(openPR) LEIPZIG. (Ceto) Der Rohölpreis hat im heutigen Tagesverlauf deutlich angezogen. Bis zum Nachmittag kletterten die Notierungen um nahezu einen Dollar. Demnach kostete das Barrel US-Leichtöl zu Redaktionsschluss fast 76 Dollar; Nordseeöl (Brent) wurde mit etwa 79 Dollar gehandelt. Der Durchbruch von Widerständen unterstützte den Auftrieb, indem er automatische Anschlusskäufe auslöste.
Die Entwicklungen stehen klar im Widerspruch zur fundamentalen Marktlage, die gerade in den USA von vollen Lägern und geringer Nachfrage geprägt ist. „Die Finanzszene wehrt sich gegen Verluste“, beschreibt ein Analyst die Situation.
Die Impulse, die aus der Wirtschaft kommen, sind widersprüchlicher Art und sprechen eher für eine Seitwärtsbewegung der Preise. Auf den Preis drückten die schlechter als erwarteten US-Arbeitsmarktdaten sowie leicht sinkende Aktienkurs ein Europa. Preissteigend hingegen wirkte ein leicht erholter amerikanischer Immobilienmarkt sowie die Stilllegung einer Raffinerie in New Jersey, die jeden Tag 238.000 Barrel Rohöl verarbeiten konnte und voraussichtlich erst im November wieder in Betrieb geht. Eine Explosion in einer Novoil-Raffinerie hingegen hat sich Berichten zufolge nicht auf die Produktionsmengen ausgewirkt und dürfte Spekulanten keinen Nährboden bieten. Weiterhin bleibt abzuwarten, wie sich das jüngste Tiefruckgebiet im Golf von Mexiko entwickelt und ob es möglicherweise zur Stilllegung von Produktionsstätten führt.
Auf dem hiesigen Heizölmarkt kompensierten Rohöl-Preisansteige von gestern Abend einen Teil der Abschläge von gestern. Der Erhebung von BRENNSTOFFSPIEGEL und mineralölrundschau zufolge wurden Aufschläge von 39 Cent pro 100-Liter-Partie (Gesamt: 3.000 Liter Heizöl EL) fällig. Sie kostet nun 67,46 Euro. Dieser Wert liegt noch unterhalb des Durchschnitts in Höhe von 68,06 Euro des bald endenden Monats September. Zum Vergleich: Der im bisherigen Jahresverlauf günstigste Heizölpreis beträgt 58,60 Euro, der höchste 72,29 Euro.
Die Entwicklung der einheimischen Heizöl-Endverbraucherpreise im Bundesdurchschnitt und in den einzelnen Bundesländern zeigen die Grafiken auf dem Energieportal www.brennstoffspiegel.de in der Rubrik Marktdaten. Regionale Abweichungen sind marktbedingt jederzeit möglich.
Frank Urbansky
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