(openPR) „Eine Art ewiger Geheimtipp der Literaturgeschichte“ wurde Leo Perutz einmal von der ZEIT genannt. Der österreichische Schriftsteller, der 1882 in Prag geboren wurde und später in Wien lebte, galt in den 20er Jahren als einer der besten Erzähler seiner Zeit. Seine spannungsgeladenen Kriminalromane sind eigentlich Psychothriller, denen häufig etwas Phantastisches anhaftet. Seine Helden bewegen sich in einer etwas schaurigen Atmosphäre, während sie versuchen, ihrem Schicksal zu trotzen. Was dabei Wirklichkeit und was Illusion ist, das darf der Leser manchmal für sich entscheiden. Perutz’ Erzählstil wurde mit dem von Kafka, Poe und Umberto Eco verglichen. Er soll Hitchcock inspiriert haben und wurde von Zeitgenossen wie Tucholsky und Brecht bewundert.
Die Wiener Kaffeehäuser mit ihrem regen kulturellen Leben waren Leo Perutz’ Zuhause. Doch als die Nationalsozialisten seine Werke verboten, musste der Jude Perutz nach Palästina emigrieren. Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte er, wie viele andere, an seine Erfolge nicht mehr anknüpfen. Er starb 1957 fast vergessen in Bad Ischl. Erst Jahrzehnte später wurden seine Romane und Erzählungen wieder aufgelegt. In den letzten Jahren erfuhr der Schriftsteller ein erfreuliches Comeback. So wird im September 2010 in Wien erstmals der Leo-Perutz-Preis für österreichische Kriminalliteratur verliehen.
Sonja Szylowicki ist Schauspielerin, Sprecherin und Autorin. Ihre Stimme ist regelmäßig im NDR sowie auf Hörbüchern, in Dokumentarfilmen und in Werbespots zu hören. Sie spielte Theater in Wittenberg, Aachen, Detmold und Düsseldorf und schreibt Drehbücher und Radiofeatures. Am 12. 10 2010 liest sie im „Café Mathilde“ Auszüge aus Leo Perutz’ Werken.
Abendkasse EUR 4,- / Fördermitglieder EUR 3,- / VVK im Café in der Bogenstraße und www.mathilde-hh.de












