(openPR) Konstanz, 28. September 2010 – Die Gentleware AG, Spezialist im Bereich der Software-Modellierung und automatisierten Softwareerstellung, kündigt eine neue Plattform namens Poseidon for DSLs an, mit der Softwareteams ihre eigenen Modellierungssprachen (Domain Specific Languages – DSLs) entwickeln können. Dies senkt die Schwelle zur Einführung von MDSD-Technologien (Model Driven Software Development) erheblich.
Wer bisher mit grafischen Modellierungssprachen die Produktivitätssteigerungen der modellgetriebenen Softwareentwicklung (MDSD) ausschöpfen wollte, war bei der Auswahl der Modellierungssprache auf standardisierte und weitverbreitete Sprachen wie die UML beschränkt, für die gute und günstige Werkzeuge wie Poseidon for UML bereits zur Verfügung standen. Doch um aus Modellen automatisch Softwarecode zu generieren, hat sich die UML als zu schwerfällig erwiesen. Damit der Ansatz der modellgetriebenen Softwareentwicklung sein Potential zur Steigerung der Produktivität entfalten kann, muss das Modell möglichst gut die Umstände einer Domäne ausdrücken können. Dies kann die UML nicht leisten. Zudem ist das UML-Metamodell mittlerweile ausgesprochen komplex geworden. Viel besser geeignet sind auf die Domäne maßgeschneiderte Modellierungssprachen, so genannte domänenspezifische Sprachen oder DSLs. Doch für diese fehlte bisher die Toolunterstützung.
Daher bringt der Software-Modellierungs-Spezialist Gentleware AG im Herbst 2010 eine neue Plattform auf den Markt, die das Erstellen von eigenen grafischen Modellierungssprachen - den DSLs - ermöglicht. Über ein eigenes Metamodell können individuelle Anforderungen an die Modellierungssprache umgesetzt und ein entsprechendes Werkzeug erzeugt werden. So können ganz gezielt die Zusammenhänge oder Abläufe einer Domäne wie z. B. die Abläufe innerhalb einer Vertrag-Kunde-Lieferanten-Beziehung dargestellt und für die automatische Softwareerstellung genutzt werden.
Firmengründer Prof. Dr. Marko Boger erläutert den Nutzen der Lösung wie folgt: „Endlich sind Entwicklungsteams frei in der Gestaltung ihrer grafischen Softwaremodellierung und können firmenspezifische Anforderungen einbinden und in bisher ungeahntem Maße von den Vorzügen der Softwaremodellierung profitieren. Mit Poseidon for DSLs können Entwickler innerhalb von wenigen Stunden oder Tagen ihre eigene DSL erstellen und zum Generieren von Softwarecode verwenden. Wir haben eine DSL für grafische Modellierungssprachen entwickelt, aus der wiederum die Werkzeuge für eine anwenderspezifische DSL generiert werden. Damit wird die Erstellung einer DSL zum Kinderspiel und die Schwelle zur Einführung von MDSD niedrig.“
Entwicklungsteams zählen ebenso zum Anwenderkreis dieser Innovation wie IT-Beratungsunternehmen, die damit entsprechende Tools für ihre Kunden bauen. In die Plattform sind die Erfahrungen aus über 10 Jahren Entwicklung von Modellierungswerkzeugen und automatisierter Softwareerzeugung eingeflossen. Sie basiert auf dem Eclipse Modeling Framework (EMF), wodurch die erstellten Modelle nahtlos für die Codegenerierung in Eclipse weiterverwendet werden können.
Poseidon for DSLs wird am 4. Oktober 2010 offiziell auf der MODELS 2010 Konferenz in Oslo vorgestellt, wo Prof. Dr. Boger einen Vortrag unter dem Titel „Developing a Graphical DSL in under 3 Hours“ halten wird: http://models2010.ifi.uio.no/tut-tab.shtml. Danach wird die neue Software online zur Verfügung stehen unter www.gentleware.com.
Das Produkt wird zum Download bereitgestellt und bietet ein interessantes Preismodell: Die Nutzung des DSL-Baukastens ist komplett kostenlos. Erst wenn die DSL vollständig entwickelt ist und der Modellierungsanwender seine erstellten Modelle abspeichern möchte, ist die Lizenzierung der Software notwendig. So kann man den Umgang mit dem neuen Tool zur Genüge testen, ohne vorab investieren zu müssen.







