(openPR) München. Oftmals geraten ahnungslose Geschäftsreisende schon bei Ankunft am Flughafen mit örtlichen Beamten aneinander, die "nur" ihre Vorschriften einhalten. Stellen diese dann auf Speichermedien "illegale Software" fest, wird das Gerät beschlagnahmt und gegebenenfalls auch eingezogen. Dann sind die Daten weg. Oft mit fatalen Folgen.
Was klingt, wie der Einstieg in einen Thriller aus der digitalen Welt sind lediglich die Empfehlungen des Landesamtes für Verfassungsschutz in Bayern für die Nutzung von Laptops in China. Dabei handelt es sich keineswegs um politische Unkorrektheiten sondern um sachdienliche Empfehlungen gegen den Datenklau, wie er täglich tausendfach vorkommt – oftmals eben Aufgrund von Unwissenheit.
Immenser Schaden für Wirtschaft und Volkswirtschaft
Der Schaden, der durch Wirtschaftsspionage jährlich angerichtet werde, sei immens. Schätzungen gehen laut bayerischem Verfassungsschutz von bundesweit 20 Milliarden Euro pro Jahr aus, von dem daraus resultierenden Verlust an Arbeitsplätzen ganz zu schweigen. Um in diesem Bereich für mehr Aufklärung zu sorgen und unbürokratische Hilfe zu leisten, geht der bayerische Verfassungsschutz nun neue Wege: Gemeinsam mit dem Wirtschaftsminister Martin Zeil hat Innenminister Joachim Herrmann jetzt den Startschuss für das neue Internetportal ‚Wirtschaftsschutz Bayern’ gegeben.
Verdachtsfälle im echten und virtuellen Raum
Als Besucher der Homepage ist man gleichzeitig Gast in einem virtuellen Unternehmen, in dem es neben ausreichend Sicherheitshinweisen vom Besucherausweis angefangen, auch die aktuellen Themen hinsichtlich Spionageabwehr gibt - in der ebenfalls virtuellen Bibliothek. Ansprechpartner findet man im virtuellen Großraumbüro und wenn man über den wirklich gelungenen Unternehmensbesuch hinaus einen konkreten Verdachtsfall aus seinem eigenen Unternehmen anmelden möchte, gibt es die Möglichkeit für vertrauliche Fallbearbeitung – dann natürlich nicht mehr ganz so virtuell.
Innenminister Herrmann: „Mit dem neuen Internetportal wird das Landesamt für Verfassungsschutz nicht nur als Sicherheitsbehörde tätig, sondern betreibt aktiv Wirtschaftsförderung durch Know-how-Schutz. Das Landesamt hat eine Vielzahl bayerischer Betriebe befragt, wie sie sich gegen Wirtschaftsspionage schützen. Die Ergebnisse dieses einzigartigen Projekts unter Mitwirkung von 80 Unternehmen sind im neuen Internetportal enthalten. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag, dass sich unsere bayerischen Unternehmen bestmöglich gegen Datenklau und Know-how-Diebstahl schützen.“
KMUs noch mehr gefährdet als große Konzerne
Zeil: „Mit dem Internetportal haben wir eine neue, innovative Dienstleistung entwickelt, die besonders kleinen und mittleren Betriebe zugute kommt. Bei ihnen ist die Gefahr des Datenklaus ungleich größer als bei Konzernen. Wir werden daher auch in Zukunft die ‚Initiative Wirtschaftsschutz’ in engem Schulterschluss mit allen Beteiligten weiter vorantreiben.“











