(openPR) Vom 26. bis 29. Mai 2010 fand in Granada der 22. Europäische Kongress für Perinatale Medizin (ECPM) statt. Im Rahmen eines Symposiums wurden aktuelle Erkenntnisse zu Ursache, Diagnostik und Therapie des vorzeitigen Blasensprungs vorgestellt.
Prof. Dr. Yves Ville von der Universität Paris führte aus, dass die Hauptursache für eine Frühgeburt im Auftreten eines vorzeitigen Blasensprungs zu sehen ist. Ca. 20% der perinatalen Todesfälle stehen in den USA mit einer vorzeitigen Blasensprung in Zusammenhang. Je früher im Verlauf der Schwangerschaft der Blasensprung auftritt, umso höher ist das Risiko, dass es zu einer gefährlichen Infektion kommen kann. Weitere Risiken bestehen in einer Lungen-Hypoplasie und in zerebralen Schädigungen.
Prof. Dr. Dan Farine von der Universität Toronto verglich in seinem Vortrag verschiedene Methoden der Blasensprung-Diagnose. Seit den 40’er Jahren des vergangenen Jahrhunderts existieren bekannte Methoden wie der Farn-Test oder die pH-Wert Messung. Ihnen ist gemeinsam, dass sie sehr ungenaue Resultate liefern, die zu 10 bis über 30 Prozent falschen Diagnosen führen. In den 70’er Jahren wurden eine Reihe von Proteinen identifiziert, die als Marker für Antikörpertests diskutiert wurden. Von diesen Proteinen erfüllt lediglich das PAMG-1 die hohen Erwartungen, welche in dieses neue Testprinzip gesetzt wurden. Die bisher durchgeführten Studien zeigen, dass der PAMG-1 Nachweis eine Sensitivität von 99% und eine Spezifität von 98% hat. Prof. Farine stellte eine noch laufende Studie vor, die den PAMG-1 Nachweis mit der Instillation eines Farbstoffes in das Fruchtwasser vergleicht. Wenn es einen Blasensprung gab, dann ist der Farbstoff vaginal nachweisbar. Diese Methode wird wegen ihrer Invasivität, trotz ihrer sehr großen Genauigkeit nur noch in wenigen Ausnahmefällen eingesetzt, in denen ein sicheres Testergebnis zwingend erforderlich ist. Die Studie, die bislang bereits über 60 Patientinnen einschließt, zeigt eine 100%ige Übereinstimmung des PAMG-1 Nachweises mit der Farbstoff-Instillation. Vergleichbare Daten existieren für andere Antikörpertests nicht.







