(openPR) Finanzberaters des Jahres, Georg Rankers zum "Mythos Deflation"
Die ökonomischen Begriffe Deflation und Inflation sind fester Bestandteil im Wortschatz der Politiker geworden. Leitet doch gerade die Politik ihre Legitimation zur Manipulation der Währungen aus der Verhinderung dieser "tödlichen Bedrohung" ab. Alan Greenspan hat während seiner gesamten Amtszeit die Verhinderung einer Deflation als Rechtfertigung für die endlose Inflationierung des Dollars benutzt. In der Regel sind sinkende Preise nichts anderes als das Ergebnis steigender Produktivität. Ein Phänomen das seit über 35 Jahren in der Informationstechnologie zu beobachten ist. Ständige Innovation führt zu steigender Leistung, steigenden Umsätzen und das bei dramatisch gesunkenen Preisen für Hard- und Software.
Deflation als Folge von Misstrauen
Deflation ist ein historisch gesehen eher selten auftretendes Ereignis. Die Angst der Bürger und das allgemeine Misstrauen in die wirtschaftliche und politische Lage eines Landes oder Region münden in Zukunftsängsten. Die Folge: die Geldausgaben der Bürger gehen dramatisch zurück. Dann bleiben Produzenten und Händler auf ihren Produkten sitzen, die sie vorher noch zu höheren Preisen gekauft oder hergestellt haben oder auf zu großen Produktionskapazitäten, die vorher mit Kreditmitteln aufgebaut wurden. In diesem Fall sinken die Gewinne sowie die Zahlung von Kreditzinsen und die Rückzahlung von Schulden wird schwieriger. Die Zahl der Insolvenzen steigt, einhergehend mit höherer Arbeitslosigkeit und Rezession bzw. Depression..
Der ökonomische Streit
In der Nationalökonomie gibt es zwei Lager die sich um die Interpretationshoheit der Begriffe streiten. Die Keynesianer (nach John Maynard Keynes) und die Anhänger der "Österreichischen Schule" (nach Ludwig von Mises). Der größte Teil der Politiker gehört den Keynesianern an, liefert doch die Lehre Keynes die Legitimation des Wohlfahrtsstaates heutiger Prägung und staatlicher Konjunkturprogramme. Sie gibt der politischen Klasse den Anschein von Nützlichkeit und Unverzichtbarkeit. Nach Ansicht der "Österreichischen Schule" richtet genau dieses permanente Eingreifen des Staates in wirtschaftliche und monetäre Kreisläufe irreparabele Schäden an. Notwendige Preisanpassungen nach unten werden durch politische Maßnahmen (Mindestlöhne, Subventionen, staatliche Kredite) unterbunden.
Schulden verhindern Wachstum
Im Ergebnis haben sich in vielen Ländern in den vergangenen Jahrzehnten immer höhere Schuldenberge aufgetürmt, die aktuell so schnell wachsen, wie niemals zuvor. Die Amerikaner haben seit 2008 die Neuverschuldung pro Jahr verdreifacht. Diese Schulden, die des Privat- und Bankensektors werden in den nächsten ihre Bremswirkung entfalten. Wachstum ist kaum noch möglich. Bei Zinsen nahe Null ist eine Kreditausweitung durch günstigere Finanzierungsbedingungen nahezu undenkbar. Die soeben beschlossenen Sparmaßnahmen der Bundesregierung lassen uns langsam begreifen, dass unser kreditfinanziertes Wachstum zu Ende geht. Das Vertrauen in die Lösungskompetenz der Politik schwindet und mit ihr wächst die Angst der Bürger vor der Zukunft. Sollte dies in Kaufzurückhaltung und einer weiteren Erhöhung der Sparquote münden, könnte dies sogar zu Deflation führen. Dadurch könnten die vorausgegangenen monetären Sünden durch sinkende Preise bereinigt werden. Sparen ist in einer modernen Demokratie ein Fremdwort und wird von der Bevölkerung mehrheitlich abgelehnt. Die Politiker die es versuchen, werden abgewählt. So wird Deflation ein eher selten auftretendes Ereignis bleiben.













