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Neue Theorie im Fall Tutanchamun

06.08.201008:30 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung
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(openPR) Litt der Pharao an einem seltenen Enzymmangel?

Würzburg – Die zuletzt im Februar im Fachmagazin JAMA veröffentlichten Erkenntnisse zum Gesundheitszustand des wohl berühmtesten altägyptischen Herrschers stoßen beim Bundesverband HPP Deutschland e.V. auf Widerspruch. Insbesondere mit der Diagnose der Köhler-Krankheit bei Tutanchamun gibt sich der Vorsitzende des Verbands, Gerald Brandt, keineswegs zufrieden.



„Schon als ich Mitte Februar gelesen habe, der Zustand der Füße der Mumie deute auf einen Morbus Köhler Typ II hin, wurde ich stutzig. Denn bis heute gibt es keine einheitliche ursächliche Erklärung für dieses Phänomen, bei dem es zu Durchblutungsstörungen in den Mittelfußknochen und in der Folge zu einem Absterben von Knochenmaterial (Knochennekrose) kommt. Was fehlte, war eine klare Ursache für die bei Tutanchamun gefundenen Knochenprobleme“, so Brandt.
„Als mich in den letzten Tagen und Wochen dann auch einige Patienten mit Hypophosphatasie anriefen und wiederholt von Nekrosen in den Mittelfüßen und einer Versteifung der Wirbelsäule berichteten, beschloss ich, der Sache gezielt nachzugehen. Nach Einsicht des originalen JAMA-Artikels und weiterer Quellen bin ich zu dem Schluss gekommen, dass einiges für die Annahme spricht, Tutanchamun könnte an der vergleichsweise seltenen Erkrankung Hypophosphatasie (kurz: HPP) gelitten haben.“

Diese Theorie stützt Brandt u.a. auf folgende Argumente:

- Die radiologischen Befunde in den Füßen des Pharaos, vor allem die Nekrosen, Deformationen und die gefundenen Areale mit unterschiedlicher Knochendichte.

- Die Köhler-Krankheit befällt Jungen überwiegend im Alter zwischen 6 und 10 Jahren, und heilt bei Schonung meist problemlos von selbst aus.

- Ein Bruch des Oberschenkels kurz oberhalb des Knies, so wie bei Tutanchamun, ist für einen jungen Menschen eher ungewöhnlich. Die Köhler-Krankheit schädigt eher die Füße, weniger die großen Röhrenknochen.

- Tutanchamun und seine Familie zeigen auch andere Skelettauffälligkeiten, z. B. Wirbelsäulenverkrümmungen (Skoliose) oder Madonnenfinger (häufig entzündlicher/rheumatischer Ursprung, vergleichbar mit HPP).

- Tutanchamun selbst hatte offenbar mehrere versteifte Halswirbel.

- Der zierliche, wenig athletische Körperbau von Tutanchamun und seinem Vater Echnaton könnten auch auf eine HPP zurückzuführen sein, da sie typisch für diese Erkrankung sind.

- Auch eine Verformung des Brustkorbs kann bei der HPP vorkommen – eine solche wurde auch bei Echnaton bereits vermutet, allerdings anderen Erkrankungen (Marfan-, Klippel-Feil- oder Klinefelter-Syndrom) zugeschrieben.

- Die gesamte Familie war nicht sehr groß, Echnaton etwa nur 1,60m, Tutanchamun 1,67m. Ähnlich verhält es sich bei Patienten mit HPP.

- An der Mumie Tutanchamuns fanden sich überdies Auffälligkeiten an der Schädelbasis, die ähnlich auch bei der HPP auftreten können.

- In der Familie wurden immer wieder Geschwister miteinander verheiratet; dies begünstig das Auftreten rezessiv vererbter Krankheiten wie der HPP.

- Tutanchamun und seine Halbschwester Anchesenamun hatten zwei Kinder, die beide totgeboren wurden. Auch dies kommt bei der HPP leider immer wieder vor. Eines der Mädchen zeigt evtl. eine auffällige Schädelform.

Die Hypophosphatasie ist eine relativ seltene vererbliche Erkrankung, die auf einem Aktivitätsmangel des Enzyms alkalische Phosphatase (genauer: die gewebeunspezifische aP) beruht. In der Folge kommt es einerseits zu einer allgemeinen Knochenschwäche, andererseits aber auch zu rheumatischen Symptomen wie chronischen Gelenk- und Knochenentzündungen und einer ausgeprägten Muskelschwäche. Darüber hinaus sind die Patienten häufig von kleiner und/oder zierlicher Statur. Hauptmerkmal bei leichteren Verläufen der Hypophosphatasie (und einen solchen vermutet Brandt bei Tutanchamun) sind die Probleme im Mittelfuß, die sich in starken chronischen Entzündungen und nachfolgend in Knochenbrüchen und Deformierungen äußern. Im weiteren Verlauf kommt es regelmäßig aber auch zu Oberschenkelbrüchen.

Vor diesem Hintergrund möchte der HPP-Vorsitzende dazu anregen, evtl. noch vorhandenes DNA-Material aus den bisherigen Testreihen dazu zu verwenden, Tutanchamun und seine Familie auf ein mögliches Vorliegen der Hypophosphatasie zu untersuchen.

Seine Recherchen und Schlussfolgerungen hat er in einem mehrseitigen Papier zusammengetragen, das beim HPP-Bundesverband per E-Mail angefordert werden kann.



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