(openPR) Der 72 jährige Dieter Frerichs hat sich laut spanischer Polizei am letzten Samstag in seiner Villa selbst erschossen. Seine Stieftochter gibt allerdings der Polizei die Schuld für den Tod. Dieter Frerichs soll mit einem Pyramidensystem über 200 Millionen Euro veruntreut haben und wurde mit internationalem Haftbefehl gesucht. Er wurde verdächtigt, zusammen mit dem Unternehmer Helmut K. tausende Kleinanleger und Banken betrogen zu haben.
Helmut K. begann in den 90er Jahren an der Börse zu spekulieren und war recht erfolgreich. Die ersten Bekannten fingen an ihm Geld anzuvertrauen. 1996 gründete er K1 Fonds und setzte einen Ex-Banker ein, der über eine Lizenz zum Geldverwalten verfügte. Helmut K. versprach eine Rendite bis zu 42 % und schon mit kleinen Summen ab 5.000,-- Euro war ein Einstieg möglich. 1999 verwaltete er schon 13 Millionen Mark und gründete die Firmen K1 Global und K1 Invest, die auf den Jungferninseln firmiert waren. Die Geschäfte wurden von einem kleinen Büro in Palma vom Direktor Dieter Frerichs geleitet.
Immer wieder wurde von K1 Fonds gewarnt, dennoch genossen die beiden das Vertrauen der Anleger. Sogar namhafte Banken wie J.P. Morgan oder Barclays investierten in den Fonds. Das schafft Vertrauen. Auch wenn ein Anleger sein Geld wollte, wurde es ausbezahlt. Nur das es sich nicht um Gewinne handelte, sondern um die Einzahlungen anderer Anleger, wie es bei einem Pyramidensystem nun mal ist. Das ging viele Jahre gut, bis zur Finanzkrise 2009 als zu viele Anleger ihr Geld zurückforderten und der Schwindel aufflog. Die Banken erstatteten Anzeige und das Amtsgericht Würzburg erließ Haftbefehle. Helmut K. kam in Deutschland in U-Haft. Dieter Frerichs wurde am 13. April verhaftet, kam aber am 4. Mai wegen seines angeblich schwachen Herzens gegen Auflagen wieder frei. Eine Auslieferung nach Deutschland wurde vorerst nicht veranlasst. In Deutschland hätten Frerichs bis zu 15 Jahren Haft erwartet.
Am 3. Juli kamen dann drei spanische Polizisten auf das Grundstück seiner Villa, um Dieter Frerichs erneut zu verhaften. Als Frerichs die Beamten sah, floh er mit einer Pistole in Richtung der Klippen. Es löste sich ein Schuss und Frerichs brach zusammen. Später im Krankenhaus starb er und hatte eine Schusswunde im Kopf. Die genauen Umstände sind noch ungeklärt, doch die spanischen Beamten gehen von einem Selbstmord aus. Nach Augenzeugenberichten hätte Frerichs den Polizeibeamten zugerufen: „Ich sterbe lieber als ins Gefängnis zu gehen.“ Ob sich der Schuss versehentlich löste oder es ein gezielter Selbstmord war müssen die Autopsie und die Ermittlungen zeigen.
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