(openPR) Konstanz. Im Rahmen einer Betriebsbesichtigung bei der Nycomed GmbH in Konstanz hat sich die Sektion Konstanz/Westlicher Bodensee des Wirtschaftsrates der CDU auch mit dem Thema „Sicherheit in der Wirtschaft“ auseinandergesetzt.
Die von Prof. Dr. Martin Elmlinger, aus dem Bereich Biomarker Development der Nycomed GmbH, geleitete Besichtigung machte die Bedeutung und Ausmaße der Bereiche Forschung und Entwicklung des Pharmaunternehmens deutlich. Insbesondere zeigten sich die Teilnehmer beeindruckt von dem Aufwand, den ein forschendes Pharmaunternehmen betreiben muss, um ein neues Medikament zu entwickeln. Im Branchendurchschnitt werden aus 300.000 Wirkstofftests gerade einmal 23 Präparate, von denen nur sechs die Marktreife erlangen. Die Entwicklungskosten für ein Medikament belaufen sich nicht selten bis auf 1 Mrd. Euro, erklärt Elmlinger. Der Sektionssprecher der Wirtschaftsrates Dr. Lang betonte dabei die Bedeutung forschender Pharmaunternehmen, insbesondere für den Standort Konstanz und die Gesellschaft insgesamt. Zwangsrabatte auf patentierte Arzneimittel, wie sie von Gesundheitsminister Rösler umgesetzt werden sollen, schädigen solche Bemühungen. Der Wirtschaftsrat setzt sich deshalb nachhaltig dafür ein, dass solche Regulierungsinstrumente nicht überhand nehmen.
Im Anschluss diskutierten die anwesenden Unternehmer mit Bernd Kratzer, Leiter des Bereichs Intellectual Property der Nycomed GmbH, und Karl Schotzko, Geschäftsführer des Verbandes für Sicherheit in der Wirtschaft Baden-Württemberg e.V. (VSW-BW) über die Schwierigkeiten im Bereich Sicherheit. Sektionssprecher Peter Lang zu Beginn die Bedeutung des Themas für den Wirtschaftsrat deutlich: „Sicherheit ist ein strategischer Erfolgsfaktor für Unternehmen. Diese zu bewahren ist auch Aufgabe der Politik, insbesondere wenn es um Fragen des Exports geht.“ Das wurde auch in der Diskussion deutlich.
Bernd Kratzer machte deutlich, wie sehr die Pharmaindustrie davon abhängig ist, dass die Ergebnisse ihrer Forschungsleistung auch geschätzt werden können. In Verbindung mit den hohen Forschungs- und Entwicklungskosten im Arzneimittelbereich verdeutliche dies die Notwendigkeit, einen funktionierenden Patentschutz zu haben. „Das Patentrecht ist der Motor für Innovationen“, so Kratzer. Er verdeutlichte das auch am Beispiel des bei Nycomed in Konstanz entwickelten „Blockbusters“ im Arzneimittelbereich, Pantoprazol.
Karl Schotzko betonte in seinem Vortrag, dass mit der Nachahmung von Produkten nicht nur Pharmakonzerne zu kämpfen hätten. Gerade innovative kleine und mittelständische Unternehmen seien laut Schotzko in hohem Maße von Konkurrenzausspähung betroffen. Für ihn steht der Schutz vor Wirtschaftskriminalität an erster Stelle, schließlich wuchs diese in Deutschland in 2009 um rund 20 Prozent. „Das Dunkelfeld ist allerdings noch viel, viel größer, da Unternehmen nicht alle Vorfälle melden.“ Ein besonderes Problemfeld machte Schotzko im Bereich der Solarzellen auf, da hier mittlerweile ein Großteil aus China importiert werde.
Mit Blick auf die dort gezahlten Subventionen machte Dr. Peter Lang, Sprecher der Sektion Konstanz/Westlicher Bodensee, klar, dass diese Subventionierung überprüft und abgeschafft gehört. Im Übrigen verwies Lang auf die Bedeutung des Mittelstands in Baden-Württemberg: „Der Mittelstand schafft die meisten Stellen im Land und ist dabei hoch innovativ. Diese Stärke muss gehalten werden. Kriminelle Machenschaften, die durch Produktfälschungen diese Stärke gefährden, müssen unter allen Umständen abgestellt werden. Dies betrifft inzwischen so gut wie jede Branche. Von daher das Thema längst kein Randthema mehr. Nur mit einer offensiven Herangehensweise werden wir dem Problem Herr werden. Schließlich gefährden nicht verfolgte Produktfälschungen auf Dauer den Standort Baden-Württemberg.“





