(openPR) Motto: „Leben im Aufbruch. Wege ebnen – Zukunft bauen“
Stuttgart, den 18. August 2010
Die Israelitische Religionsgemeinschaft Württembergs (IRGW) bietet während der Jüdischen Kulturwochen vom 2. bis 16. November in Stuttgart ein vielfältiges Programm mit Veranstaltungen aus den Bereichen Literatur, Theater, Film und Musik. Ziel der Veranstaltungsreihe, die nunmehr zum siebten Mal in Stuttgart organisiert wird, sind die Präsentation der jüdischen Kultur und der Dialog zwischen Juden und Nichtjuden.
Wechsel und Wanderung, Ende und Neubeginn prägen das Judentum bis heute. Die jüdische Kultur und das jüdische Selbstverständnis sind von diesen Erfahrungen wesentlich beeinflusst. Das Judentum ist somit ein Beispiel, wie unterschiedliche Lebensorte, Lebensstile und Lebensauffassungen kreativ aufgegriffen und positiv weiterentwickelt werden können. Das Motto „Leben im Aufbruch. Wege ebnen – Zukunft bauen“, unter das die Israelitische Religionsgemeinschaft Württembergs in diesem Jahr die Jüdischen Kulturwochen gestellt hat, verweist auf dieses prägende Element jüdischer Geschichte, jüdischen Lebens und jüdischer Kultur. Das Stichwort Migration ist heute in aller Munde. Das Judentum lebt mit Migration vom Altertum bis heute - wertvolle Erfahrungen, die die Israelitische Religionsgemeinschaft Württembergs in die moderne Gesellschaft einbringen will.
Viele prominente jüdische Kulturschaffende und Publizisten werden zwischen dem 2. und 16. November nach Stuttgart kommen. Den Beginn macht die Eröffnungsveranstaltung (Dienstag,
den 2. November um 19 Uhr im Großen Sitzungssaal des Rathauses Stuttgart), traditionell einer der Höhepunkte der beiden Veranstaltungswochen. Die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, hat ihr Kommen angekündigt und wird ein Grußwort sprechen, neben Staatsrätin Prof. Dr. Regina Ammicht Quinn als Vertreterin des Landes Baden-Württemberg und Bürgermeisterin Dr. Susanne Eisenmann. In der Podiumsdiskussion wird das Motto der Veranstaltungsreihe von Journalisten, die seit vielen Jahren das Judentum und den Staat Israel mit ihrer Berichterstattung begleiten, diskutiert. Moderiert von dem Rechtsanwalt und Journalisten Micha Guttmann, sind Hans-Jakob Ginsburg, Düsseldorf, Ulrich Sahm, Tel Aviv, Esther Shapira, Frankfurt und Tamas Ungvari aus Budapest auf dem Podium vertreten.
Der Vortrag des Israel-Korrespondenten der „Stuttgarter Nachrichten“, Gil Yaron, unter dem Titel „Leben unter Beschuss – Alltag in Israel“ gibt einen Einblick in die besonderen Lebensumstände des modernen Israel (Donnerstag, 4. November, 20 Uhr, Stadtbücherei im Wilhelmspalais).
Um Aufbrüche unter unterschiedlichen Aspekten geht es beim Gespräch über die „Enzyklopädie des Vergessens“, das Alt-Landesrabbiner Dr. Joel Berger mit Prof. Dr. Tamas Ungvari aus Budapest führt (Mittwoch, 3. November, 20 Uhr Gemeindesaal der IRGW) und im Vortrag des Tübinger Professors Stefan Schreiner über die „gemeinschaftsbildende Funktion jüdischer Reisender“ (Mittwoch, 10. November 20 Uhr, Gemeindesaal der IRGW). Der jüdische Witz und die besondere jüdische Geisteshaltung blitzen auf im Kabarett „Gegen’s Heimweh“ mit Wolfgang Rochmes (Sonntag, 7. November, 19 Uhr, Gemeindesaal). Der Kabarettist Georg Kreisler konnte gewonnen werden, in Stuttgart aufzutreten (Zufällig in San Franzisko – ein satirischer Leseabend, Dienstag, 16. November, 20 Uhr Renitenztheater). Alt-Landesrabbiner Dr. Joel Berger widmet seine beliebte Matinee dieses Jahr jiddischen Lieblingsautoren einst und heute unter dem Titel „Dos is jiddisch“ (Sonntag, 14. November, 11 Uhr, Treffpunkt Rotebühlplatz).
Eine Theatergruppe um Ernst Konarek empfindet „die Legende vom heiligen Trinker“ von Joseph Roth nach (Montag, 15. November 20.30 Uhr im Theaterhaus, eine Koproduktion mit den Staatstheater Kassel), und an die Freundschaft zwischen Moses Mendelssohn und Gotthold Ephraim Lessing erinnert Helga Klaiber in einer Lesung (Sonntag, 7. November, 11 Uhr, Renitenztheater).
