(openPR) Perlen sind das Synonym für Reichtum, Weisheit, Würde und Glück und galten darüber hinaus sowohl als Aphrodisiakum wie auch als Heilmittel für Melancholie und Wahnsinn. Also genau das Richtige für unsere heutige Zeit. Perlen, Bollicine werden aber auch die zarten Bläschen genannt, die so fein in einem Glas allerbesten italienischen Schaumweins aufsteigen, so wie im Talento Metodo Classico Brut Riserva 2005 von Endrizzi.
Der Beste unter 150
Nicht umsonst gewann genau dieser Wein bei der Euposia Challenge "Spumanti dal Mondo" (Schaumweine der Welt) den ersten Platz vor 149 anderen klassischen Flaschengärungen weltweit. Siebzig Prozent der Proben kamen aus Italien selbst, aus der Franciacorta, dem Oltrepò Pavese, Piemont, aus Venetien, Friaul, Südtirol, Kampanien, Sizilien, den Marken und natürlich aus dem Trentino, Sitz des Weinguts Endrizzi im Norden des Belpaese.
Dass kühle Klimata und Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht, wie man sie hier vorfindet, wichtig sind, um frische Weine herzustellen, ist bekannt. Eine frühe Ernte der Trauben konserviert zudem die Säure, die für den Reifeprozess und späteren Genuss dieser spritzigen Gattung des Weins unverzichtbar ist. Die Hersteller selber reden darum auch vom Wein, denn oft ist er unterschätzt und wird nur zum Prosten verwendet, dabei ist eine klassische Flaschengärung in den meisten Fällen ein vollwertiger Essensbegleiter.
Zeit zum Reifen
Das erklärt sich aus dem Prozess seiner Herstellung. Der braucht Zeit, viel Zeit. Wie bei den Perlen, die viele Monate bis Jahre in den Muscheln reifen, so passiert dies auch mit den Kohlensäurebläschen bei der Flaschengärung. In der Muschel werden die Perlen dabei immer größer, da sich das Perlmutt Schicht um Schicht um den Kern aufbaut. Hingegen, je länger der Wein in der Flasche auf den Hefen liegt, um so feiner werden seine Perlen und um so zarter streicheln sie später den Gaumen und lassen den Wein trotz seiner Spritzigkeit fast samtig wirken. Beim Endrizzi Brut Riserva 2005 sind es 36 Monate der Flaschenreife. Dieser lange und aufwendige Herstellungsprozess sorgt für ein reiches Mundgefühl, für Struktur, Fülle und Komplexität. Der Wein schimmert im Glas, wie der Lüster, der den Glanz der Perlenoberfläche beschreibt. Endlos sprudelnde Bläschenketten sowie ein lang anhaltender fester Schaum beim Einschenken erzählen von dieser langsamen Entwicklung und sind die wichtigsten Qualitätskriterien für einen herausragenden Sekt, neben seinem Geschmack natürlich.
Weil der Endrizzi Brut Riserva 2005 auch hervorragend schmeckt, war er die erste Wahl der Organisatoren des vor kurzem beendeten Merano Wine Festivals: Bei der Eröffnung am 4 November wurde genau mit diesem Wein auf ein guten Gelingen angestoßen.
Vielseitige Kombinationsgabe
Was bei vielen Weinbeschreibungen als Empfehlung steht: "Passt zu einem gesamten Menü", ist nur wirklich wahr bei einem guten Schaumwein. Vor dem Essen braucht man die anregende Frische und Leichtigkeit mit den zart bitteren Hefearomen. Unschlagbar ist er bei Vorspeisen mit Mozzarella, zur dessen milchig-fetter Konsistenz fast gar nichts anderes geht. Bei warmen Vorspeisen, Pasta oder Reisgerichten kontrastiert die Säure und der zarte Schaum umfängt jeden Bissen und geleitet ihn sicher von der Zungenspitze zum Zungengrund. Die kräftige Struktur und Energie der Basisweine macht sich bemerkbar im Zusammenspiel mit Fisch und Fleisch und seine Komplexität bietet auch Würzigem Paroli. Er kann es mit Salzigem aufnehmen aber auch mit Fettem, mit Krokantem oder Weichem, mit Warmem oder Kaltem. Er passt als Umtrunk für Empfänge, sorgt beim Tête-à-tête für aphrodisische Stimmung, ist perfekt als Aperitif oder zum Essen. Und ein Gläschen hilft auch, um allein so manch melancholische Stimmung zu vertreiben, eben das pure Talent zum Glück.
Kleine Schaumweinkunde
Die Trauben für Schaumwein werden früh geerntet, damit sie noch viel Säure haben. Durch die normale Weinbereitung nach dem Pressen entstehen die Basisweine. Diese werden nach einiger Reifezeit nach ausgiebigem Verkosten "gemischt". Dabei entsteht die Cuvèe nach dem Stil jeden Hauses. Bei besonders hervorragenden Jahrgängen werden fast ausschließlich Basisweine dieses einen Jahrgangs (mind. 85%) zusammengestellt, bei Schaumweinen ohne Jahrgang sind dies Weine aus verschiedenen Jahren. Sind die Cuvèes gefunden, werden die gesamten Partien gemischt und in Flaschen zusammen mit der Fülldosage, einer Mischung aus Saccharose, Traubenmost und Hefen, abgefüllt. Nun braucht es Geduld. Für einen Trento DOC liegen die so präparierten Flaschenweine nun für mindestens 15 Monate im stillen und dunklen Weinkeller, bei Jahrgangsschaumweinen 24 Monate und bei Riserve-Schaumweinen sind es mindestens 36 Monate. Dann kommt der Wein auf die Rüttelbretter, auf denen mittels einer ruckartigen Drehung der Flaschen um ein Viertel und einer Neigungswinkeländerung von wenigen Millimetern, jede Flasche täglich langsam in die Senkrechte bewegt wird. Ein weißer Strich oder eine Kerbe am Flaschenboden erinnern an diese Arbeit. Sind die Heferückstände dank dieser Prozedur dann nach zirka 40 Tagen komplett im Flaschenhals gesammelt, wird entheft (die Hefe entfernt), die so genannte Versanddosage zugesetzt, die über den Süßegrad* des Weins entscheidet und die Flasche mit dem endgültigen Korken versehen. Das kleine Drahtgeflecht, die Agraffe schützt, damit der Korken erst knallt, wenn es vom Genießer gewünscht ist, denn in der Flasche herrscht, je nach Schaumweintyp zwischen 3 und 6 Atmosphären Druck (zum Vergleich, im Autoreifen sind es 2,1 bis 2,8 atm).
*
brut nature: < 3 g/l Restzucker
extra brut: 0 bis 6 g/l Restzucker
brut: < 12 g/l Restzucker
extra dry: 12 bis 17 g/l Restzucker
dry: 17 bis 32 g/l Restzucker
demi-sec: 32 bis 50 g/l Restzucker
doux, dolce: > 50 g/l Restzucker
San Michele all'Adige, den 15. September 2010













