(openPR) Müllendorf, 14. September 2010 – Ab sofort präsentiert sich Österreich noch stärker als Vorzeigeland für PET-Recycling: Die PET to PET Recycling– eine der modernsten PET-Aufbereitungsanlagen Europas – in Müllendorf wird ausgebaut und stellt die gesamte Produktion auf die Herstellung von lebensmitteltauglichem PET-Material um. Ein wichtiger Schritt, um der gesteigerten Nachfrage nach PET-Recyclat zu begegnen.
Rund 2,56 Mio. Euro wurden über den Sommer 2010 in den Ausbau der PET to PET Recycling Österreich GmbH investiert. Durch die neuinstallierte Granulierungsanlage kann nun das gesamte PET-Material – jährlich 20.000 Tonnen PET-Flaschen – zur Herstellung von qualitativ hochwertigstem Ausgangsmaterial für neue Getränkeflaschen in der österreichischen Getränkeindustrie verwendet werden.
Bis zu 570 Mio. PET-Flaschen können zukünftig bei der PET to PET Recycling Österreich GmbH pro Jahr zu lebensmitteltauglichem PET-Recyclat verarbeitet werden. Bisher wurde durch die höhere Waschanlagenleistung ein kleinerer Teilstrom auf einem geringeren Qualitätsniveau erzeugt und für andere Recyclinganwendungen zur Verfügung gestellt. Mit der Erweiterung um eine Granulierungsanlage kann nunmehr die gesamte Inputmenge von 20.000 Tonnen der Aufbereitung auf das höchste Qualitätsniveau – nämlich der Lebensmittelverpackung – zugeführt werden.
Impuls für Wirtschaft, Region und die Sammelmoral der ÖsterreicherInnen
Mit der Installation und Inbetriebnahme der neuen Anlage haben die Eigentümer der PET to PET Recycling– Coca-Cola Hellenic Österreich, Radlberger Getränke, Rauch Fruchtsäfte, Spitz und Vöslauer – die Firma Starlinger & Co GmbH aus Weissenbach in Niederösterreich beauftragt. Bereits 2006 wurden von den fünf führenden österreichischen Getränkeherstellern 16,2 Mio. Euro in die Errichtung des Standortes investiert; die aktuelle Erweiterung ist ein klares Bekenntnis zum PET-Recycling. Christian Strasser, Geschäftsführer PET to PET Recycling, erklärt: „Mit der neuen Granulierungsanlage kann nun ein Regranulat hergestellt werden, das annähernd an Neuwarenqualität herankommt. Dieses ‚Up-Cycling’ des alten PET-Materials ist ein weiterer Schritt zur Erhöhung des Recyclat-Anteils, der derzeit durchschnittlich 30 Prozent beträgt – unter Ausnützung der Vorteile beider Recyclat-Typen, also Flakes und Granulat.“
Bottle-to-Bottle Recycling ist ein in Österreich bestens eingeführtes und funktionierendes System zur PET-Wiederverwendung. Durch das faire Verteilungsschema, welches die Recyclat-Menge für die Getränkehersteller direkt über die Menge deren Inverkehrsetzung reguliert, sind Transparenz und perfekte Steuerungsmöglichkeiten gegeben. ARA Vorstand Ing. Werner Knausz: „Als Markt- und Innovationsführer investieren wir laufend in die Optimierung der Sammelsysteme und setzen auch auf die technologisch fortschrittlichsten Verwertungsmöglichkeiten für die gesammelten Verpackungen. Im Getränkeflaschenbereich war es uns daher sehr wichtig, dass aus den gesammelten PET-Getränkeflaschen wieder neue Getränkeflaschen hergestellt werden. Die PET to PET Recycling Anlage in Müllendorf ist daher ein ganz wichtiger Schritt um diesen Verpackungskreislauf sinnvoll zu schließen“, sagt Ing. Werner Knausz, Vorstand der ARA Altstoff Recycling Austria AG, Österreichs führendem Sammel- und Verwertungssystem für Verpackungen. Knausz spricht aber auch den ÖsterreicherInnen ein großes Lob für deren Sammeleifer aus: „Herr und Frau Österreicher sind und bleiben Recyclingmeister: Mittlerweile landen acht von zehn PET-Flaschen in der getrennten Sammlung.“ Zusammen mit ihren Partnern, wie der PET to PET Recycling Österreich GmbH, sorgt die ARA dann dafür, dass fünf davon wieder für Getränkeflaschen oder Lebensmittelverpackungen eingesetzt werden.
Wichtig zu wissen: Granulat oder Flakes, wo ist der Unterschied?
Die neue Granulierungsanlage der Firma Starlinger ist – so wie auch das in Müllendorf bereits eingesetzte URRC Verfahren für die Herstellung von lebensmitteltauglichen PET-Flakes – eines der hochwertigsten und technologisch fortschrittlichsten Aufbereitungsverfahren. Einzigartig ist vor allem die Kombination der beiden Verfahren, wie sie nunmehr bei PET to PET Recycling in Müllendorf praktiziert wird: Die im URRC-Verfahren energie- und materialschonend gereinigten PET-Flakes sind durch ihre Farbeigenschaften und Reinheit bereits auf höchstem Qualitätsniveau. Allerdings ist der Einsatz in neuen Getränkeflaschen durch die unterschiedliche Form verarbeitungstechnisch auf dem derzeitigen Niveau begrenzt.
Die Herstellung des Recyclates in der neuen Granulierungsanlage recoSTAR PET erfolgt in folgender Weise: Die gewaschenen Flakes werden zuerst getrocknet, dann aufgeschmolzen, über ein feines Sieb gefiltert, durch eine Düsenplatte gepresst und schließlich unter Wasser gekühlt und kugelig geschnitten. Anschließend wird das Granulat kristallisiert und in der SSP (Solid State Polykondensation) tiefengereinigt. Die mechanischen Eigenschaften werden verbessert, das recyclierte PET-Granulat hat nun nahezu die Eigenschaften von Neumaterial. Die künftige, gemeinsame Verarbeitung dieser beiden Recyclat-Formen verbindet die Vorteile höchster Reinheit und Farbqualität mit optimalen Verarbeitungsbedingungen – im Sinn einer weiteren Steigerung des Recyclat-Einsatzes in der PET-Getränkeflasche. Dies ist ein weiterer wichtiger Schritt zur Verbesserung des Bottle-to-Bottle Wertstoffkreislaufs.
Steigerung der Leistungsfähigkeit
Durch den Ausbau der Produktionsanlage der PET to PET Recycling Österreich GmbH zur vollständigen Aufarbeitung der gebrauchten PET-Flaschen für die Wiederverwendung in Lebensmittelverpackungen ab September 2010 können weitere ca. 7.000 Tonnen zu lebensmitteltauglichem PET-Recyclat aufgearbeitet werden, welches bisher nur im non-food Bereich verwendet werden konnte.
Weitere Informationen: www.pet2pet.at






