplatte und einem DVD-RW Laufwerk ausgestattet. Die Docking-Station ist im hier erhobenen Preis enthalten, nicht jedoch ein externer Monitor.
Das Image des untersuchten Desktop-PCs ist identisch mit der Software-Grundausstattung des Notebooks. Hierzu zählen das Windows-Betriebssystem, das Office-Paket, ein E-Mail Programm und der Virenscanner.
Bei den Kosten und Leistungen für Bereitstellung, Installation, Umzug, Erweiterungen, Änderungen und Entsorgung des PCs (IMAC/D = Install, Move, Add, Change, Dispose) sowie für den First-Level-Support besteht zwischen stationären und mobilen Rechnern kein signifikanter Unterschied.
Notebook-Extras
Kostentreiber bei Notebooks sind alle „Extras“, die durch den mobilen Einsatz der Rechner bedingt werden.
- Zugriff auf das Unternehmensnetz über öffentliche Telefonleitungen, Wireless-Hotspots oder Mobilfunkverbindungen.
- Zusätzliche Sicherheitsmechanismen (etwa Festplattenverschlüsselung), weil vertrauliche Daten auch außerhalb des Unternehmens bearbeitet werden.
- Höherer Aufwand für den Second-Level-Support.
- Mehrkosten für eventuelle Versicherungen gegen Verlust/Diebstahl beziehungsweise für den Reservepool an Geräten.
PC-Kosten reduzieren
Die größeren Gesamtkosten eines Notebooks liegen an den etwas höheren Anschaffungskosten sowie vornehmlich an Zusatzausgaben, die sich aus dem mobilen Einsatz der Geräte ergeben. „Auch wenn Notebooks längst keine Statussymbole für Büroarbeiter mehr sind, ist ein Rückschritt auf Desktop-PCs aus reinen Kostengründen in den meisten Fällen kein realistisches Szenario“, berichtet Maturity-Berater Harald Nießen. Wer sich einmal an die Möglichkeiten der Mobilität gewöhnt hat, werde eine Bindung an den Schreibtisch als Zurücksetzung empfinden.
Das größte Potenzial zur Kostensenkung verbirgt sich nicht in der Hardware, sondern in der Prozessoptimierung und Standardisierung. „Einsparungen beim Client-Management lassen sich kaum durch den billigeren Client, sondern hauptsächlich durch besseres Management realisieren“, sagt Nießen. Angesichts der großen Zahl ausgerollter PCs summieren sich die durch Ineffizienzen hervorgerufenen Kosten schnell auf einen sechsstelligen Betrag pro Jahr. Daher stehen Clients sowie ihr Support häufig im Fokus von Benchmark-Analysen.
Best Practices
1. Wildwuchs eindämmen: Je geringer die Zahl der PC-Varianten im Unternehmen ist, desto effizienter kann der Support arbeiten. Die maximale Standardisierung von einem Desktop- und einem Notebook-Modell erreichen jedoch die wenigsten IT-Organisationen. „In Projekten treffen wir in der Regel auf zwei bis drei Hersteller und insgesamt vier bis acht Modelle bei Desktops und Notebooks“, beschreibt Harald Nießen, Berater bei Maturity, die typische Situation in Unternehmen.
Anschaffungen parallel zum offiziellen Standard („PCs vom Discounter“) sind als fahrlässig einzustufen. Ab einer gewissen Unternehmensgröße lassen sich einheitliche Firmware-Stände und Hardware-Typen nicht mehr sicherstellen. Jede Charge bedeutet zusätzlichen Aufwand im Hintergrund für Wartung und Support, der den Einspareffekt des Billig-PCs übertrifft. Dies betrifft auch Initiativen, bei denen Mitarbeiter ihre eigenen PCs für die Arbeit verwenden oder sich einen Bürorechner nach Geschmack konfigurieren können („Bring your own PC“).
2. Reglementierung der Software: Unternehmen sollten technisch sicherstellen, dass Mitarbeiter neue Software nicht beliebig auf dem PC installieren können. Zwar sorgt dies unter Umständen für Mehrarbeit, wenn individuelle Berechtigungen geprüft und erteilt werden müssen. Jedoch wird dies durch einen geringeren Aufwand im Support mehr als ausgeglichen, da reglementierte Rechner leichter zentral überwacht und gewartet werden können.
3. Ein Rechner pro Mitarbeiter: „Viele Unternehmen leisten es sich, einigen Mitarbeitern sowohl einen Desktop als auch ein Notebook zur Verfügung zu stellen“, berichtet Maturity-Berater Harald Nießen. Auf jeden Mitarbeiter, der mit einem Computer arbeitet, kommen derzeit laut Benchmark-Datenbank im Durchschnitt 1,2 PCs. Durch die Konsolidierung der verfügbaren Geräte sinkt der Aufwand für den Support und die Wartung sowie die Kosten für Softwarelizenzen.









