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Humanist und Visionär: 100. Todestag des Rotkreuz-Gründers Henry Dunant

28.10.201016:17 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Humanist und Visionär: 100. Todestag des Rotkreuz-Gründers Henry Dunant
Henry Dunant, Gründer des Roten Kreuzes
Henry Dunant, Gründer des Roten Kreuzes

(openPR) Vor hundert Jahren starb am 30. Oktober der Begründer der weltweiten Rotkreuz-Bewegung und Friedensnobelpreisträger, Henry Dunant. Als Querdenker und Visionär überwand er verschiedenste Hürden, um seine Idee einer internationalen, religions- und nationalitätsunabhängigen Hilfsorganisation zu verwirklichen. Im Raum Ulm unterstützen heute rund 19.000 Menschen die Arbeit des Roten Kreuzes in der Notfallrettung, dem Katastrophenschutz und der Betreuung und Pflege von hilfsbedürftigen Menschen.



Alles begann mit einer Reise: 1859 machte sich der junge Schweizer Geschäftsmann Henry Dunant aus Genf auf den Weg Richtung Italien, um Kaiser Napoleon III. um Unterstützung für seine Geschäfte in der französischen Kolonie Algerien zu bitten. Stattdessen wird er nahe dem italienische Örtchen Solferino Zeuge einer Schlacht zwischen französischen und österreichischen Truppen. Tausende Soldaten werden verwundet oder sterben – ein Anblick, der Dunants Leben entscheidend verändert. Spontan organisiert er mit Hilfe der örtlichen Zivilbevölkerung eine notdürftige Versorgung der Soldaten, ungeachtet ihrer Nationalität. Da es an Helfern, Fachwissen, medizinischem Material und Verpflegung fehlt, richtet Dunant kurzerhand auf eigene Kosten Behelfskrankenhäuser ein und lässt Verbandmaterial und Hilfsgüter herbeischaffen.

Solferino lässt Dunant nicht mehr los. Seine Idee: Hilfsorganisationen in allen Ländern sollen künftig auf der Basis von Neutralität und Freiwilligkeit Verwundete versorgen. Mit seinem aufsehenerregenden Buch „Eine Erinnerung an Solferino“ ebnet er den Weg für die Gründung des Roten Kreuzes. 1863 wird die umgekehrte Schweizer Nationalflagge, das „Rote Kreuz im weißen Felde“, zum einheitlichen Symbol. Die Grundlage der Rotkreuzbewegung sind die sieben Grundsätze, die bis heute unverändert gelten: Menschlichkeit, Unabhängigkeit, Neutralität, Unparteilichkeit, Freiwilligkeit, Einheit und Universalität.

Doch Undank ist der Welten Lohn: Auch wenn die Ideen und Ideale Henry Dunants internationalen Zuspruch erfahren, stößt er auf Widerstand, Persönlichkeiten wie Florence Nightingale kritisieren ihn öffentlich. Zudem vernachlässigt er im Zuge seines Engagements seine Geschäfte, muss Konkurs anmelden, wird wegen betrügerischen Bankrotts verurteilt und schließlich 1867 aus dem Internationalen Komittee vom Roten Kreuz ausgeschlossen. Der wirtschaftliche und soziale Abstieg scheint besiegelt. In den folgenden Jahrzehnten lebt Dunant in ärmlichen Verhältnissen und gerät in Vergessenheit. Unter anderem verbringt er längere Zeit in Stuttgart bei seinem Freund, dem Gründer des Württembergischen Sanitätsvereins, Pfarrer Dr. Christoph Ulrich Hahn. Von Verwandten erhält er eine bescheidene Rente und siedelt 1892 in ein Spital in Heiden (Schweiz) am Bodensee um. Doch seine humanitären Ideen, auch im Hinblick auf die Gleichberechtigung der Frau oder zum Schutz von Kriegsgefangenen, verbreitet er weiter. Erst 1901 kommt die Wende: Für die Gründung des Roten Kreuzes und die Initiierung der Genfer Konvention erhält Dunant gemeinsam mit dem Humanisten Frédéric Passy den weltweit ersten Friedensnobelpreis.

Als Henry Dunant am 30. Oktober 1910 im Alter von 82 Jahren stirbt, hat sich seine Idee international weit verbreitet. So wird noch zu seinen Lebzeiten 1886 die 5. Sanitätskolonne gegründet, aus der der heutige DRK Kreisverband Ulm e.V. hervorging. Was zunächst als Hilfe für verwundete Soldaten beginnt, wandelt sich um die Jahrhundertwende auch zu einer sozialen Unterstützung für die hinterbliebenen Frauen und Kinder.

Heute steht – neben der Notfallrettung und dem ehrenamtlich organisierten Bevölkerungsschutz – die Betreuung und Pflege von kranken, alten und behinderten Menschen im Mittelpunkt der Rotkreuzarbeit. Das DRK steht dabei als Ansprechpartner für alle Menschen in Notsituationen zur Verfügung, ungeachtet ihrer Herkunft oder Religion. Tafelläden, Kleiderkammern oder das Übernachtungsheim helfen direkt und unmittelbar, soziale Not zu lindern. Auch an seinem 100. Todestag sind die Überzeugungen Henry Dunants aktuell: Denn gute Ideen begeistern die Menschen immer, auch wenn es sie schon lange gibt. Das beweist die Vielzahl der ehrenamtlichen Helfer. Ohne Sie wäre das Deutsche Rote Kreuz, wie es heute mit all seinen Diensten in Ulm existiert, nicht möglich. Menschen, die helfen möchten, sind jederzeit herzlich willkommen. Interessierte finden alle Infos zur ehrenamtlichen Tätigkeit oder auch der finanziellen Unterstützung sowie Kontaktmöglichkeiten auf der Website des DRK Ulm www.drk-ulm.de.

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