KG "Saesemer Quesche" e.V.
Daniel Hilt 1. Vorsitzender
Vorm Arheckengarten 6
56237 Sessenbach
Tel. 02601/611283
e-Mail:
www.saesemerquesche.info
Über das Unternehmen
Obgleich sich die Sessenbacher, ihre Kinder und Jugendlichen in vielfältiger Art und Weise in kulturellen, sportlichen
oder musikalischen Vereinstätigkeiten verwirklichen können, fehlte es doch nach der Auflösung der alten
Kirmesgesellschaft an einer Plattform im Ort, auf Grundlage derer sich die Jugend aus eigenem Antrieb und für
gemeinsame Ziele engagieren konnte.
Bereits um die Jahrtausendwende beschlich einige Seniorinnen und Senioren das Gefühl, ihre alten, ortsüblichen
Bräuche könnten ohne entsprechende Pflege unwiederbringlich in Vergessenheit geraten. In der Folge versuchten
sie ihre Kinder und vor allem ihre Enkel dazu zu motivieren, ihre alten Traditionen, insbesondere die Kirmesbräuche,
zu reaktivieren.
Nach zwei Jahren des guten Zuredens, lud der Gemeinderat die Dorfjugend im Frühjahr 2004 zu einer Versammlung
in das Klassenzimmer der Alten Schule ein. Nach regem Gedankenaustausch erklärten sich die ca.15 erschienenen
interessierten Jugendlichen und jungen Erwachsenen dazu bereit, eine Interessengruppe aufzubauen
und zu pflegen. Es sollte eine Brücke geschlagen werden, zwischen der Möglichkeit eigene Interessen mit
Gleichaltrigen zu verfolgen und der Pflege Sessenbacher Brauchtümer. In der Tradition neckischer Rivalität (Gezänk)
mit angrenzenden kleineren Sessenbacher Ortsteilen (altern: …Riv. der umliegenden Ortschaften untereinander..),
gab sich die Gruppe bereits an jenem Abend den Namen Kirmesgesellschaft "Säsemer Quesche". Ihr
Aufbau wurden den zum Teil bereits mit Jugendarbeit in der Pfarrgemeinde erfahrenen jungen Erwachsenen
Stephan Fahl, Jan-Philipp Freisberg, Peter Hillesheim und Sindy Kleudgen anvertraut.
Bereits zur anstehenden Kirmes im selben Jahr verdoppelte sich die Größe der Gruppe auf nunmehr 35 Mitglieder. Neben der Mitgestaltung des Gottesdienstes am Kirchweihfest verlegten die "Quesche" ihr Hauptaugenmerk
auf die Ausübung alter Kirmestraditionen. Die Seniorinnen und Senioren führten den Verein mit ihren
Geschichten und Erfahrungen zum erfolgreichen Gelingen des ersten Festes. Seitdem wird zu jeder Kirmes in
kleineren Gruppen ein Kirmesmann in Form einer bekleideten Strohpuppe gebastelt, der Kirmesbaum geschält, in
Zusammenarbeit mit den Seniorinnen in fröhlicher Handarbeit die Eierglocke erstellt, das Prozedere der Kirmesbeerdigung
sowie des Eierbackens vorbereitet und die Kuchentheke organisiert.
Heute sieht der Ablauf vor, dass der geschälte und von der Feuerwehr aufgestellte Kirmesbaum mit einer durch
blaue und gelbe Bänder geschmückten Birkenkrone versehen wird. Der Kirmesmann thront mit dem Aufstellen
Am Kirmesfreitag angebunden auf einem Stuhl auf dem Galgen der Eierglocke und wacht über die Kirmes. Nach
dem Fassanstich unter dem Baum wird seit einigen Jahren der Abend im Landhotel Wolf-Mertes gefeiert, die
Straßenkirmes bleibt dann geschlossen. Nachdem die Eierglocke während des Kirmesgottesdienstes gesegnet
wurde, wird sie von kräftigen Kerlen der Kirmesgesellschaft durch das Dorf zum Kirmesbaum getragen. Die Seniorinnen
und Senioren folgen ihr in ihrer original Westerwälder Tracht von der Gemeinde und dem Blasorchester
Haiderbach begleitet. Mitsamt dem noch neuen Sessenbacher Wappen wird die Eierglocke nun vorsichtig am
Galgen hinaufgezogen und sicher befestigt. Nach den Grußworten des Bürgermeisters und des Vorsitzenden der
Kirmesgesellschaft gilt die Kirmes mit dem ersten Tanz in Begleitung der Kapelle unter dem Baum als eröffnet.
