(openPR) Rebecca ist mit dem FSJ dual auf dem Weg zum Traumberuf
Erst 15 ½ Jahre jung und den Qualifizierten Hauptschulabschluss in der Tasche, so kam Rebecca im Sommer 2008 erstmals zum Internationalen Bund (IB). Sie wollte praktische Erfahrungen sammeln und ihrem Traumberuf Krankenpflegerin näher kommen. Genau richtig war sie damit bei den Mitarbeiterinnen des IB vom Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) Nürnberg. Dort startete im September 2008 eine ganz neue Maßnahme: das FSJ dual, ein Freiwilliges Soziales Jahr plus Mittlere Reife. Im Gegensatz zum klassischen, einjährigen FSJ dauert das FSJ dual zwei Jahre. Dafür haben die Teilnehmer/-innen zusätzlich zu der praktischen Tätigkeit in ihrer Einsatzstelle blockweise Unterricht und am Ende die Möglichkeit die Mittlere Reife abzulegen.
Rebecca steht nun kurz vor den Abschlussprüfungen und hat beste Vorraussetzungen diese zu bestehen. Dabei hatte sie einige Schwierigkeiten und Hürden in den letzten zwei Jahren zu meistern. Um ihre Wunscheinsatzstelle in der Herzabteilung eines Krankenhauses zu bekommen, nahm sie einen sehr weiten Anfahrtsweg vom Nürnberger Landkreis bis in die Uniklinik Erlangen in Kauf. Während der Frühschicht musste sie sogar bei ihren Großeltern übernachten und um 3:00 Uhr aufstehen, damit sie pünktlich um 6:00 Uhr zum Dienstantritt ankam.
Trotzdem gefällt Rebecca die Arbeit in der Herzchirurgie. Ihr kommunikatives und freundliches Wesen kommt auf der Station bei Patienten und Kollegen sehr gut an. Nur im Unterricht hatte Rebecca massive Schwierigkeiten. Hinzu kamen private Schicksalsschläge: ein Mofaunfall und der Selbstmord eines ihr sehr nahestehenden Freundes warfen sie aus der Bahn. Sie wollte das FSJ dual abbrechen.
Doch der intensiven Betreuung durch die Lehrer und Pädagoginnen des IB ist es zu verdanken, dass Rebecca heute kurz vor ihrem Ziel steht. Sie hat die Zusage für einen Ausbildungsplatz an der Krankenpflegeschule. Wenn Sie die Mittlere Reife schafft, kann sie Krankenpflegerin werden. Zur Sicherheit hat sie sich aber auch an einer Pflegehelferinnenschule beworben, die kann sie ohne die Mittlere Reife besuchen und dann eine Ausbildung zur Krankenpflegerin anschließen.
Das FSJ dual wurde ins Leben gerufen, um Jugendliche trotz schwieriger Schulkarrieren durch die Kombination von praktischen und schulischen Erfahrungen zu einer Ausbildung im sozialen Bereich, für die in der Regel die Mittlere Reife erforderlich ist, hinzuführen. Es wird als Modellprojekt durch das bayerische Sozialministerium gefördert. Das Modellprojekt begann am 1. September 2008 mit 31 Teilnehmer/-innen, und endet mit nunmehr 23 Teilnehmer/-innen zum 31. August 2010. Die Hälfte der Prüflinge aus dem Jahrgang 2008 hat bereits einen Ausbildungsplatz an einer Erzieherfachakademie oder an einer Alten- bzw. Krankenpflegeschule. Der zweite Jahrgang hat im September 2009 mit 31 Freiwilligen begonnen. Der Internationale Bund hofft jetzt auf eine Regelfinanzierung, um weiteren Jugendlichen die Zukunft in einem Sozialberuf ebnen zu können.
Auf dem FSJ-Aktionstag war es ein Teilnehmer des FSJ dual, der der bayerischen Sozialministerin Christine Haderthauer eine symbolische Blume überreichte. Haderthauer würdigte das soziale Engagement der Freiwilligen und die gesellschaftliche Bedeutung dieses Bildungs- und Orientierungsjahres vor etwa 800 Freiwilligen, die an der Veranstaltung am 28. Juni auf dem Münchner Odeonsplatz teilnahmen.
Für Rebecca ist das Wichtigste, dass sie unabhängig von den Prüfungsergebnissen nahtlos vom FSJ dual in eine weiterführende Ausbildung wechseln kann. Sie hat ihre Schwierigkeiten gemeistert und kommt ihrem Traumberuf Krankenpflegerin ein bedeutendes Stück näher.













