(openPR) Wege in die Zukunft – das sind die neuen „strategischen Korridore“ des Humantechnologie-Clusters. Die Steiermark ist international etabliert als Standort höchst entwickelter Ingenieurs- und Biowissenschaften. Darauf aufbauend haben die Unternehmen und Organisationen des Humantechnologie-Clusters drei „strategische Korridore“ in die Zukunft entwickelt: „Pharmazeutische Verfahrens-, Prozess- und Produktionstechnologie“, „Biomedizinische Sensortechnologie & Biomechanik“ sowie „Biobank & Biomarkertechnologie“. Welche Chancen sich daraus für die Branche am Standort Steiermark eröffnen, wird im Rahmen der am 23.9. 2010 in Graz stattfindenden Zukunftskonferenz 2010 präsentiert und diskutiert.
„Die Steiermark hat einen großen Vorteil: Es gibt sowohl erstklassige Unternehmen als auch fünf Universitäten, zwei Fachhochschulen und weitere Ausbildungs- und Forschungsstätten für die Humantechnologie – also die Bereiche Life Sciences, Medizin, Medizintechnik, Pharma und Biotechnologie. Eine Kombination, die auch europaweit nur sehr selten zu finden ist“, wie Dr. Robert Gfrerer, Geschäftsführer des Humantechnologie-Clusters, über die Ausgangssituation der Clusterinitiative in den Anfangszeiten der Jahre 2004 und 2005 erzählt. „In den folgenden Jahren ist es uns gelungen, das große Potenzial an Unternehmen sowie das Potenzial und Know-how der besten Forscher und Entwickler zu bündeln und durch die Entwicklung von Leitprojekten auch international bekannt zu machen“, erzählt Gfrerer über die ersten sechs Clusterjahre. Mittlerweile gilt die Steiermark europa- und weltweit als „Hotspot im Humantech-Engineering“.
Wegmarken für 2010 bis 2015
„Nun war es an der Zeit, gemeinsam mit unseren Clustermitgliedern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik neue Wegmarken für die Zeit bis 2015 zu entwickeln“, erzählt Clusterchef Gfrerer. Gleichsam aus der Hubschrauberperspektive wurde die Landschaft erkundet und darauf aufbauend eine Landkarte entwickelt für die Reise ans Ziel 2015. Die drei Hauptrouten – oder auch „strategische Korridore“ – für den steirischen Cluster sind:
• Pharmaceutical engineering and production processes
• Advanced biomedical sensor technologies & biomechanics
• Biobanking & biomarker technologies
Die Zukunftsthemen
In allen drei strategischen Korridoren werden Zukunftsthemen am Horizont sichtbar. Im Bereich der „Pharmazeutischen Verfahrens-, Prozess- und Produktionstechnologie“ sind das Themen wie die „personalisierte Medikation“ für eine „alternde Gesellschaft“. Im Korridor „Biomedizinische Sensortechnologie & Biomechanik“ geht es bspw. um das Thema des „Near Patient Testing“ sowie um das „Monitoring von Intensivpatienten“. Und im dritten strategischen Korridor „Biobank & Biomarkertechnologie“ geht es um Fortschritte hin zu einer „personalisierten Medizin“. So könnten etwa durch die Identifizierung krankheitsspezifischer Biomarker Volkskrankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf- und Lebererkrankungen schneller und spezifischer behandelt werden.
All diese Themenfelder werden im Rahmen der am 23. September 2010 im Grazer Veranstaltungszentrum „Seifenfabrik“ stattfindenden Zukunftskonferenz unter dem Titel „Next generation“ von nationalen und internationalen ExpertInnen präsentiert.
In drei Parallel-Sessions haben die Unternehmen wie die wissenschaftliche Community die Möglichkeit, die eigenen Tätigkeiten in Bezug auf die „strategischen Korridore“ vorzustellen und mögliche Kooperationen auszuloten. Das vollständige Programm mit allen Vortragenden: http://www.humantechnology.at/Zukunftskonferenz2010/index.htm
Internationale Perspektive durch regionale Stärke – Stimmen der Beteiligten
Der steirische Wirtschaftslandesrat Dr. Christian Buchmann http://www.wirtschaft.steiermark.at/ betont, dass für den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Steiermark in den letzten Jahren gerade im Stärkefeld Humantechnologie viel erreicht wurde. Dieser Erfolg hat auch zur höchsten regionalen Forschungs- und Entwicklungsquote Österreichs beigetragen. Mit 4,3% F&E-Quote ist die Steiermark Vizeeuropameister. „Die Humantechnologie wächst in der Steiermark seit Jahren kontinuierlich und hat sich – mit Leuchtturmprojekten wie dem RCPE, der Biobank oder dem ACIB – zu einem wesentlichen Stärkefeld entwickelt. Internationale Pharmakonzerne haben die Steiermark nun auf ihrem Radar und denken über Betriebsansiedlungen nach. Das schafft Arbeitsplätze und sichert nachhaltig Wertschöpfung für den Standort. Die Herausforderung liegt in Zukunft darin, vermehrt kleine und mittlere Unternehmen für den Faktor Innovation zu gewinnen“, so Buchmann.
