(openPR) Die Arbeiten des Siegener Photokünstlers Marc Baruth erinnern an klassische Malerei vergangener Jahrhunderte. Komposition, Linienführung und Ästhetik erscheinen vertraut. Beim näheren Betrachten löst sich der erste Eindruck jedoch auf und führt zum Erkennen der Manipulation.
Die Bilder seines Werkzyklus „Der verlorene Sohn“ beispielsweise zerfallen in Ebenen und wirken wie Bühnenbilder. Baruth hat hier durch Fotocollagen irreale Landschaften geschaffen, die sich an existierende Werke Peter Paul Rubens anlehnen. Beim (räumlich) näheren Betrachten wird sichtbar, dass es sich um eine Montage vieler Einzelaufnahmen aus dem Siegerland und dem flämischen Brabant handelt. Zu sehen ist jedoch nicht eine romantische Dokumentation von Natur und Mensch. Die dargestellten Personen geben sich als Zeitgenossen zu erkennen, die modernen Aktivitäten nachgehen, wie dem Nordic Walking oder mit Mountain-Bikes die Umgebung erkunden. Der Künstler erzeugt so eine Spannung zwischen Mensch und Landschaft und untersucht das Verständnis von Realität.
Um Manipulation geht es auch in der Werkfolge „New Morning“ (zusammen mit Bozica Babic). Auch diese Arbeiten wollen keine echte Photographien sein, sondern in ihrer ersten Wirkung den Eindruck von Gemälden vermitteln. Der Künstler beschäftigt sich hier mit dem Wunsch nach Perfektion am Beispiel menschlicher Portraits. Die Haut der Frauen und Männer sind gleichermaßen makellos, porzellanhaft. Ihre Gesichter wirken künstlich komponiert, Körperteile wurden retuschiert. Wie futuristische Wesen der Schönheitsindustrie der übernächsten Generation erscheinen die Dargestellten. Und dennoch wirken sie vertraut. In ihrer Ästhetik erinnern sie an Malerei alter Meister.
Marc Baruth, Jahrgang 1974, lebt und arbeitet in Siegen. Er studierte Kommunikationsdesign mit Schwerpunkt Fotodesign an der Fachhochschule Dortmund.
In der Ausstellung sind neben Werken aus „Der verlorene Sohn“ und „New Morning“ auch neue Arbeiten zu sehen.
Die Ausstellung wird verlängert bis zum 8.5.2010.













