(openPR) Frankfurt, 23. August 2010 – Vergangenes Wochenende rollte endlich wieder der Ball: Mit dem Spiel des Titelverteidigers Bayern München gegen den Vorjahresmeister VfL Wolfsburg ging die Fussball-Bundesliga in ihre 48. Saison. Sechs Wochen nach dem WM-Finale in Johannesburg fieberten die Fans dem Saisonstart der mit Abstand populärsten deutschen Sportart entgegen. Wer wird Meister? Wer steigt ab? Welche Teams qualifizieren sich für das internationale Ge-schäft? Die Bundesliga-Stadien werden auch diesmal wieder gut ge-füllt sein. Doch was sich hinter den schmucken Fassaden versteckt, wissen nur die wenigsten: Allein die sanitäre Versorgung zehntau-sender Zuschauer ist eine gewaltige Herausforderung an die techni-sche Ausstattung moderner Fußball-Arenen, wie die VDMA-Initiative Blue Responsibility betont.
Fußballverbände setzen Standards
Die Stadien gehören zu den modernsten in Europa und dienen weltweit als Vorbilder für den Stadionbau. Bei ihrer Errichtung respektive ihrem Umbau als WM-Stätte wurden die von den internationalen Fußballverbänden vor-gegebenen Rahmenbedingungen wie das Umweltprogramm Green GoalÒ des Fußball-Weltverbands FIFA, welches seit einigen Jahren bestimmte ökologische Mindestanforderungen für WM-Stadien erhebt, ebenso be-rücksichtigt wie die technischen Standards in den Lizenzierungsbedingun-gen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und der Deutschen Fußball Liga (DFL). Ein umfangreiches Regelwerk also, das die Qualität der Stadien in puncto technischer Ausstattung sicherstellt – nicht zuletzt im Bereich der Sanitärtechnik.
215.000 Vollbäder bis zur deutschen Meisterschaft
Im Rahmen einer Großveranstaltung fließen enorme Wassermengen durch die Leitungen einer Fußball-Arena. So betrug der gesamte Wasserbedarf der Stadien während der letzten Bundesliga-Saison circa 33 Millionen Liter. „Dies entspricht dem Inhalt von rund 215.000 Vollbädern“, wie Sanitärex-perte Wolfgang Burchard, einer der Sprecher der Initiative Blue Responsibi-lity, erläutert. So wird allein an einem Bundesliga-Wochenende mit einem durchschnittlichen Gesamtbesuch von rund 380.000 Zuschauern in den neun Stadien knapp eine Million Liter Wasser verbraucht. Damit lassen sich 25 große Tanklastzüge füllen.
Kilometerlange Rohrnetze für die Versorgung
Um jeden Bereich eines Stadions mit der nötigen Wassermenge zu versor-gen ist deshalb ein weitverzweigtes Netz von Trinkwasserleitungen vonnö-ten. „Allein im Bauch des Münchener Fußball-Tempels versteckt sich ein Rohrnetz aus Edelstahl mit einer Gesamtlänge von rund 8.000 Metern“, weiß Dirk Gellisch, Vertreter der Initiative Blue Responsibility. Dabei sind Langlebigkeit, Hochwertigkeit und Hygieneerhalt bei gleichzeitig wirtschaft-licher Verarbeitung die wichtigsten Aspekte in der Planung der technischen Gebäudeausstattung.
Spitzenverbrauch als besondere Herausforderung
Elementare Aufgaben für Architekten und Ingenieure sind vor allem die effiziente Steuerung des Wassereinsatzes sowie die Sicherung der Trink-wasserqualität. Insbesondere die hohe Spitzenlast vor und nach dem Spiel sowie in der Halbzeitpause gilt es zu bewältigen, ohne dabei die Dimensio-nen der Trinkwasserinstallationen zu groß auszulegen. Die deutsche Sani-tärindustrie schafft hier durch den Einsatz von elektronisch gesteuerten Wassermanagementsystemen gezielt Abhilfe. Diese reduzieren nicht nur automatisch die Fließzeit des Wassers und verringern so die durchlaufende Wassermenge, sondern lösen auch regelmäßige Hygienespülungen aus, welche die Sauberkeit des Wassers garantieren. Möglich wird dies durch Elektronikmodule, die über standardisierte Datentechnologie kommunizie-ren.
Grauwasser senkt den Verbrauch von Waschbecken und Toiletten
Sanitäre Einrichtungen verbrauchen neben der Spielfeldbewässerung den Löwenanteil des Wassers in einem Fußballstadion. So verschlingt allein die Nutzung von Waschbecken und Toiletten in einer Arena mit 50.000 Plätzen im Jahr etwa 6.000 Kubikmeter des blauen Goldes. Das entspricht umge-rechnet der Wassermenge von drei olympischen Schwimmstadien. Die Verwendung moderner Spülsysteme sowie die Nutzung von Regen- und Grauwasser stellen hier nachhaltige und umweltfreundliche Alternativen dar, die zu einer verbesserten Verbrauchsbilanz beitragen können. Vor allem das aus gering verschmutztem Abwasser (Grauwasser) gewonnene Brauchwasser wird in den Sanitärräumen moderner Fußball-Arenen inzwi-schen mehr und mehr verwendet.
Sanitärräume trotzen Vandalismus – Qualität hilft!
Sanitärobjekte sind in einem Stadion stets besonderen Belastungen aus-gesetzt: eine hohe Nutzungsfrequenz und potentielle Sachbeschädigung stellen höchste Anforderungen an das Material. Größten Wert legt die deutsche Sanitärindustrie deshalb neben der Reinigungsfreundlichkeit auf die Stabilität der verwendeten Werkstoffe. Insbesondere neue Verbund- und Mineralwerkstoffe sowie spezielle Beschichtungen leisten hier wertvol-le Dienste: Sie sind nicht nur leicht einzubauen und zu pflegen sondern gleichzeitig auch robust – wichtige Eigenschaften für den Einsatz in einem Fußballstadion. Doch die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass die Ausstattung mit hochwertigen Urinalen, Toiletten und Waschti-schen auch die Sachbeschädigung in den Sanitärräumen der Stadien im-mer weiter abnimmt. So hat beispielsweise das Stadion-Management in Gelsenkirchen seit 2001 nur eine Handvoll Sanitärobjekte ersetzen müs-sen. Ein Ergebnis, dass auch die deutsche Sanitärindustrie zu den Cham-pions zählen lässt!









