(openPR) Wer heutzutage ein gebrauchtes Auto kauft, kann sich eigentlich nie wirklich sicher sein, ob der angegebene Kilometerstand auf dem Tacho stimmt. Da wird gedreht, getrickst und geschummelt, was das Zeug hält. Hauptsache, das Auto bringt ein paar Euro mehr. Das Problem: Das Zurückstellen des Tachos ist nicht verboten. Schon seit einiger Zeit gibt es sogar Profis, die für 50 Euro den Tacho jedermann auf die gewünschte Stellung zurückstellen. Dazu sind wir jetzt verbunden mit Bernd Volkens von der Auto-Bild. Hallo!
Ja, hallo!
Frage:
Wie groß ist der Schaden durch Tachomanipulationen in Deutschland?
Antwort:
Fachleute sprechen bei jedem dritten Gebrauchtwagen von einer Tachomanipulation. Es wäre schon eine enorm große Summe. Wirklich feststellen lässt es sich nicht, weil diese Manipulationen tatsächlich völlig unauffällig sind. Man sieht es einfach der Elektronik nicht an, wenn gedreht worden ist. Es sind in der Umgebung des Fahrzeuges Sachen, die irgendwie stutzig machen sollten, zum Beispiel wenn der Tachostand einfach nicht zum Serviceheft passt oder wenn Werkstattrechnungen nicht vorgelegt werden können. Weil auf denen auch oft der Kilometerstand vermerkt ist. Oder TÜV-Berichte, auf denen steht auch der Kilometerstand. Das muss alles zueinander passen, also die Angaben vom Kilometerzähler und die Angaben auf diesen Unterlagen sollten übereinstimmen. Dann kann man davon ausgehen, dass es okay ist. Stimmen die nicht überein oder können solche Unterlagen nicht vorgelegt werden, sollte auf jeden Fall noch einmal nachgehakt werden.
Frage:
Warum ist es nicht verboten, den Tacho zu manipulieren?
Antwort:
Ja, es ist tatsächlich so, bisher ist es unglaublicherweise erlaubt. Man darf lustig herummanipulieren. Das Einzige, was natürlich verboten ist, dass, wenn jemand einen Tacho zurückgedreht hat, der Wagen verkauft wird, ohne dass das angegeben wird. Der Verkäufer müsste also sagen, pass auf, hier am Tacho wurde gedreht. Das soll sich jetzt ändern. Da ist jetzt ein Gesetzentwurf in der Mache, danach soll es bestraft werden, alleine schon das Drehen am Tacho. Das wird letztendlich auch Zeit, denn warum sollte jemand am Tacho drehen, wenn er nicht damit betrügen möchte.
Frage:
Nun wissen wir alle, dass zwischen Gesetzesvorlagen und der entsprechenden Umsetzung häufig Jahre vergehen. Wann kommt das Manipulationsverbot tatsächlich?
Antwort:
Angeblich soll es sehr schnell gehen, noch vor der Sommerpause. Anscheinend wird hier wirklich ein Handlungsbedarf gesehen. Das wäre natürlich auch super, wenn das jetzt wirklich umgesetzt wird.
Frage:
Und was wird sich mit dem neuen Gesetz praktisch ändern?
Antwort:
Geändert werden soll, dass auch jetzt schon das Anbieten dieser Dienstleistung unter Strafe gestellt ist. Und das war bisher nicht so. Also, wenn ich jetzt als Tachojustierer, so nennen die sich oft, werbe oder so, muss ich zur Zeit noch nicht mit einer Strafe rechnen. Das soll sich ändern. Selbst das Anbieten dieser Dienstleistung soll unter Strafe gestellt werden. Das Vertreiben der Software soll sogar unter Strafe gestellt werden, das Vertreiben der Hardware. Und damit wären wir einen ganzen Schritt weiter.
Das war Bernd Volkens von der Auto-Bild in Hamburg, vielen Dank und tschüß!
Tschüß!
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