Zu den Höhepunkten der jüdischen Kulturwochen zählen das historische Symposium im Haus der Geschichte und das traditionelle Synagogenkonzert. Beim Symposium (Donnerstag, 11. November 14.30 Uhr) stellen die Historiker Siegfried Däschler-Seiler, Joachim Hahn, Martin Ulmer und Joel Berger bedeutende jüdische Rabbiner des deutschen Südwestens vor, und zum Synagogenkonzert am Sonntag, 14. November um 18 Uhr werden der Synagogenchor aus München und der junge brillante Kantor Ezra Meyer aus Israel unter dem Titel „Singet dem Herrn ein neues Lied“ musizieren.
Das Klezmer-Konzert mit der Gruppe „Klezmer Chidesch“ am Donnerstag, 11. November um 19.30 Uhr im Gemeindesaal wird sicherlich wieder viele begeisterte Zuhörer finden. Jiddische Lieder mit Susanne Weinhöppel gibt es am Montag, 8. November um 20 Uhr im Renitenztheater, Hebräische, jiddische und sephardische Lider präsentiert die aus St. Petersburg stammende Sängerin Natalia Gonokhova am Samstag, 13. November um 20 Uhr im Großen Saal bei der eva.
Neue Kompositionen jüdischer Komponisten, die in Stuttgart arbeiten, werden am Montag, den 8. November um 20 Uhr in der Musikhochschule vorgestellt. Unter anderem werden bei dieser Gelegenheit Werke von David Kosviner und Georg Wötzer uraufgeführt. Die Nachwuchskünstler der Gemeinde präsentieren sich schon traditionell im Preisträgerkonzert der Gewinner des Karl-Adler-Musikwettbewerbs am Sonntag, 7. November um 15 Uhr im Gemeindesaal.
Die Ausstellung „Gebauter Aufbruch – Neue Synagogen in Deutschland“ (4. November bis 23. Dezember, Stadtteilbücherei Feuerbach) zeigt neue Synagogen, die als die wichtigsten baulichen Zeugnisse eines aufblühenden jüdischen Gemeindelebens gelten. Zugleich dokumentiert sie die Entwicklung des modernen Synagogenbaus in Deutschland. Die Schau thematisiert nicht nur aktuelles Baugeschehen, sondern zeigt auch eine bewusste Auseinandersetzung mit der Präsenz religiöser Architektur im öffentlichen Raum. Eröffnet wird sie am Donnerstag, 4. November um 18 Uhr mit einem Vortrag von Dr. Joachim Hahn, einem ausgewiesenen Experten auf diesem Gebiet.
Der Dokumentarfilm „Geboren im KZ“, in diesem Jahr anlässlich des Jahrestags der Befreiung des KZ Dachau ausgestrahlt, berichtet über ganz außergewöhnliche jüdische Schicksale (Mittwoch, 3. November, 19 Uhr, Haus des Dokumentarfilms), und der Dokumentar-Spielfilm „Wenn ihr wollt, ist es kein Märchen“ zeichnet das Leben von Theodor Herzl nach und thematisiert den Aufbruch vieler Juden in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts nach Palästina (Montag, 15. November, 18 Uhr, Gemeindesaal).
Schon zu den „Klassikern“ der Jüdischen Kulturwochen zählen die Synagogenführung (Mittwoch, 3. November 18 Uhr) und der Kochkurs (Donnerstag, 4. November 18 Uhr, Treffpunkt Rotebühlplatz). Besonders beliebt ist der Stadtspaziergang mit Thomas Schild (Sonntag, 14. November 15 Uhr). Auch am Sonntag zuvor, am 7. November, ebenfalls 15 Uhr, können sich Interessierte dem literarischen Stadtrundgang zum Thema „Joseph Süß Oppenheimer in Stuttgart“ anschließen, und erstmalig beteiligt sich der Stadtjugendring mit der Stadtrundfahrt „Jüdisches Leben“ an den Jüdischen Kulturwochen (Sonntag, 7. November 14 Uhr). Speziell an Schüler wendet sich der Vortrag von Thomas R. Schild über den bekannten Stuttgarter Bankier und Mäzen Eduard von Pfeiffer (Dienstag, 16. November 10 Uhr, Freie Waldorfschule am Kräherwald).
Ab 13. September können unter Telefon 0711/505 40 61 oder per E-Mail an
Die Programmübersicht für die Jüdischen Kulturwochen liegt in der Israelitischen Religionsgemeinschaft (Eingang Firnhaberstraße 9), in den städtischen Büchereien, bei der Volkshochschule, im i-Punkt und weiteren Kulturinstitutionen in Stuttgart aus. Im Internet ist sie abrufbar unter www.irgw.de/veranstaltungen.











