(openPR) Vertrauen in die Wirtschaft sinkt auch in Asien und Afrika, Westeuropa stagniert
Die globale ökonomische Erholung verlangsamt sich wieder. Das ergab die jüngste Studie der globalen Assoziation der professionellen Buchhalter ACCA (the Association of Chartered Certified Accountants), in der 1.361 Finanzprofis aus 95 Ländern befragt wurden.
ACCA ermittelte in der Umfrage die folgenden Fakten:
• 23% der Befragten führen zwar an, dass sich die Aussichten für die Weltwirtschaft verbessern. Dieses Ergebnis bedeutet aber nur eine marginale Verbesserung gegenüber Ende 2009 (21%).
• Bis zu 39% behaupten, die Weltwirtschaft wird nun stagnieren.
• Die Anzahl der Optimisten hinsichtlich baldiger wirtschaftlicher Erholung ist niedriger als die Anzahl der Pessimisten.
• Vertrauen in die Wirtschaft sinkt. Nur ein Drittel der Befragten hat eine Genesung des Vertrauens geäußert. Nur 29% der Finanzprofis erwarten Wachstum der Einnahmen ihrer Organisationen, was 3% weniger ist als Ende 2009.
• Die befragten Buchhalter haben ebenfalls ihre Sicht der vermutlichen Dauer einer vollen Erholung nach unten korrigiert. Ausschließlich 15% führen an, dass eine volle wirtschaftliche Erholung in weniger als 12 Monaten zu erwarten ist. Das sind ebenfalls 3% weniger als im letzten Quartal 2009.
• Zudem hat ACCA eine wachsende Zahl der extremen Pessimisten ermittelt, die behaupten, dass die Erholung in drei oder mehr Jahren zu erwarten ist. 11,4% der Befragten sind dieser Meinung.
Nichtsdestotrotz sind die Aussichten im Bereich Beschäftigung und Investitionen positiver. Die Akzeptanz der Regierungsmaßnahmen hat ebenfalls leicht zugenommen.
Ein Warnsignal haben in der ACCA Studie insbesondere die Regionen Asien-Pazifik und Afrika geschickt. Diese Regionen haben in den vergangenen vier ACCA Studien konsistent den Weg raus aus der Rezession gebahnt, sind nun jedoch pessimistischer geworden. Als Folge der stagnierenden Nachfrage und gleichzeitiger Aufhebung mancher Regierungsmaßnahmen weisen sie eine sinkende Zahl der Geschäftsmöglichkeiten auf.
Helen Brand, Chief Executive bei ACCA, sagte: „Positiv ist, dass weniger Organisationen Entlassungen, Insolvenz oder Probleme mit der Finanzierung von Investitionen melden. Aber diese Verbesserung schlägt sich in keiner Weise in der eher durchgehend negativen Stimmung nieder.“
Regionale Ergebnisse
Westeuropa
In den meisten ACCA-Indices bleibt Westeuropa hinter anderen Regionen zurück. 50% der Befragten sagen, die Wirtschaft befinde sich nun auf dem Grund und erwarten eine zeitweilige Stagnierung. Nur 12% führen an, dass sich wirtschaftliche Bedingungen verbessern.
Nordamerika
Die Indikatoren waren im ersten Quartal 2010 in Nordamerika positiv. 56% der Finanzprofis sehen eine Verbesserung, nur 43% eine Verschlechterung oder Stagnation. Die Anzahl der Optimisten in punkto Genesung in weniger als 12 Monaten ist etwa gleich wie die Anzahl der Pessimisten. Trends in den Einnahmen weisen ein stabiles Niveau auf.
Mittel- und Osteuropa
In dieser Region überwiegt die positive Einstellung. Die Anzahl derer, die eine Erholung schon im Gange sehen, hält sich etwa die Waage mit den Pessimisten (etwa 48%). Finanzprofis hier erwarten jedoch eine schnellere wirtschaftliche Genesung als in anderen Regionen in der Welt. Ganze 54% sagen, die Genesung kommt in weniger als 12 Monaten. Firmen in Mittel- und Osteuropa melden aber ein stagnierendes Niveau bei erwarteten Einnahmen.
Asien und Pazifik
In Asien-Pazifik sank das Vertrauen in die Wirtschaft deutlich. Zudem wuchs die Zahl der Voraussagen einer Erholung in zwei oder mehr Jahren um 13%. Die Befragten melden ebenfalls einen Rückgang in den Regierungsmaßnahmen und sehen ein hohes Inflationsrisiko. Höhere Betriebskosten, die auf eine Inflation hindeuten, melden nun zwölf Prozent mehr Finanzprofis als im letzten Quartal von 2009.
Afrika
Trotz allem gehört diese Region zu den am meisten optimistischen. 79% der Befragten glauben, dass sich die Bedingungen bereits verbessern. Diese Haltung wird aber von erwartetem Rückgang der Einnahmen begleitet (dieser Index verschlechterte sich um ganze 4% gegenüber Ende 2009) und von der Prognose, dass die volle Erholung 2 Jahre oder länger dauern wird.






