(openPR) Bereits seit Jahrzehnten fehlen qualifiziertes Pflegepersonal. Durch Stellenabbau in den vergangenen Jahren und durch unattraktive Arbeitsbedingungen hat sich der Mangel an examinierten Pflegekräften signifikant verschärft. Dies ist nur ein Teil der verfehlten Gesundheitspolitik der vergangenen Jahre, kritisiert das Pharmainstitut Ulm.
Krankenschwestern und Krankenpfleger werden von der Politik und Gesellschaft immer noch als „Handlanger der Ärzte“ abqualifiziert. Dabei verlangt eine hoch technisierte und ethisch anspruchsvolle Gesellschaft bei der Versorgung von Kranken bestes ausgebildetes Personal. Mit einer Zusatzausbildung wie zur Fachschwester/Pfleger in der Anästhesie oder Operationsdienst dauert die Ausbildung 5 Jahre.
Nach Ansicht von Priv. Doz. Dr. Karl-Heinz Tomaschko, Direktor der Akademie für Gesundheitsberufe am Universitätsklinikum Ulm, fehlen derzeit alleine in Baden-Württemberg bis zu 40.000 Fachkräfte in der Pflege. Schätzungsweise fehlen so in Deutschland über 300.000 Schwestern und Pfleger. Und diese Zahl wird noch steigen. Das Pharmainstitut ist der Auffassung, dass der Bedarf an Pflegepersonal nicht nur aufgrund der demografischen Entwicklung der Bevölkerung steigen wird, sondern auch aufgrund des Ärztemangels in strukturschwachen Gebieten. Hier wird, wie in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, das Pflegepersonal bei der Versorgung der Bevölkerung erheblich mehr Aufgaben übernehmen müssen, als bisher. Deshalb muss die Politik handeln und nicht nur qualifizierte Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen, sondern diesen Beruf auch finanziell attraktiver gestalten. Nach Ansicht des Deutschen Instituts für angewandte Pflegeforschung e.V., Köln, wurden in den vergangen Jahren zwar mehr als 20.000 Krankenhausärzte neu eingestellt, im gleichen Zeitraum aber 50.000 Stellen in der Pflege abgebaut!
Das Pflegepersonal wurde im gleichen Zeitraum aber abgebaut. Auch die Vergütung der Ärzte stieg in dem Zeitraum überproportional, nicht aber die des Pflegepersonals. Hier ist ein sofortiges Umdenken von der Politik erforderlich. Die Vergütung und die Rahmenbedingungen müssen ebenfalls erheblich verbessert werden, fordert der Experte Jürgen Bause vom Pharmainstitut Ulm GbR.





