(openPR) Seit fast 8 Jahren gibt es das Literaturcafé Mathilde nun schon und seit fast 7 Jahren das Bogenstraßenfest. Einer der schönsten (wenn nicht gar der schönste der) Flohmärkte mit Kulturprogramm in Hamburg. Live Musik, Führungen durchs Viertel und Lesungen am Abend ließen die Anwohner immer wieder gerne auf das Fest kommen. Klein aber fein war die Devise. Keine Händler, keine Wurstbuden, keine Caipi-Stände wie sie auf fast allen anderen Festen mittlerweile Usus sind.?Leider werden wir das 7. Fest nicht feiern können. Über die Jahre sind immer mehr und mehr Auflagen dazu gekommen, die es immer schwerer machen ein unkommerzielles Fest auf die Beine zu stellen. Seit diesem Jahr müssen Anwohner, wenn sie ein Fest auf ihrer Straße machen, eine Sondernutzungsgebühr bezahlen, ähnlich einem Gastronomen der Stühle vor sein Lokal stellt. Allein diese neue Gebühr würde den Meterpreis auf dem Flohmarkt, über den die Bühne, die Musikanlage, die Künstler, die Absperrungen, Versicherungen, Gebühren und und und finanziert werden müssen, um 2,50 Euro steigen lassen. Dazu kommen in diesem Jahr weitere neue Auflagen der Feuerwehr, die den Preis um weitere 5 Euro/Meter erhöhen würden.
Nachfragen bei beiden Behörden verliefen ergebnislos. „Das sind Auflagen, die wir einhalten müssen“. Von der Polizei kam sogar der Hinweis auf das Unglück in Duisburg, der geschmacklos und völlig unpassend ist. Das alles zu den letztjährigen Auflagen, die schon gewaltig waren. Ein Schilderwald muss aufgestellt werden, weil eine Straße 50 Meter gesperrt wird, Lärmschutzauflagen, die praktisch nicht erfüllbar sind etc. Das alles macht es unmöglich trotz vieler Stunden ehrenamtlicher Arbeit solch ein Fest auch nur ansatzweise kostendeckend zu organisieren.
Das ist das Ende des Festes. 16 Euro pro Meter möchten wir nicht verlangen. ?Ich bin mir bewusst, dass diese Probleme vielleicht durch gezielteres Nachfragen und „nach oben durchtelefonieren“ eventuell gelöst hätten werden können aber irgendwann ist der Aufwand einfach zu groß, den wir betreiben müssen, um uns für den Bezirk und für die Nachbarschaft den Hintern aufreißen zu dürfen.
Vor ca. 2 Monaten schrieb ich den Leiter des Bezirksamtes Eimsbüttel direkt an, mit der Bitte um ein Gespräch wie Mathilde vom Bezirk Unterstützung bekommen könnte. Darauf bekam ich bis heute keine Antwort.
Das ist sehr schade. Vom Bezirk bekommen wir dieses Jahr trotz fristgerecht eingereichten Antrag keinerlei Unterstützung, sondern nur immer noch mehr Steine in den Weg gelegt. Ist das so gedacht? Ich kann mir das ja immer noch nicht vorstellen. Sollen wir aus Eimsbüttel vertrieben werden? Wir sind mittlerweile in Hamburgs Kulturlandschaft be- und anerkannt und hatten eigentlich auf Unterstützung und nicht mit Schikanen gerechnet.
Nun hoffen wir, dass der kleine gemeinnützige Verein wenigstens die Gebühren für die Genehmigung nicht zahlen muss, da das Fest ja nun nicht stattfinden kann.








