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2010 war ein Jahr der Wetterextreme

07.12.201014:29 UhrVereine & Verbände

(openPR) Trotzdem gibt der Ruhrverband Entwarnung: Versorgungssicherheit und Preisstabilität sind auch für das Jahr 2011 garantiert

Klirrend kalte Nächte und Schnee bis ins Flachland. Auch zum Jahresende zeigt sich 2010 wie schon in den Sommermonaten als ein Jahr der etterextreme. Das belegte der Ruhrverband auf seiner 24. Verbandsversammlung, die am 3. Dezember in Essen stattfand. Und


gab gleichzeitig Entwarnung: Auf die Versorgungssicherheit und reisstabilität des kommenden Jahres haben die bisherigen Kapriolen keinen Einfluss.

Der Juni 2010 verzeichnete mit 28 Litern pro Quadratmeter nur 31 Prozent der durchschnittlichen Niederschlagsmenge und war damit der trockenste Juni seit Beginn der Wetteraufzeichnungen vor rund 100 Jahren. Ganz anders der August: Er war mit 202 Litern der zweitnasseste August seit Aufzeichnungsbeginn. Der Ruhrverband konnte diese Extreme dank des Speichervolumens seiner Talsperren ausgleichen, erklärte der Vorstandsvorsitzende Prof. Harro Bode auf der Verbandsversammlung: „Das Talsperrensystem des Ruhrverbands hat damit einmal mehr bewiesen, dass es auch außergewöhnlichen Schwankungen gewachsen ist.“ Nach den aktuellen Prognosen der Klimaforscher ist das auch dringend
notwendig, denn extreme Wetterereignisse werden aufgrund des Klimawandels vermutlich deutlich zunehmen. „Damit bekommt unser Talsperrensystem für die Versorgungssicherheit des Ruhrgebiets einen noch höheren Stellenwert“, sagte Prof. Bode. Derzeit sind die Ruhrverbandstalsperren zu 83 Prozent gefüllt, zehn Prozent mehr als im langjährigen Mittel. Selbst wenn in den nächsten Monaten der normale Niederschlag ausfiele, würden diese Wasservorräte nach Angaben der Essener Wasseringenieure für die nächsten zwölf bis achtzehn Monate ausreichen.

Ein weiteres Thema der Verbandsversammlung waren die Investitionstätigkeiten. Von 1990 bis 2006 hat der Ruhrverband 1,6 Milliarden Euro in seine Kläranlagen investiert, was sich nachhaltig positiv auf die Wasserqualität der Ruhr ausgewirkt hat. Im dritten Jahr in Folge
konnte die natürliche Vermehrung von Lachsen am Wehr Raffelberg in Mülheim nachgewiesen werden. Derzeit hat der Ruhrverband seine Investitionstätigkeit auf rund 35 Millionen Euro pro Jahr zurückgefahren. In dieser Summe sind vor allem Ersatzinvestitionen und kleinere Neubaumaßnahmen enthalten. Die Lister- und Lennekraftwerken GmbH, eine hundertprozentige Tochter des Ruhrverbands, investiert derzeit 4,5 Millionen Euro in den Bau einer Wasserkraftanlage am Kemnader Stausee. Das neue Kraftwerk wird jährlich rund 3,7 Millionen Kilowattstunden Energie produzieren und damit mehr als 2.000 Tonnen CO2 pro Jahr einsparen. Darüber hinaus plant der Ruhrverband zahlreiche Maßnahmen zur ökologischen Verbesserung der Gewässer, etwa den Bau neuer Fischtreppen an den Wehren Kettwig und Baldeney, die Renaturierung der Oeseteiche in Hemer sowie des Rosebachs im Bereich der ehemaligen Kläranlage Drolshagen.

„Der Ruhrverband hat einschneidende Sparmaßnahmen durchgeführt und nutzt den durch die Absenkung des Investitionsniveaus entstehenden finanziellen Spielraum, um den Schuldenabbau voranzutreiben. In den letzten vier Jahren konnten wir den Schuldenstand um 240
Millionen auf 888 Millionen Euro absenken und gleichzeitig die Beiträge stabil halten“, erläutert Norbert Frece, Vorstand für Finanzen und Personal, die Finanzstrategie des Ruhrverbands.

Die Zahlungen (Summe aus Ruhrverbandsbeitrag und gesetzlicher Abwasserabgabe) der Städte und Gemeinden sowie der Gewerbe- und Industrieunternehmen können 2011 erstmalig um 0,3 Prozent gesenkt werden. Der an den Gebührenvergleich des Bundes der Steuerzahler angelehnte Vergleich der Entwässerungsgebühren der Ruhrverbandskommunen stellt sich für die Menschen im Ruhreinzugsgebiet positiv da. Ein Vier-Personen Haushalt zahlt durchschnittlich rund elf Euro weniger pro Jahr als im Landesdurchschnitt.

Durch den Wegfall des „Biggepfennigs“ werden dauerhaft jährlich ab dem Jahr 2010 fünf Millionen Euro weniger Beiträge an den Ruhrverband gezahlt. Trotz eines massiven Rückgangs der Wasserentnahmen aus der Ruhr (seit 1980 immerhin 44 Prozent) gelingt es dem Ruhrverband, durch die kontinuierliche Optimierung seiner Betriebsabläufe und –kosten (seit
2003 wurde die Personalstärke um 150 Stellen reduziert), die Beiträge vergleichsweise stabil zu halten. Die weitere Entwicklung der Mitgliedsbeiträge hängt allerdings auch davon ab, ob es zu behördlichen Auflagen zum Abbau von Mikroverunreinigungen in den Kläranlagen
kommt. In Abstimmung mit dem Land Nordrhein-Westfalen untersucht der Ruhrverband in seiner großtechnischen Versuchsanlage in Schwerte neben der Reinigungsleistung der neuen Verfahren insbesondere die finanziellen Auswirkungen des Baus und Betriebs derartiger Anlagen. „Die großtechnischen Versuche haben gerade erst begonnen, viele Fragen
zum Abbau von Mikroverunreinigungen in kommunalen Kläranlagen sind noch offen“, sagte Prof. Bode. „Von kurzfristigen Überraschungen mit sofortigen finanziellen Folgewirkungen für die Bürgerinnen und Bürger ist daher wohl erst einmal nicht auszugehen.“

Seine US-Lease-Geschäfte hat der Ruhrverband im Jahr 2010 zu einem positiven Ende gebracht. Im Herbst gelang es, in zähen Verhandlungen mit den US-Investoren auch die kleinere der beiden Transaktionen zu beenden. Trotz aller Probleme, mit denen diese Geschäfte durch die Finanzkrise beaufschlagt wurden, waren sie letztlich positiv für den Ruhrverband.
Er hat an den US-Lease-Geschäften nach Abzug aller Kosten 19,1 Millionen Euro verdient, die der Bevölkerung zugute kommen.

Hintergrund
In der Verbandsversammlung, dem „Wasserparlament der Ruhr“, vertreten 150 Delegierte der Städte und Gemeinden, der Wasserwerke und der gewerblichen Unternehmen die Interessen der über 520 Mitglieder des Ruhrverbands. Sie nehmen auf der jährlich stattfindenden
Verbandsversammlung den Jahresabschluss ab, beraten aktuelle Fragen der Wasserwirtschaft und den Wirtschaftsplan des Unternehmens für das nächste Jahr. Der Ruhrverband verantwortet mit seinen Talsperren im Sauerland, seinen Seen an der Ruhr und den 71 Kläranlagen von Winterberg bis Duisburg die Wasserwirtschaft im gesamten natürlichen
Ruhreinzugsgebiet.

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