(openPR) Haben Sie heute morgen schon geduscht? Dann freuen Sie sich über den Ihnen gebotenen Genuss. Wenn Sie, wie ein Durchschnittsdeutscher, 137 Liter Wasser am Tag verbrauchen, das meiste davon für Duschen, Baden, die Toilette und die Waschmaschine, können Sie am Dienstag einen Festtag feiern. Denn der 22. März ist von den Vereinten Nationen als Welttag des Wassers bestimmt.
Weit weniger zu feiern haben dagegen die Wasserkonsumenten in den Entwicklungsländern, ihre Wasserressourcen und –versorgung sind extrem bedroht. Die Vereinten Nationen verweisen zur Zeit auf 1,1 Milliarde Menschen ohne sichere Wasserversorgung und auf sogar 2,4 Milliarden Menschen ohne hinreichende sanitäre Einrichtungen, was wiederum die akute Wassergefährdung von morgen ist. In diesem Jahr wird eine erneute Wasserdekade 2005 – 2010 mit dem Motto „Wasser fürs Leben“ ausgerufen, damit die Versorgungsanstrengungen über diese Kampagne intensiviert werden können.
Nicht alle Konzepte nützen auch den Entwicklungsländern, gerade die Armen bleiben eine problematische Zielgruppe. Gutgemeinte Rezepte, die Versorgungs- und Investitionsengpässe von Städten und Gemeinden durch Privatisierung zu überwinden, haben zumeist fatale Folgen für die Bewohner armer Stadtteile und Regionen. Sie bleiben tendenziell von der Versorgung ausgeschlossen, weil sie die dann geforderten Preise, einschließlich der angestrebten Profite, nicht zahlen können. Zynischerweise, da keine Siedlung ohne Wasser leben kann, sind die dann provisorisch installierten Lösungen, z.B. Tankwagenversorgung oder die kanisterweise Weiterverteilung, bezogen auf den Literkonsum, für die Armen noch teurer.
Besonders dramatisch zeigt sich aktuell der Wassermangel in den Tsunami-Gebieten. Die Wasserflut brachte die Wassernot. Das mit der Flutwelle in die Strand- und Hinterlandgebiete eingedrungene Salzwasser hat in weiten Bereichen die kleinen Wassereinzugsgebiete unbrauchbar gemacht, hat die offenen Brunnen überflutet und ist in Süßwasserreservoirs eingeflossen. In den Wassersammelgebieten sickert nun salzhaltiges Wasser langsam in das Grundwasser durch, damit wird zunehmend auch das Wasser aus Pumpenbrunnen unbrauchbar.
Es wird mehrere Jahre starken Monsunregens bedürfen, bis durch Lösung der Salze wieder trinkbares Wasser gefördert werden kann. Um die Lösungsprozesse zu beschleunigen, werden neue Brunnen in Regionen angelegt, die die Flutwelle nicht erreicht hat. Damit kann über Rohrleitungen ein Großteil der Dörfer versorgt werden. Das Frischwasser wird jedoch auch benötigt, um die alten Brunnen zu spülen und die Regeneration der Sammelgebiete zu beschleunigen.
Die alten Wasserstellen wieder in Betrieb zu nehmen hat auch einen sozio-therapeutischen Effekt: Man wird sich an den alten Wasserstellen wieder treffen, das Gewohnte wird wieder aufgenommen, das Geschehene wird besprochen und durch den wiedergewonnenen Alltag langsam und heilsam vergessen. Die DESWOS Deutsche Entwicklungshilfe für soziales Wohnungs- und Siedlungswesen e.V. unterstützt Partnerorganisationen in indischen Dörfern, neue Brunnen- und Pumpenanlagen zu installieren und alte Anlagen zu regenerieren. Für die hinterbliebenen Opfer des Tsunamis gilt deshalb ganz besonders: Wasser fürs Leben.
Weitere Informationen:
DESWOS Deutsche Entwicklungshilfe
für soziales Wohnungs-
und Siedlungswesen e.V.
Werner Wilkens
Gustav-Heinemann-Ufer 84 - 88
50968 Köln
ab April 2005:
Innere Kanalstraße 69
50823 Köln











