(openPR) 25. Mai 2005
Klimaschutz in Städten und seine Bedeutung für die weltweite Klimapolitik ist zentrales Thema der 13. Internationalen Jahreskonferenz des Klima-Bündnis europäischer Städte, die derzeit in Luxemburg stattfindet. Über 1300 Kommunen haben sich dem europaweiten Städtenetzwerk seit seiner Gründung im Jahr 1990 angeschlossen - mit dem Ziel, Treibhausgas-Emissionen zu reduzieren. Zum Auftakt der Konferenz redete Ehrengast Klaus Töpfer, der frühere Umweltminister Deutschlands und jetziger Exekutivdirektor des UN-Umweltprogrammes (UNEP). Zur Tagung war Töpfer klimafreundlich mit dem Zug angereist.
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"Klimaschutz ist für Städte kein Randproblem, sondern ein sehr zentrales mit wachsender Bedeutung", betonte Töpfer in seiner Ansprache. Schon jetzt leben 50 Prozent aller Menschen in Städten, die Zuwachsraten sind dramatisch. Ökologie und Klimaschutz sei neben sozialen Aspekten und Ökonomie eine der drei Säulen, die Nachhaltigkeit und Stabilität der Städte gewährleistet. Um so wichtiger sei es, sich in Netzwerken wie dem Klima-Bündnis auszutauschen und effektive kommunale Klimaschutzstrategien zu entwickeln.
Töpfer betonte auch die Verantwortung, die Industrienationen gegenüber den Entwicklungsländern haben: "Diejenigen, die am meisten unter dem Klimawandel leiden sind die, die am wenigsten zu seiner Verursachung beitragen." Auch deswegen sei es wichtig, dass die Industrienationen Technologien zur Nutzung erneuerbarer Energien oder zur Anpassung an die Folgen konsequent weiter entwickeln. "Gerade in Entwicklungsländern, wo die Folgen des Klimawandels drastische Auswirkungen haben, müssen wir mit technischen Ressourcen behilflich sein."
Was den Klimaschutz in Städten betrifft, spielt vor allem der Verkehr eine wichtige Rolle. CO2-Emissionen aus dem Verkehr gehören zu den größten Problemen der Kommunen, die am schwersten in den Griff zu bekommen sind. Während in Industrie und privaten Haushalten Reduzierungen der Emissionen erreicht wurden, stiegen verkehrsbedingte CO2-Emissionen in vielen Städten, was die Erfolge teilweise wieder zunichte macht.
Klimaschutz und Mobilität standen auch im Mittelpunkt der politischen Runde. Maria Krautzberger, Staatssekretärin für Umwelt und Verkehr der Stadt Berlin, bestätigte das Problem der verkehrsbedingten CO2-Emissionen und verwies auf ein Bündel von sechzig Maßnahmen im Stadtentwicklungsplan um den Verkehr umweltverträglicher abzuwickeln. Auch Joachim Lorenz, Umweltdezernent der Stadt München, Christiana Dolezal, Vizebürgermeisterin der Stadt Linz, und Ries Smits, Stadtrat für nachhaltige Entwicklung in Den Haag berichteten von der Entwicklung gezielter Maßnahmen zur Verringerung des CO2-Ausstoßes. Hierzu gehören der Ausbau der Radwegenetze, eine Entwicklung hin zur Stadt der kurzen Wege, ein attraktiver öffentlicher Nahverkehr, die Beschränkung des Autoverkehrs in den Innenstädten sowie die Steuerung des Individualverkehrs durch Parkraummanagement.
Mit den EU-Richtlinien zur Luftreinhaltung wächst der Handlungsdruck auf die Städte, was letztlich mit einem Finanzierungsproblem einhergeht. Bei der Umsetzung der von der EU verordneten Richtlinien und Maßnahmen fühlen sich die Kommunen oft im Stich gelassen und fordern daher, stärker an ihrer Entwicklung im Vorfeld beteiligt zu werden. Insgesamt wurde die derzeitige Diskussion über die EU-Feinstaubrichtlinie aber von allen Teilnehmenden sehr positiv beurteilt. "Sie rückt die Verkehrsproblematik wieder in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit und weckt auch bei den Bürgern neues Bewussteins für das Problem."
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Pressekontakt:
Klima-Bündnis e.V.
069-717139-16
Fotos vom Gastredner Klaus Töpfer finden Sie unter:
www.klimabuendnis.org/aktuell/mv2005-fotos-for-the-press.htm
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