(openPR) Als Reiseziel ist Thailand seit einigen Jahrzehnten eine feste Größe. Ein Geheimtipp ist es schon lange nicht mehr. Die Preise für Pauschaltouristen liegen auf einem Niveau mit ausgewählten griechischen Inseln. Lediglich die Flugzeit unterscheidet Thailand noch von Ägyp-ten, den Kykladen und den Emiraten. Soweit das Klischee, was die Preisvorstellungen be-trifft.
Die Autoren Ingo Becker-Kavan und Horst Maubach beweisen das Gegenteil. Thailand ist keineswegs ein offenes Buch. Es gibt sie noch, die geheimen Ecken und versteckten Schön-heiten des Landes. Mit akribischer Recherchearbeit bringen sie dem Leser ein – trotz der unzähligen Reiseberichte – unbekanntes Land näher. Fernab von endlosen Straßenstrichen und Hollywood-geschwängerter Beach-Idylle.
Mit offenen Augen und Ohren bereisen die beiden die Touristenoase. Fast beiläufig erläutern sie in einfachen Worten die Bedeutung der achthändigen Brahmafiguren, stellen bedeutende Persönlichkeiten dar und beweisen, dass Buddhismus nicht gleich Buddhismus ist. Da kommt dann auch wieder der König Mongkut Rama IV. ins Spiel, den man vielleicht aus dem Film „Anna und der König“ mit Yul Brunner in der Hauptrolle oder in dem Remake mit Jodie Foster (und der dazugehörigen Serie) kennt.
So nach und nach erkennt man beim Lesen, dass Thailand uns sehr nahe ist und doch so fern und fremd. Das Klappern der Klimaanlagen ist notwendiges Übel, die fremde Küche kann man probieren (Nein, man muss – sonst lernt man Thailand nicht kennen!), dass Bang-kok von den Einheimischen ganz anders genannt wird – nämlich Krung Thep (Stadt der En-gel, Bangkok heißt übersetzt „nur“ Dorf der wilden Pflaumen), aber in Wirklichkeit einen viel längeren, offiziellen Namen trägt, ist hingegen völlig unbekannt. Zahllose Anekdoten reihen sich aneinander und prägen so ein neues Bild Thailands und seiner Menschen. Mit fort-schreitender Seitenzahl fügt sich ein Puzzle-Stück ans andere. Unmerklich wird man immer mehr zum Spezialisten und das Reisefieber steigt.
Bewusst verzichten die beiden Autoren auf die üblichen Reisfibel-üblichen Tipps zu kosten-günstigen Unterkünften. Die wären auch völlig fehl am Platze. Vielmehr geben Sie hilfreiche Hinweise Thailand auf eigene Faust zu erkunden ohne Vorschriften zu machen.
Als Sahnebonbon gibt es im Anhang eine Zeittafel für interessierte Leser, und zu dem wird man automatisch, sowie eine umfassende Sammlung von privaten Bildern, die das Gelesene plastisch erscheinen lassen.
Wer Thailand wirklich kennenlernen will, braucht dieses Buch. Denn nur hier erfährt man die Bedeutung von freiem Reisen in einem Land, das sich nie einer Kolonialmacht unterworfen hat und sich ohne große Anstrengungen und Verbiegungen dem Westen geöffnet hat (und dies nie als Erniedrigung empfunden hat, möchte man meinen).
Karsten Koblo (www.aus-erlesen.de).
Ingo Becker-Kavan/Horst Maubach: Thailand auf eigene Faust - Exotik abseits der Touristenzentren -
Wiesenburg Verlag
208 Seiten, mit div. Farbfotos, Euro 19,80
ISBN 978-3-942063-21-0













