(openPR) Die Statistik besagt, dass die Möglichkeit ein Kind mit einer in der Medizin abgekürzt als LKGS-Spalte bezeichneten Fehlbildung auf die Welt zubringen bei 1 zu 700 liegt. Bei der angeborenen Fehlbildung handelt es sich um eine unvollständige bzw. nicht gegebene Verwachsung von Gewebefortsätzen eben dieser Bereiche während der embryonalen Entwicklung. Die Folge ist, dass zwischen Kiefer und Lippe (in wenigen Fällen auch Gaumen) eine Lücke zurückbleibt. Forscher konnten nun erstmals einen Zusammenhang dieser Unregelmäßigkeit und einem bestimmten genetischen Faktor feststellen.
Das Chromoson 8 scheint ursächlich an der Entstehung der Lippen-Kiefer-Gaumenspalte beteiligt zu sein. So lautet das Fazit des Forschungsteams der Universität Bonn aus dem Fachbereich der Humanmedizin.
In der von dem Institut durchgeführten Studie wurde das Erbgut von 460 Personen, die eine Fehlbildung dieser Art hatten, detailliert untersucht.
Die Forscher verglichen in Sisyphos-Arbeit eine halbe Million so genannter „Genschnipsel“ des Erbguts und ließen diese abermals von einer weiteren Kontrollgruppe vergleichen.
Als Ergebnis präsentierten sie nun eine sich kontinuierlich wiederholende Auffälligkeit des Chromosoms 8, die bei den Betroffenen signifikant häufiger als bei Nicht-Betroffenen vorkam.
Ohne diese bestimmte genetische Variante auf diesem Chromosom könnte vermutlich die Wahrscheinlichkeit von 1 zu 700, dass ein Kind mit einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte auf die Welt kommt sehr deutlich verringert werden.
Auch für die Mütter betroffener Kinder wäre dies eine Erleichterung, da diese sich im Falle der Ausprägung dieser Fehlbildung häufig ein Leben lang die Frage nach der Schuld stellen.
„Natürlich wird es erst noch weitere Forschungen geben müssen“, so Gülseren Köksal, praktizierende Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgin in Berlin-Pankow, „aber eine gute Nachricht ist dies allemal.“
„Obwohl es in der MKG-Chirurgie durch die heutigen modernen Verfahren sehr gute bis hervorragende Ergebnisse in Sachen Korrektur erzielt werden, wäre es doch mehr als wünschenswert, wenn das Risiko der Entstehung dieser Unregelmäßigkeit ebenso verschwinden würde, wie es das zum Glück nicht mehr gebräuchliche und verunglimpfende Wort `Hasenscharte`bereits vorgemacht hat“, so Gülseren Köksal mit ihrem Fazit.








