(openPR) Kleffmann Group untersuchte, was reale Landwirte von der Sendung halten -
Ende 2009 wurde im Lüdinghauser Agrarmarktforschungsinstitut Kleffmann Group heftig über die fünfte Staffel von „Bauer sucht Frau“ diskutiert. Die Geschichte von Josef und Narumol ging auch uns zu Herzen; gleichzeitig schüttelten wir den Kopf über Holzbauer Maurizio und manchen seiner Fernsehkollegen. Was wohl die realen Landwirte von dieser Sendung halten? Unsere herbstliche Omnibus-Mehrthemenbefragung war eine gute Gelegenheit, das herauszufinden.
Zu unserer Überraschung sah beinahe die Hälfte der Befragten (47 Prozent) „Bauer sucht Frau“ gelegentlich an, weitere 16 Prozent schalteten sogar jede oder fast jede Folge ein. In der regionalen Verteilung zeigt sich, dass ostdeutsche Landwirte „Bauer sucht Frau“ seltener anschauten als ihre Kollegen in anderen Regionen Deutschlands. Möglicherweise zeigt sich hierin die unterschiedliche Organisation der Landwirtschaft in den alten und neuen Bundesländern: So gibt es in den östlichen Bundesländern kaum landwirtschaftliche Familienbetriebe; Leben und Arbeiten sind viel stärker voneinander getrennt.
Im zweiten Schritt wurden sowohl die Nichtseher der Serie als auch die Viel- und Gelegenheitsseher um ihr Urteil zur Sendung gebeten. Dazu sollten sie anhand einer Skala von eins bis fünf ihre Zustimmung zu acht Aussagen über die Show ausdrücken.
60 Prozent der Landwirte befürchten, dass „Bauer sucht Frau“ ein schlechtes Licht auf die realen Landwirte wirft. Etwa ebenso viele meinen, dass mit solchen Sendungen den Landwirten kein Gefallen getan wird (59 Prozent). In beiden Urteilen unterscheiden sich Seher und Nichtseher: Viel- und Gelegenheitsseher wollen das schlechte Licht auf die Landwirte seltener gelten lassen. Auch, dass man echten Landwirten mit dieser Sendung keinen Gefallen tut, sagen Nichtseher eher als die Viel- und Gelegenheitsseher der Serie.
Einig sind sich beide Gruppen hingegen darin, ob die dargestellten Landwirte als Außenseiter zu bezeichnen sind. Jeweils 38 Prozent unserer Befragten tun das.
Uneinigkeit zwischen den Gruppen herrscht in der Frage, ob RTL mit der Partnersuche ein relevantes Thema aufgegriffen hat. 62 Prozent der Viel- und Gelegenheitsseher meinen, dass die Partnersuche schwierig sein kann, weil Landwirte an ihren Hof gebunden sind. Bei den Nichtsehern wird diese Einschätzung nur von 46 Prozent geteilt.
Ob Hessen, Rheinland-Pfalz, Niedersachen oder Mecklenburg-Vorpommern: Mit „Bauer sucht Frau“ rücken ländliche Gebiete in die Öffentlichkeit, die sonst eher weniger im Fernsehen thematisiert werden. Das muss nicht nur schlecht sein: Ein Drittel der befragten Landwirte begrüßt, dass das Landleben mal ein bisschen bekannt gemacht wird (36 Prozent).
Nur mit dem wahren Leben hat „Bauer sucht Frau“ aus Sicht der Befragten gar nichts zu tun: Gerade mal zehn Prozent der Befragten sagen, dass „Bauer sucht Frau“ die Realität des Landlebens wiederspiegelt.