Die Kirmesgesellschaft pflegt dabei zusätzlich, die Kirmes einer Flasche Schnaps aus dem Vorjahr zu eröffnen.
Von Beginn an unterstützen die Quesche die Freiwillige Feuerwehr in guter Zusammenarbeit bei der Verpflegung
der Kirmesgäste, im Jahr 2009 hat die Kirmesgesellschaft zudem die Verantwortung für die Sektbar übernommen.
Sonntags und montags wird den Gästen eine reichhaltige Kuchentheke angeboten, die die Kirmesgesellschaft
aus freundlichen Spenden zusammenstellt. Entgegen der alten Tradition die Kirmes eine Woche nach dem
Kirchweihfest zu beenden, wird die Kirmes heute bereits direkt am Kirmesmontag beerdigt. Der Kirmesmann wird
dazu wieder aus der Höhe geborgen und in einem Handwagen durch die Straßen chauffiert. Die Kirmesgesellschaft
bittet die Gemeinde indes um weitere Sach- und Geldspenden, vornehmlich aber um Eier und Speck. Am
frühen Abend wird für die Gäste meist unter freiem Himmel in großen Pfannen Rührei mit Speck zubereitet. Im
direkten Anschluss wird der gute Trink- und Feierfreund der Kirmesgesellschaft auf seinem letzten Weg begleitet.
In einer kurzen Prozession mit eigener Liturgie durch das Dorf, das der Kirmesmann bis vor ein paar Stunden
noch von oben betrachten durfte, gelangt er nun zu seiner vorletzten Ruhestätte. Auf dem Schulhof wird der
Freund, aus dem der Überlieferung nach zwischenzeitlich das Kirmesekel wurde, nun den Flammen preisgegeben,
während die Kirmesgesellschaft und die anteilnehmende Gemeinde laut klagend um ihn trauert. Nach einigen
kurzen Worten des Dankes durch den ersten Vorsitzenden der Kirmesgesellschaft endet das Programm und
das Fest klingt in den nächsten Stunden aus. Ein Teil der Asche wird nun unter dem Kirmesbaum der Erde übergeben,
ein anderer aufbewahrt um dem Kirmesmann des folgenden Jahres einen Teil seines Vorgängers einzupflanzen.
Von den zwischenzeitlich mehr als vierzig Mitgliedern ist zwischenzeitlich durch Interessenmangel, Lehre, Ausbildung
und Studium ein Rumpf von etwa 20 aktiven Mitgliedern übrig geblieben. Doch auch die kleinere Gruppe
konnte sich im Laufe der kurzen Zeit dergestalt in das Sessenbacher Vereinsleben integrieren, dass in bisher
unregelmäßigen Abständen eine Veranstaltung im Oktoberfestzelt realisiert werden konnte. Die Kirmesgesellschaft
verfolgt dabei das Ziel, eine Abendveranstaltung mit besonderem Fokus auf Jugendliche und junge Erwachsene
sowie andere Vereine und deren Jugend durchzuführen. So wurde im Jahr 2004 eine Beat-Party und
in 2006 eine Oktoberfest Warm-Up Party mit Live Musik und einem Wettkampf in fünf Spieldisziplinen veranstaltet.
Im Jahr 2009 bot die Kirmesgesellschaft jungen Nachwuchs-DJs eine Plattform und die Möglichkeit den
Abend mit einem Profi der Musikszene gemeinsam zu gestalten. Im Vorfeld dieser Veranstaltung entschied sich
die Mitglieder den Verein auf solide Füße zu stellen und gründeten im September 2009 den Verein Kirmesgesellschaft
"Säsemer Quesche" e.V.. Dem neuen Vorstand gehören nun Daniel Hilt als 1. Vorsitzender, Marcus Gelhard
als Kassierer und Sindy Kleudgen als Schriftführerin an.
Jenseits des arbeitsintensiven Jahresprogrammes pflegen die "Säsemer Quesche" auch ihren geselligen Umgang,
der vornehmlich durch Spenden und dem Erlös der Veranstaltungen finanziert wird. So werden nach Möglichkeit
die Veranstaltungen der Kirmesgesellschaften umliegender Dörfer besucht. Die eigenen hellblauen TShirts
boten dabei stets einen hohen Wiedererkennungswert. Sportlich betätigten sich die Mitglieder bereits
zweimal beim Besuch des Kletterwaldes in Sayn, der anschließend mit gemütlichem Grillen in Sessenbach beendet
wurde. Weitere Ausflüge sind in Planung und werden in jedem Jahr nach gemeinsamer Absprache organisiert
und durchgeführt.