(openPR) Planegg. Im Zusammenhang mit der Debatte um das geplante Stipendiengesetz der Bundesregierung betont die Hochbegabtenvereinigung Mensa in Deutschland e.V. die soziale Komponente der Begabtenförderung. Nicht nur für die Geförderten selbst, sondern auch für die Gesellschaft insgesamt sind die Erkennung und Förderung bisher ungenutzter intellektueller Potenziale ein großer Gewinn. „Viele unserer 8 500 Mitglieder konnten gerade aus finanziellen Gründen im bestehenden Bildungssystem nicht ihren Weg gehen. Anders als oft vermutet gibt es hochbegabte Menschen in allen sozialen Schichten“, so Mensa-Vorstandsmitglied Matthias Moehl. Häufig entscheiden in Deutschland der Geldbeutel und der Bildungsstand der Eltern immer noch über die Bildungskarriere eines Kindes. Die gezielte finanzielle Förderung von Begabten ist ein Mittel, hier für mehr Gerechtigkeit zu sorgen.
Der Verein Mensa hat seine Mitglieder in einer umfangreichen Untersuchung zu eigenen Erfahrungen in Schule und Studium befragt. Die Ergebnisse zeigen unter anderem, dass lediglich zehn Prozent der Befragten mit Hochschulabschluss ein Begabtenstipendium aus öffentlichen Mitteln erhalten haben, obwohl sie alle nachweislich hochbegabt sind. Auch der nicht herausragende Schüler Albert Einstein hätte in den Auswahlverfahren der Begabtenförderungswerke kaum eine Chance auf Förderung gehabt, schließlich beruht die Vorauswahl der Stipendiaten bislang vor allem auf den Schulnoten. Dabei sind diese als Auswahlkriterium für ein Begabtenstipendium nur bedingt geeignet: Bei den Befragten mit einem Top-Hochschulabschluss (Note besser als 1,5) war die Abiturnote im Mittel um 0,55 Notenpunkte schlechter als die Abschlussnote beim Hochschulstudium. Dies bestätigt die Erfahrung, dass viele Hochbegabte erst im stimulierenden Umfeld der Hochschule ihre Leistungsfähigkeit voll entfalten können. Umso wichtiger ist es, wenn dann die Zeit zum Studieren intensiv genutzt werden kann, weil ein Begabtenstipendium zum Lebensunterhalt beiträgt.