„Für uns als Gründungsgesellschafter des Clusters und Teil eines internationalen Konzerns ist es wichtig, dass der Standort Graz auch international wahrgenommen wird“, erklärt der Geschäftsführer der Roche Diagnostics Graz GmbH http://www.roche.at , DI Ulrich Kanter. „Die ‚strategischen Korridore’, die wir gemeinsam mit den wichtigsten Cluster-Stakeholdern erarbeitet haben, sorgen für eine klare internationale Positionierung.“ Kanter betont, dass für Roche Diagnostics besonders der Korridor „Advanced biomedical sensor technologies & biomechanics“ von Bedeutung ist. „Der Korridor advanced biomedical sensors deckt sich perfekt mit unseren Kernkompetenzen am Standort Graz. Wir hoffen, dass durch diese klare Positionierung auch andere Firmen Graz als Sensor-Kompetenz-Zentrum wahrnehmen und sich dadurch in weiterer Folge hier ansiedeln.“
Kanter weiter: „Mittelfristig könnte das dazu führen, dass wir Kooperationspartner und qualifizierte Arbeitskräfte in diesem wichtigen Themengebiet nicht mehr im Ausland suchen müssten, sondern direkt vor unserer Tür finden. Aktuell arbeiten wir bereits seit Gründung des Kompetenzzentrums für Biomedical engineering eng mit dem RCPE zusammen, um temperaturstabilere Enzyme zu entwickeln, die in neuen Sensorgenerationen zum Einsatz kommen könnten.“
Für den Geschäftsführer der Zeta Holding GmbH http://www.zeta.com , DI Alexander Rinderhofer, ist besonders der Korridor „Pharmaceutical engineering and production processes“ von Interesse. „Unser wichtigstes strategisches Ziel ist es, unseren Kunden in Pharma und Biotechnologie perfekt konfektioniertes Prozessequipment in kürzest möglicher Zeit bei gleichzeitig höchster Entwicklungsflexibilität, Betriebskosteneffizienz, Produktivität und funktionaler Sicherheit zur Verfügung zu stellen. Als Schlüsselelement zur Erfüllung dieser Ansprüche haben wir das Kompetenzfeld ‚Prozess-Simulation’ identifiziert, das wir derzeit in enger Zusammenarbeit mit dem RCPE http://www.rcpe.at in unserem Unternehmen integrieren.“
Rinderhofer weiter zur Zusammenarbeit mit dem Research Center Pharmaceutical Engineering RCPE: „Mit Prozess-Simulation ermöglichen wir unseren Kunden bereits in der Konzeptphase neu zu entwickelnder Herstellverfahren wesentliche Verfahrensschritte und deren Wirkprinzipien zu visualisieren, kritische Verfahrensparameter zu identifizieren oder Prozess-Schritte durch Parameterstudien zu optimieren, um nach Investition in die Herstelltechnologie höchst mögliche Wirtschaftlichkeit, Produkt- und Produktionssicherheit zu generieren. Ein aktuelles Projekt befasst sich z.B. mit dem Einfluss von Einfrierprozessen auf Proteinlösungen in einem von Zeta entwickelten Tieftemperaturbehälter für die pharmazeutische Industrie.“
Clusterchef Robert Gfrerer spricht eine konkrete Einladung aus: „Wir laden alle interessierten Unternehmen und Forschergruppen ein, sich einzuklinken in spannende Projekte aus allen drei Zukunftsfeldern – oder selbst Themen vorzuschlagen und daraus Kooperationen zu entwickeln. Die Forschungs- und Entwicklungsperspektive der Zukunft ist immer international, verankert allerdings in starken regionalen Standorten.“
Das komplette Programm der Zukunftskonferenz am 23. September 2010 online unter:
http://www.humantechnology.at/Zukunftskonferenz2010/index.htm
Bilder online unter:
http://www.humantechnology.at/html/presse_presseinfos_Zukunftskonferenz2010.htm
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