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Bewährungsstrafe für Milliardenzocker

29.07.201011:02 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft

(openPR) Als erster Top-Banker wurde Ex-IKB-Chef Stefan Ortseifen vom LG Düsseldorf wegen Marktmanipulation zu 10 Monate Haft auf Bewährung verurteilt. Außerdem muss der 59-jährige eine Geldauflage von EUR 100.000,00 zahlen.

Die Aktionäre der IKB dürften dieses Urteil als viel zu milde empfinden, hatte aus ihrer Sicht Ortseifen ein Milliardendesaster mit faulen US-Immobilien-Papieren zu verantworten.



Unter Ortseifens Führung hatte die Provinzbank IKB sich auf dem Feld der zweitklassigen US-Immobilien-Kredite („Subprime“) getummelt. Mit der heraufziehenden „Subprime“-Krise geriet die IKB in immer gefährlichere Fahrwasser. Dennoch beschönigte Ortseifen – so das LG Düsseldorf in seinem aktuellen Urteil - noch am 20.07.2007 die Lage der Bank in einer Pressemitteilung – zu einem Zeitpunkt, als an den Märkten bereits gegen die bis dahin als grundsolide geltende Bank gewettet wurde.

„Ob angesichts dieses Strafurteils jetzt auch die IKB-Akionäre auf Schadensersatz hoffen können, bleibt abzuwarten“, so Bettina Wittmann vom Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. unter Berufung auf aktuelle Presseberichte. „Jedenfalls gibt das Strafurteil Privatanlegern gute Argumente in die Hand, wenn sie nachweisen können, die IKB-Aktien aufgrund der von Ortseifen verfassten Pressemitteilung gekauft zu haben“, so Bettina Wittmann vom Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. weiter.

Mit dem Eingeständnis der Düsseldorfer Mittelstandsbank IKB Deutsche Industriebank AG um die Auswirkung der Krise des US-Amerikanischen Hypothekenmarktes im Subprime-Bereich am 30.07.2007 war die Krise auf dem US-Häusermarkt in Deutschland angekommen. IKB stand vor dem Abgrund mit unabsehbaren Folgen für den Bankenmarkt.

Jahrelang war das Geschäft mit US-Hypotheken glänzend gelaufen: Banken gaben auch wenig vermögenden Kunden Immobilienkredite. Kaum abgesicherte Kredite wurden gebündelt und als Wertpapiere verkauft – der Markt zweiklassiger US-Hypothekenkredite („Subprime“) boomte. Doch die Blase platzte: Viele Kreditnehmer konnten Darlehen nicht mehr abzahlen, Häuser mussten zwangsversteigert werden, die Immobilien-Preise fielen. Die damit verbundenen Wertpapiere wurden praktisch unverkäuflich, weltweit brach ein mehrere hundert Milliarden Dollar schwerer Markt wie ein Kartenhaus zusammen. Mit der Lehman-Pleite erreichte die Finanzkrise ihren Höhepunkt – Banken liehen sich unter einander kein Geld mehr, die Weltwirtschaft stürzte in die schwerste Rezession der Nachkriegszeit.

Weitere Informationen unter www.schutzverein.org oder per E-Mail-Anfrage unter E-Mail.

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