(openPR) Am 20. Oktober 1890 wurde das Oberlinkrankenhaus mit 45 Betten eröffnet. Der Verein Oberlinhaus hatte das Grundstück des heutigen ambulanten Reha Zentrums gekauft und die Baukosten getragen. Schnell wurde das Gebäude zu klein. 1896 wurde zusätzlich eine Infektionsbaracke für Patienten mit Scharlach, Diphterie und Typhus errichtet.
Prinzessin Eitel Friedrich von Preußen weihte am 2. Mai 1910 das Oberlinkreiskrankenhaus ein. Operationsräume, ein Röntgenapparat, Lichtbad, Heißdampfbad und eine Apotheke waren nur einige Innovationen im Oberlinkreiskrankenhaus. Der Verein Oberlinhaus stellte das Grundstück zur Verfügung und beschäftigte Schwestern, Ärzte und Beamte. Von 1929 bis 1993 wurde das Bezirkskrankenhaus Potsdam vom Landkreis Teltow verwaltet. Das Gebäude der heutigen Oberlinschule wurde bis 1983 als Bezirkskrankenhaus Potsdam genutzt.
Von Anfang an war die orthopädische Fachabteilung wichtig. Das 1894 errichtete Krüppelheim wurde zur orthopädischen Fachabteilung umgebaut: 16 Krankenzimmer, ein modernes Röntgenkabinett und ein Operationsraum. Im Jahr 1919 wurde Dr. Karl Stahlschmidt als Facharzt für orthopädische Chirurgie hauptamtlich vom Verein Oberlinhaus berufen.
Es fehlten Behandlungsmöglichkeiten für Körperbehinderte, so dass die vorhandene orthopädische Abteilung ausgebaut wurde. Am 15. September 1931 wurde ein viergeschossiger klinischer Pavillon mit Dachgarten und Terrassen als Orthopädisch-Chirurgische Klinik und gleichzeitig als Bettenhaus eröffnet. Ein moderner OP-Bereich, eine Röntgenpraxis und ein großer Turnsaal standen zur Verfügung. In dem 130-Betten-Haus wurden zunächst vor allem Kinder und Jugendliche behandelt, die auch in der Klinik unterrichtet wurden. Zwischen 1945 und 1948 verdreifachte sich die Anzahl an Operationen. 1948 gab es 305 Betten. Die Verweildauer in der Klinik zu dieser Zeit betrug allerdings im Schnitt 115 Tage. 1949 wurde in der Orthopädisch-Chirurgischen Klinik im Oberlinhaus eine poliklinische Ambulanz eröffnet. Dr. med. Sophie Schiele-Farber leitete bis 1957 die Klinik und widmete sich in der medizinischen Forschung besonders der Bekämpfung von Kinderlähmung und Tuberkulose. Ab 1980 wurde die Endoprothetik gezielt aufgebaut. Wurden im Jahr 1979 nur 16 künstliche Hüftgelenke (Hüftendoprothesen) eingesetzt, so waren es 1984 schon 186. In dieser Zeit hatte die Klinik 225 Betten.
In der Zeit von 1986 bis 1991 wurde der Bau eines neuen Operationstraktes in den Fünf-Jahres-Plan aufgenommen. Es bedurfte besonderer Anstrengungen, ein solch konfessionelles Bauvorhaben in der sozialistischen Planwirtschaft durchzusetzen. Der Grundstein für die Erweiterung wurde 1989 gelegt. 1995 war die Baumaßnahme abgeschlossen.
Schwierige Zeiten für die Kliniken brachen Anfang 1990 an: die Bettenauslastung sank auf 200, 1993 auf 150 und 1998 nur noch 130 Betten im Landeskrankenhausplan. Die weitere Existenz der Klinik war gefährdet. 1996 wurde die orthopädische Ambulanz geschlossen, über die viele Patienten in die Klinik überwiesen wurden. Ein Konzept zur weiteren Entwicklung der Orthopädischen Fachklinik wurde ab 2001 umgesetzt. Mit dem Aufbau der Wirbelsäulen- und Beckenchirurgie, der Eröffnung der ersten Tagesklinik im Land Brandenburg im Jahr 2001, Eröffnung der Abteilung Neuroorthopädie im Jahr 2005 und dem Bau eines neuen Bettenhauses 2007 wurden die Wege zur heutigen Oberlinklinik bereitet. „Heute arbeiten in der Oberlinklinik 250 Menschen. Rund 4.600 Operationen im Jahr werden in unserem 160 Betten-Haus von einem festangestellten Team mit großer Erfahrung und höchster Kompetenz durchgeführt. Das menschliche Miteinander stimmt, das spüren auch unsere Patienten.“, so Geschäftsführer Dr. med. Michael Hücker. „Wir freuen uns, eine 120-jährige Tradition weiterhin mit Leben zu erfüllen. Zum Wohl unserer Patienten haben wir in diesem Jahr die Station C saniert.“
Am Samstag, 25. September 2010 um 14.00 Uhr eröffnet Gesundheitsstaatssekretär Dr. Daniel Rühmkorf am Tag der offenen Tür die neu renovierte Station C in der Oberlinklinik feierlich. Neue Betten, neues Mobiliar, eine positiv anmutende Farbgestaltung, patientenindividuelle Fernseher sind nur einige Beispiele für die Modernisierung der Station C.







