(openPR) Mobilität im Wandel. Wie wird der Scooter des Jahres 2020 aussehen? Und vor allem: was wird er für einen Antrieb erhalten? Manchmal hilft bei der Frage nach der Zukunft ein Blick in die Vergangenheit. Wie hat man sich vor 20 Jahren den Roller der Zukunft vorgestellt und ist das dann so eingetroffen? Das Büchlein „Alles über Motorroller“ aus dem Motorbuch Verlag ist anfang der 1990er Jahre erschienen. In einer Zeit also, wo Variomatik und Fliehkraftkupplung gerade populär wurden, angetrieben von 2-Takt Motoren. Im Buch stellten sich die Autoren ebenfalls die Frage nach der Zukunftsvision. Eine Vorstellung war ein Dreiradroller, konstruiert vom Meersburger Konstrukteur Wolfgang Trautwein. Die Bilder ähneln verblüffend einem frühen Prototypen des mittlerweile erhältlichen PIAGGIO MP3.
Aber wie soll nun der Antrieb der Zukunft aussehen? Alles spricht von Elektro und man kann wohl davon ausgehen, dass in wenigen Jahren zumindest die meisten 50er Roller einen Elektromotor besitzen werden. Trendsetter und um Jahre voraus ist der chinesische Markt. Bereits 2006 wurden in China mehr elektro- als benzingetriebene Fahrzeuge verkauft. E-Scooter gelten in der Volksrepublik als Fahrräder.
Die Vorteile eines Elektroantriebs, besonders in der Stadt, liegen auf der Hand: geringer Lärm, keine Abgase vor Ort, hohe Effizienz. Knackpunkt sind die Batterien und das Thema Schnelladen. Aus Kostengründen haben die meisten aktuellen E-Scooter noch alte Blei-Gel Akkus. Die sind schwer und bieten mit ca. 100km eine überschaubare Reichweite. Die kommende Technologie sind Lithium-Ionen-Akkus, LiPo(lymer)- bzw. LiFePO4-Akkus. Die Verwendung dieser Akkumulatoren trägt zu einer Gewichtsreduzierung und einer höheren Reichweite bei. Nachteilig sind die deutlich höheren Anschaffungskosten, die eine wirtschaftliche Herstellung derzeit unmöglich machen. Eine Rekuperation, die Energierückgewinnung durch Umwandlung von kinetischer Energie aus Bergabfahrt und Bremsvorgang in Nutzenergie unter Ausnutzung der Massenträgheit des bewegten Fahrzeugs, kann die Reichweite des Elektrorollers pro aufgenommene Akkuladung spürbar erhöhen. Sie erfordert eine intelligente Energiemanagement-Regelung, die den Elektroantrieb nicht nur im motorischen, sondern auch im generatorischen Bereich steuert. Mikrocontroller mit Ein- bzw. Ausgabe-Schnittstelle und externem Fahrzeug-Geschwindigkeitssensor und Drehzahlmesser am Elektroantrieb sowie leistungselektronische Stellglieder werden dann erforderlich.
Die vielen technisch ungelösten Probleme spiegeln sich im begrenzten Angebot wider, das sich derzeit praktisch nur an Liebhaber wendet. Die meisten Hersteller kommen aus China, in Deutschland spielt die Fa. E-Max aus Oberhaching eine gewisse Rolle.
Aber auf der Anbieterseite scheint nun Wind in den Markt zu kommen. Und zwar nicht mehr nur von chinesischen Herstellern und ein paar europäischen Startups sondern von den grossen Autoherstellern. Gerade eben hat BMW mit MINI die Designstudie eines E-Scooters vorgestellt:
http://www.youtube.com/watch?v=vqDe94Y0Koo
Auch Mercedes wird auf dem Autosalon in Paris im Oktober einen E-Scooter unter der Marke SMART vorstellen.
Hoffentlich kommt der E-Scooter damit in naher Zukunft aus der Techniknische raus und rein in die Läden. Und wird bezahlbar und vielleicht auch zum Lifestyle-Objekt. Das Potential dazu hätte er. Hat der Roller ja seit 60 Jahren bewiesen.













