(openPR) Chile ist ein Land, das in den letzten Wochen zu trauriger Berühmtheit gelangt ist. Noch immer warten dutzende Bergleute gefangen in den Stollen weit unter der Erdoberfläche auf ihre ersehnte Rettung. Auch sonst ist Chile nicht unbedingt tief in den Erinnerungen. Die Bücher Isabel Allendes vermitteln dem einen oder anderen eine Art Lebensgefühl dieses Landes. Manfred Krug machte das Land dem Fernsehpublikum in den 80ern mit „Auf Achse“ bekannt. Aber sonst?
Ulrike Rauh nennt ihr neues Buch nicht nur „Faszination Chile“, sie bringt diese auch rüber. Die Autorin bereiste Chile, um ein bisschen Ahnenforschung zu betreiben. Ihre Großmutter wanderte Mitte der 30er Jahre – wie so viele – nach Südamerika, genauer gesagt nach Chile aus. Auf der Suche nach Spuren ihrer Familie (die sie auch finden wird) lässt sie sich von den Schönheiten der Natur berauschen. Kahle Wüsten auf der einen Seite, farbenfrohe Naturschauspiele auf der anderen Seite. Man muss sich nur umdrehen.
Mit ihrer Reisegruppe durchstreift sie das schmale Land, das wie eine Soßenfleck am linken Rand des Kontinents herunterrinnt von den Höhen des Nordens bis in die stürmischen Gegenden Patagonien. Der Name Patagonien bedeutet übrigens „Großfüßler“ und stammt vom Bordchronisten Magellans. Auf ihrer Weltumsegelung 1519 begegneten den Entdeckern ebenda sehr groß gewachsene Menschen. Antonio Pigafetta – so sein Name – nannte sie „Patagonier“. Den Abschluss ihrer faszinierenden Reise bilden einige Tage auf den Osterinseln. Mit ihren riesigen Skulpturen gehören sie zu den beeindruckendsten Kulturgütern der Erde.
Wieder einmal schafft es Ulrike Rauh den Leser mit ihren Reiseimpressionen in den Bann zu ziehen. Nach Reisen durch verschiedene Städte Italiens, zieht es sie nun nach Südamerika. Und sie hat sie eine Reiseziel auserwählt, das man nicht einfach so im Vorbeigehen bereist. Chile ist reich an Kulturgütern, die Bevölkerung ist unglaublich gastfreundlich und man findet hier noch jede Menge Überbleibsel deutscher Einwanderer. Nicht nur in den Städten, auch auf dem Lande findet man kleine Geschäfte, Farmen und Gaststätten, in denen Nachfahren deutsche Einwanderer eine Einnahmequelle gefunden haben. Ohne Deutschtümelei leben sie hier und freuen sie ab und zu vertraute Klänge vernehmen zu können.
„Faszination Chile“ ist das Buch, was man benötigt, um dieses Land zu verstehen und um die Lücken eines Reisebuches zu füllen.
Ulrike Rauh: Faszination Chile
Wiesenburg Verlag
132 Seiten, gebunden, mit 6 Bildern der Autorin, Euro 14,80
ISBN 978-3-942063-44-9












