(openPR) Hohenmölsen, 25.05.2010 (sp) – Seit 2003 ist gesetzlich vorgegeben, dass auch in Sachsen – Anhalt alle Kommunen ihr Rechnungswesens von der Kameralistik auf die sogenannte Doppik umstellen müssen. Im Land Sachsen-Anhalt soll die Umstellung mit dem Jahr 2013 abgeschlossen sein. Die SH ReWIConsult GmbH hat eine Studie zum „Stand der Einführung der Doppik im Land Sachsen-Anhalt“ durchgeführt und festgestellt, dass eine flächendeckende fristgerechte Umsetzung der gesetzlichen Pflichten eher nicht zu erwarten ist.
Befragt wurden von September-Dezember 2009 alle Verwaltungs-gemeinschaften, Einheitsgemeinden und freie Städte des Landes. 74 % der Befragten haben sich an der Umfrage beteiligt. Zum Zeitpunkt der Umfrage buchten lediglich 3,6 % nach dem neuen Haushalts- und Rechnungswesens. Hierbei handelte es sich um die Pilotprojekte des Landes. Darüber hinaus sah es eher schlecht aus mit dem Stand der Einführung der Doppik.
Insgesamt haben sich 87 Verwaltungsgemeinschaften, Einheitsgemeinden und freie Städte an der Befragung beteiligt. Der Großteil von ihnen plant, erst zum Jahr 2013 umzustellen. Schon diese Tatsache lässt nach heutigen Erkenntnissen einen Bearbeitungsstau bei den Aufsichtsbehörden vor 2013 erwarten. Folge ist, dass es allein deswegen zu Verzögerungen kommen dürfte, wobei noch nicht einmal die fachlich begründeten Verzögerungen bei der Einführung der Doppik mitgerechnet wären. Solche sind im letzten Jahr z.B. dadurch aufgetreten, dass für viele Kommunen die Probleme um die Gemeindegebietsreform das „Projekt Doppik“ hatten zweitrangig erscheinen lassen. Auch die schwierige Haushaltslage wurde häufig als ungünstig für eine planmäßige Umsetzung der Einführung genannt.
Wichtige Ergebnisse im Überblick:
1) Die Mehrheit der befragten Verwaltungen setzen bei der Einführung der Doppik auf Programme der Firma CIP Kommunal, H+H Doppik oder adKomm NKF.
2) Die Umstellung der Software erfolgt überwiegend „hart“. Es wird also weniger häufig eine Umstellung parallel zur bisherigen Kameralistik gefahren (weicher Umstieg).
3) Über die Hälfte der Teilnehmer der Umfrage haben zwar mit der Vermögenserfassung und Vermögensbewertung, der Softwareauswahl und der Qualifizierung der Mitarbeiter begonnen, aber weniger als ein Drittel beschäftigte sich bereits mit den Themen Haushaltsplanung, Kostenleistungsrechnung, Controlling- und Berichtswesen.
4) Noch keinerlei Vorbereitungen für die Umstellung auf die Doppik haben 13 Prozent der Befragten getroffen.
5) Die Kommunalen Verwaltungen greifen bei der Umstellung auf die Doppik hauptsächlich auf ihre eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und auf Hilfe ihrer Softwareanbieter zurück.
Die komplette Studie umfasst auch Daten zu regionalen Unterschieden (nördliches, mittleres und südliches Sachsen-Anhalt), einzusehen unter www.sh-rewiconsult.de .










