(openPR) LEIPZIG. (Ceto) Der Rohölpreis hat sich heute auf niedrigem Niveau gefestigt. Bis zum Nachmittag schwankten die Notierungen unter leichten Ausschlägen seitwärts; US-Leichtöl liegt rund bei 74,30 Dollar. Dabei wurden die Kontrakte am Morgen aufgrund des neuen Frontmonats Oktober noch rund einen halben Dollar höher als am Freitag gehandelt. Am Ende der letzten Woche hatte der Ölpreis deutliche Verluste verzeichnet.
Die fundamentale Lage – enorme Vorräte stehen einer weitaus geringeren Nachfrage gegenüber – ist unverändert. Auch sprechen die Wirtschaftsdaten der letzten Woche für alles andere als eine Nachfragebelebung. Leicht stabilisierend wirkten sich heute allerdings einige Wirtschaftsdaten aus der Eurozone aus.
Belastend ist allerdings, dass China – in den vergangenen Monaten ein Garant für steigende Ölnachfrage – seinen Bedarf gedrosselt hat. Eugen Weinberg, Rohstoff-Analyst der Commerzbank, bezeichnete die Entwicklung im Reich der Mitte als „sehr enttäuschend“. Des Weiteren sei auch in den kommenden Monaten kaum mit einer Besserung zu rechnen. Weinberg schließt nicht aus, dass der Ölpreis bis zum Jahresende auf 70 Dollar je Barrel sinkt. Damit steht seine Prognose im Gegensatz zu denen weiterer Ökonomen, die von der Nachrichtenagentur Dow Jones befragt wurden. So rechnen sowohl die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) als auch die Nord/LB mit höheren Preisen. Aus Sicht der der LBBW seien auf Sicht von zwölf Monaten Ölpreise um die 85 Dollar wahrscheinlich. Bei der Nord/LB hingegen kalkuliert man für das kommende Jahr mit einem durchschnittlichen Ölpreis von 91 US-Dollar je Barrel.
Derweil begrenzte der Euro-Dollar-Kurs den Abwärtsspielraum der hiesigen Heizölpreise. Nach Erhebung von BRENNSTOFFSPIEGEL und mineralölrundschau betrugen die Abschläge im Bundesdurchschnitt heute 26 Cent gegenüber dem letzten Handelstag. Die 100-Liter-Partie Heizöl (EL) einer 3.000-Liter-Lieferung kostete demnach 66,10 Euro. Noch reagieren die Kunden in Sachen Bestellungen verhalten und setzten offenbar auf weiter sinkende Preise. Das Risiko, dass sie im schnelllebigen Geschäft wieder steigen, besteht allerdings. Verbraucher sollten also nicht zu lange mit der Bevorratung warten.
Die Entwicklung der einheimischen Heizöl-Endverbraucherpreise im Bundesdurchschnitt und in den einzelnen Bundesländern zeigen die Grafiken auf dem Energieportal www.brennstoffspiegel.de in der Rubrik Marktdaten. Regionale Abweichungen sind marktbedingt jederzeit möglich.












