(openPR) Am Mittwoch, 19. Mai, startet das Jugendprojekt HeldenCamp mit einer Eröffnungsaktion im Görlinger Zentrum in Bocklemünd. Für Helden ab 14 Jahren geht es im ‚Vogelwäldchen’ bis zu 10 Meter die Strickleiter hoch – gesichert versteht sich. Die Aktion ist der Auftakt für ein halbjähriges Projekt, das mit Geldern der Europäischen Union gefördert wird und die Selbstfindung und die Entwicklung heranwachsender Jugendlicher aus sozialen Randgruppen unterstützt. Zielgruppe sind Jugendliche im Alter von ca. 14 bis 18 Jahren aus dem Stadtteil Köln-Bocklemünd.
Die Metapher der klassischen Heldenreise hat das Projekt inspiriert: Wie die Helden auf ihrer Reise sollen die Jugendlichen das gewohnte Terrain verlassen, um neue Ufer zu erreichen und dabei wertvolle Erfahrungen sammeln zu können.
Hauptziel des Projekts HeldenCamp ist es, die benachteiligten Jugendlichen in ihrer Selbstfindung sowie der Stärkung ihres Selbstbewusstsein bzw. Selbstwertgefühls zu unterstützen. Soziale Kompetenzen wie Teamfähigkeit, Verbindlichkeit und Selbststeuerung werden durch praktisches Erleben trainiert. Im HeldenCamp gewinnen die Jugendlichen größere Klarheit über ihre eigenen Talente, ihre persönlichen Werte und ihre berufliche Zukunft. Sie können sich Kompetenzen aneignen, die ihnen bessere Chancen bei der Suche nach und dem Erhalt eines Ausbildungsplatzes einbringen.
Angebote für Jugendliche gibt es viele, auch in Bocklemünd. Doch mit den bestehenden Angeboten wird nur ein Teil der Jugendlichen erreicht. Eine Hauptschwierigkeit ist jedoch, diejenigen Jugendlichen für Aktionen zu gewinnen, die sonst ‚auf der Straße abhängen’, so Udo Clotten, Mitarbeiter im sozial-engagierten GAG-Treff und alteingesessener Bocklemünder. Das HeldenCamp ist gerade für die Jugendlichen konzipiert, die sonst keine sozialen Einrichtungen aufsuchen. Erreicht wird dies durch ein offenes Angebot von erlebnisorientierten Aktivitäten, die insbesondere männliche Jugendlichen ansprechen: Baumklettern, Abseilen, Survival-Training, GPS-Ralley, Slack-Lining und andere Trendsportarten. Die spaßorientierten Aktivitäten werden ergänzt durch begleitende Reflektionen, in denen soziale Kompetenzen und individuelle Talente gefördert werden.
Durch das niederschwellige Angebot sollen die Jugendlichen auch für die berufsorientierten Aspekte des HeldenCamp motiviert werden: Selbständigkeit gewinnen und Mut schöpfen, das bekannte soziale Terrain zu verlassen; beim Besuch von Ausbildungmessen einen Einblick in berufliche Perspektiven erhalten; an Werkstatt-Tagen handwerkliches Geschick beweisen und Interesse an möglichen Ausbildungsberufen bekommen.
Für die Durchführung des Projekts konnten professionelle Outdoortrainer und Coaches gewonnen werden, die selber bei Naturvölkern und Indianern gelebt haben und authentisch von ihren eigenen ‚Heldenreisen’ berichten können. Aufgrund ihres individuellen Werdegangs bieten die Trainer Reibungs- und Anknüpfungspunkte für die Interessen und Entwicklungsperspektiven der Jugendlichen.
Der Mythenforscher Joseph Campbell hat die Grundmetapher der Heldenreise in einer Vielzahl von Kulturen identifiziert. Der Held (bzw. die Heldin) zieht aus, um sich den Herausforderungen der weiten Welt zu stellen, diese zu meistern und anschließend gestärkt nach Hause zurückzukehren. Im HeldenCamp bietet diese Metapher nicht nur eine Identifikationsmöglichkeit für die Jugendlichen als Held, sondern auch ein weites Feld für die individuelle Entfaltung.








