(openPR) Auf der Suche nach kultureller Identität zwischen Naziterror und Wirtschaftswunder
Neue Ausstellung im Winckelmann-Museum vom 12. Juni bis 22.August 2010
Eine fast in Vergessenheit geratene Künstlerin, graphische Arbeiten, die durch ihre hohe Kunstfertigkeit im Umgang mit dem Holzdruck bestechen, ein Leben zwischen Boheme, Krieg und Elend – das Leben der Anny Schröder. Mit Holz- und Bleidrucken und einfachen Mitteln, wie Bleistift, Feder und Tinte erweckte sie mythologische Figuren des klassischen Altertums und Romangestalten der Neuzeit zu neuem Leben. Zum ersten Mal ist nun ein Überblick über das Gesamtwerk der Grafikkünstlerin im Winckelmann-Museum in Stendal zu sehen. Dabei steht weniger die Frage der neuen Erfindung von Bildmotiven im Vordergrund, sondern vielmehr ihre künstlerische Arbeitsweise. Einen Einblick in ihr künstlerisches Arbeiten vermitteln neben ihrem Handwerkszeug, wie Federn, Aquarellkasten, Blei- und Holzdruckstöcke, Ahlen und Andrückwalzen, die Entwicklung der Bildmotive von der Grobskizze über die genaue Vorzeichnung bis hin zum Holz- oder Bleidruck, die in der Ausstellung vertreten sind.
Die Künstlerin Anny Schröder, 1898 in Wien geboren und 1972 in Bad Segeberg verstorben, war und ist bislang eine weitgehend vergessene Künstlerin. Die Fachliteratur kennt sie kaum. Gelegentlich taucht ihr Name als Marginalie der Wiener Werkstätte für Kunsthandwerk auf. Insofern konnte man ihr bisher nur zufällig begegnen. Zu Lebzeiten erhielt sie die verdiente Anerkennung als Künstlerin lediglich über ihre Holzdruckserie mit 27 Blättern zu den Griechischen Visionen, die Winckelmann-Museum zu sehen ist. Weitere Serien zur Theogonie und zur Apokalypse folgten, die aber entgegen den Griechischen Visionen zu Schröders Lebzeiten nicht publiziert wurden. Ihren Lebensunterhalt verdiente sie sich vorwiegend mit der Illustration von Büchern mit Holz- und Bleischnitten. Zu nennen sind an dieser Stelle die Illustrationen zu der 1933 in deutscher Sprache erschienen Ausgabe von Paul Claudes Der seidene Schuh, Charles de Costers Ulenspiegel von 1943 und Dante Alighieris
Göttliche Komödie von 1940. Zahlreiche Druckarbeiten zu nicht weniger zahlreichen Gesellschaftsromanen folgten.
Insgesamt sind in der Ausstellung bis zum 22. August 2010 etwa 100 Druck- und Bleistiftarbeiten, Federzeichnungen sowie zahlreiche Arbeitsmaterialien der Künstlerin zu sehen.
Begleitend zur Ausstellung ist ein Katalog mit 64 Seiten und 128 s/w-Abbildungen zum Preis von 14 EUR erschienen.
Weitere Informationen zu Öffnungszeiten und Veranstaltungen unter www.winckelmann-gesellschaft.de.








